Inflations-Angst durch Iran: So retten Sparer ihr Vermögen

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Mit dem Krieg in Nahost gerät das Thema Inflation erneut in den Fokus. Anleger können jedoch viel tun, um ihr Vermögen real zu erhalten. Spritpreise jenseits der Marke von 2,30 Euro und steigende Preise im Supermarkt machen das Leben in Deutschland wieder teurer. In Inflationszeiten ist es wichtig, sein Vermögen im Wert zu erhalten. Dividenden sind ein probates Mittel, doch sie genießen an der Börse ein merkwürdiges Image. Sie gelten als solide, aber wenig aufregend – ungefähr so spannend wie ein gut geführtes Haushaltsbuch. Dabei zeigen die Zahlen, dass gerade diese vermeintlich unspektakulären Zuflüsse langfristig einen erheblichen Teil der Rendite ausmachen. Ein Blick in die Historie zeigt starke Wertzuwächse Der beste Beleg ist der Dax selbst. "Anders als bei vielen internationalen Indizes steht hier der Performance-Index im Fokus", erklärt Lars Reichel von gettex. Umso spannender ist der Blick auf den "Netto-Dax", auch Kursindex genannt. Zur Erinnerung: Beim Kursindex sinkt der Indexwert um die Höhe der ausgeschütteten Dividenden. "Beim Performanceindex passiert das nicht – die Dividenden werden reinvestiert, der Abschlag wird rechnerisch ausgeblendet", so die Experten vom Lynx Broker. Der Effekt ist beträchtlich: "Wer Anfang 2009 beispielsweise 50.000 Euro investiert hat, blickt heute auf rund 220.000 Euro und eine durchschnittliche Rendite von etwa 8,9 Prozent pro Jahr", rechnet Reichel vor. Im Kursindex fällt die Rechnung deutlich nüchterner aus. "Aus denselben 50.000 Euro wären nur rund 140.000 Euro geworden und damit etwa sechs Prozent jährlich", so die Datenbank des Smartbrokers. Über die Jahre summiert sich das auf eine Outperformance von rund 150 Prozent. Anders gesagt: Ein erheblicher Teil des Börsenerfolgs entsteht nicht durch steigende Kurse, sondern durch wieder angelegte Ausschüttungen. Auch historisch bestätigt sich dieses Bild. "Seit 1988 stammen rund 60 Prozent des gesamten Wertzuwachses im Dax aus Dividenden", so der Lynx Broker. Selbst in schwierigen Marktphasen wirken sie stabilisierend. Während der Finanzkrise verlor der Index zeitweise mehr als die Hälfte seines Wertes, die Ausschüttungen gingen hingegen deutlich moderater zurück. 2026 sind keine Rekorde zu erwarten Die Dividendensaison folgt ihrem eigenen Rhythmus: Ankündigungen im Frühjahr, Auszahlung meist im April und Mai. Für 2026 sind keine Rekorde zu erwarten, doch mit rund 53 Milliarden Euro im Dax bleibt das Niveau nach Daten der Deutschen Bank hoch. Einschließlich MDax könnten rund 63 Milliarden Euro an die Aktionäre fließen. Die durchschnittliche Dividendenrendite liegt bei etwa drei Prozent und damit weiterhin über klassischen Zinsanlagen wie der viel beachteten zehnjährigen Bundesanleihe. Noch haben nicht alle Unternehmen ihre Ausschüttungen bestätigt, doch die Tendenz ist klar: Rund neun Dax-Mitglieder dürften über vier Prozent Rendite bieten, drei sogar über fünf Prozent. Gleichzeitig erhöhen knapp 30 der 40 Konzerne ihre Dividende. Angesichts der Multimilliarden auf deutschen Girokonten sollten sich private Anleger daher einmal mehr fragen, ob nahezu unverzinste Einlagen bei Sparkassen oder Volksbanken in Zeiten mit üppigen Inflationsraten nicht ein Luxus sind, den man sich nicht leisten kann. Jedenfalls dann nicht, wenn man sein Vermögen real erhalten und nicht im Laufe der Zeit pulverisieren will.
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