Die deutschen Handballfrauen halten sich in der EM-Qualifikation weiter schadlos. Zahlreiche neue Gesichter bereichern das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch. Um die Zukunft der deutschen Handballerinnen braucht sich Bundestrainer Markus Gaugisch wohl keine Sorgen zu machen. Erfrischend mutig und unbekümmert spielten die zahlreichen Talente beim 35:27 (19:14)- Erfolg in der Europameisterschafts-Qualifikation in Nordmazedonien auf. Auch am Sonntag zum Abschluss gegen Belgien in Hamm können sich die "Jungen Wilden" wieder präsentieren. "Sie haben sich gut geschlagen. Natürlich ist es bei der Nationalmannschaft oftmals nicht so einfach, es sind eben Länderspiele. Das Nationaltrikot anzuhaben, schüttelt man nicht so einfach ab", sagte Gaugisch. Chiara Rohr und Jana Walther hätten jetzt schon mehr Länderspiele als Bundesligaspiele. Rohr ist 18, Walther und Lara Däuble, die ebenfalls ihren Einstand im Nationaltrikot feierte, sind 19 Jahre jung. Alle drei gehörten zur U19, die im vergangenen Jahr Europameister geworden ist. Debütantinnen-Ball und Torjubel "Zusammen mit den Mädels auf der Platte zu stehen, war ein unbeschreibliches Gefühl für mich. Das ist einfach überwältigend, und dann direkt mein erstes Tor zu werfen, war schon ein sehr schönes Gefühl", sagte Walther. Nieke Kühne konnte sich gut in die Lage der Debütantinnen hineinversetzen. "Wenn man sieht, wie sie sich über das erste Tor freuen, macht es noch mehr Spaß. Ich kann mich da noch sehr gut daran erinnern, wie es bei mir war", sagte die Rückraumspielerin (21). Dass das U19-Trio bereits ganz oben anklopfen darf, ist auch dem Umstand geschuldet, dass die deutschen Vize-Weltmeisterinnen bereits vor den beiden abschließenden Spielen die Qualifikation für die EM im Dezember schon sicher hatten. So konnte Gaugisch arrivierten Spielerinnen Pausen gönnen sowie Talenten und Rückkehrern Trainings- und Spielzeit im Nationaltrikot geben. Gaugisch: "Einsatzwille und Begeisterung stimmen" Man könne aus solchen Spielen unheimlich viel mitnehmen an Basics. Beispielsweise, wie Fehler zustande kämen, was Cleverness in der jeweiligen Situation bedeute, betonte der 51-Jährige. "Dafür sind solche Spiele Gold wert für alle, die das nicht jede Woche in der Champions League haben. Das war das Ziel", sagte er. Das nicht alles zu 100 Prozent klappte, es Abstimmungsprobleme gab, war für Gaugisch vorher klar. "Aber das ist für uns eine tolle Grundlage, um weiterzuarbeiten. Ich bin sehr froh, dass wir Einsatzwille und Begeisterung mit dem Adler auf der Brust gezeigt haben", betonte der Bundestrainer. Die Trainingszeit und die Video-Besprechungen hätten ihn sehr zufrieden gestimmt. "Sie sind aufnahmefähig und wollen besser werden und das ist eine super Sache", sagte Gaugisch. Vorfreude auf Heimspiel in Hamm Die Vorfreude auf Belgien, wo unter anderem Stammtorhüterin Katharina Filter in den Kader zurückkehrt, ist groß. "Vor eigener Kulisse ist es einfach viel cooler zu spielen", sagte Nina Engel (22), gegen Nordmazedonien mit neun Toren beste Schützin. Bei Rohr, Walther und Däuble dürfte die Anspannung dagegen steigen. "Ich freue mich riesig auf mein erstes Heimländerspiel und bin jetzt auch schon ein bisschen aufgeregt. Ich freue mich total darauf, in Deutschland zu spielen und dann auch noch vor so einer großartigen Kulisse", sagte Walther.