Deutschlands Biermarkt schrumpft. Die Generation Z verschmäht das Getränk. Nun trifft die Krise das Unternehmen Bierothek und ein ganz besonderes Geschäftsmodell. Die Krise auf dem Biermarkt erfasst das nächste Unternehmen. Die Bierhandelsplattform Bierothek mit Standorten in München und Bamberg musste Insolvenz anmelden. Betroffen sind demnach die Bierothek GmbH und die Bierothek Marketplace GmbH. Die Bierothek-Gruppe war in den vergangenen Jahren vor allem als Online-Marktplatz für Bier aktiv. Angeboten wurden etwa nationale und internationale Brauspezialitäten. Dabei lag der Schwerpunkt vor allem auf dem lukrativen Markt der sogenannten Craft-Biere, jenen Sorten also, die von kleinen Bier-Start-ups vertrieben werden. Bierkrise: Hohe Zölle in USA, sinkender Konsum in Deutschland Pleite: "House of Sweets" ist insolvent Der Bier- und Brauereimarkt steckt seit Jahren in der Krise. Zuletzt musste die Mannheimer Eichbaum-Brauerei einen neuen Investor an Bord holen. Das Unternehmen Oettinger gab den Standort Braunschweig auf und erntete für den Beschluss viel Kritik . Generation Z verschmäht das Bier Sorgen bereitet den Brauereien vor allem die Generation Z. Die Millennials zeichnen sich durch ein verändertes Konsumverhalten aus, Alkohol wird meist geschmäht. So wachsen auf dem Biermarkt derzeit maßgeblich alkoholfreie Sorten wie etwa "Kosmonaut" des Supermarkts Rewe. Laut statistischen Erhebungen sank der Bierabsatz in Deutschland im Vorjahr um sechs Prozent auf insgesamt 7,8 Milliarden Liter. Alkoholfreie Biere machten nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) erstmals mehr als zehn Prozent des Bierumsatzes aus. Die Zahl der Brauereien fiel 2025 auf 1.415, ein Minus von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Geert Swaanenburg, Deutschlandchef der niederländischen Brauerei Heineken , beschrieb die Lage im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auf dem umkämpften deutschen Markt zuletzt so: "In Deutschland haben wir eigentlich osteuropäische Preise mit westeuropäischen Kosten." Beim fränkischen Bierbroker Bierothek setzte das Amtsgericht in Bamberg jetzt einen Insolvenzverwalter ein. Geprüft werden soll, ob eine Sanierung oder Fortführung möglich ist.