Die Krise am Bau macht dem Produzenten Panariagroup zu schaffen. Deutschlands größte Fabrik zur Fliesenherstellung rutscht in die Insolvenz. Die Fertigung in Leisnig nahe Chemnitz gilt laut dem Landkreis Mittelsachsen als das größte Fliesenwerk in Deutschland. Am Freitag ereilte die Beschäftigten in einer Betriebsversammlung die bittere Nachricht: Die Panariagroup Deutschland GmbH hat beim Amtsgericht Chemnitz Insolvenz beantragt. Betroffen sind rund 230 Beschäftigte. Neben dem sächsischen Leisnig unterhält das Unternehmen noch Niederlassungen in Mühlacker bei Karlsruhe in Baden-Württemberg sowie in Bremen . Der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Heintze sucht einen neuen Investor. Und er setzt auf Kontinuaität. "Alle Aufträge und Bestellungen werden wie sonst auch gefertigt und ausgeliefert", sagte er der "Sächsischen Zeitung". Pleite: Große Schweinzucht ist insolvent Verbrenner-Aus: Autozulieferer droht mit Werkschließungen Insolvenz von großem Fliesenwerk: Die Gründe Die italienische Panariagroup hatte die deutschen Anteile der früheren Steuler-Gruppe erst vor drei Jahren übernommen. Nun folgt der Rückzug. Hohe Energiekosten und die Krise am Bau bringen die Fliesenfertiger in Schwierigkeiten. Seit dem Produktionsstart im Jahr 1997 fertigt das Werk in Leisnig auf einer Fläche von rund 16 Hektar Boden- und Wandbeläge für den europäischen Markt. Das Werk zählt mit einer Kapazität von 6,2 Millionen Quadratmetern Fliesen zu den modernsten Produktionsstätten der Branche. Die Steuler-Gruppe führt ihre Geschichte bis ins Jahr 1869 zurück. Vor drei Jahren kam die Insolvenz. Die italienische Panariagroup stieg ein. Nun droht nach fast dreißig Jahren das Aus.