Wegen eines medizinischen Problems holt die Nasa eine ISS-Besatzung vorzeitig auf die Erde zurück. Wie bereiten sich Astronauten auf solche Notfälle vor? Am Abend gegen 23 Uhr bringt die Nasa die SpaceX Crew-11 vorzeitig von der ISS zur Erde zurück. Der Grund ist ein medizinischer Vorfall. Wer betroffen ist, wurde nicht mitgeteilt. Offensichtlich genügte in diesem Fall die Hilfe von Astronautenkollegen nicht. Weil sie im Notfall selbst handeln müssen, bekommen Raumfahrer stets auch eine medizinische Ausbildung. "Ärzte können Raumfahrer zwar telemedizinisch betreuen, aber letztlich müssen die da oben auch allein klarkommen", sagte Bimba Hoyer, Fliegerärztin der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Das medizinische Training vor einer Mission finde unter anderem im Krankenhaus statt. Raumfahrer lernen nach Esa-Angaben unter anderem, Blut abzunehmen, eine Wunde zu nähen, einen Zahn zu ziehen und eine provisorische Füllung einzusetzen. Auch Wiederbelebungsmaßnahmen sowie Ultraschall- und Augenuntersuchungen beherrschen sie. Medizinischer Notfall: Nasa holt ISS-Crew vorzeitig zurück zur Erde Raumfahrt: Neues Kommando auf ISS vor Rückholaktion An Bord der ISS helfe eine spezielle medizinische Checkliste mit klaren Anweisungen bei der Diagnose und Behandlung kranker oder verletzter Besatzungsmitglieder, sagte Hoyer. Zudem gebe es eine umfangreiche Bordapotheke. Taschen voller Medikamente "Der Besatzung stehen mehrere Medikamententaschen mit Aspirin oder anderen milden Arzneimitteln und ein Notfallkoffer zur Verfügung", heißt es bei der Esa. Darin enthalten seien Schmerzmittel, Anästhetika, Medikamente für die Zahnbehandlung, Verbandsmaterial, Stethoskop, Defibrillator und andere komplexere Instrumente und Arzneimittel zur Lebenserhaltung. Was bei der Crew-11 dazu geführt hatte, eine vorzeitige Rückkehr zur Erde zu veranlassen, ist nicht bekannt. Das betroffene Crewmitglied sei in stabilem Zustand, hatte die Nasa mitgeteilt. Es handle sich auch nicht um einen Notfall, hieß es. Die Gesundheit habe "höchste Priorität" Die Europäische Raumfahrtorganisation Esa wollte sich nicht konkret zu dem Vorfall äußern. Auf Nachfrage von t-online hieß es: "Die Gesundheit und Sicherheit aller Astronauten hat für alle internationalen Partner, die am Programm der Internationalen Raumstation beteiligt sind, seit jeher höchste Priorität." Die Nasa hatte bekannt gegeben, dass sie die vier Mitglieder der Crew-11 wegen eines medizinischen Problems vorzeitig zur Erde zurückholt. Die Crew besteht aus dem US-Astronauten Michael Fincke, seiner Kollegin Zena Cardman sowie dem japanischen Raumfahrer Kimiya Yui und dem russischen Kosmonauten Oleg Platonow. Es ist das erste Mal in der Geschichte der ISS, dass eine solche Rückholaktion nötig wird.