KfW-Studie warnt vor 114.000 Firmenstilllegungen: Nachfolger fehlen

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Mehr als 100.000 Firmen könnten in Deutschland aufgeben. Der Grund: Es findet sich kein Nachfolger. Experten warnen. Günther Althaus formuliert es so. "Der Mittelstand stirbt leise“, sagte der Präsident des Mittelstandsverbunds ZGV der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Einer der Gründe für seine düstere Prognose: fehlender Nachwuchs. Laut einer Studie der staatlichen Förderbank KfW drohen in den kommenden fünf Jahren jährlich 114.000 Unternehmensstilllegungen. "Es ist essenziell, das Fortbestehen möglichst vieler mittelständischer Unternehmen zu sichern", sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. "Wir brauchen daher nachhaltig mehr Gründungsbereitschaft in Deutschland." Insolvenz: Firmenpleiten erreichen höchsten Stand seit zwanzig Jahren Startup-Boom: So viele Neugründungen wie nie in Deutschland Zuvor hatte schon das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Alarm geschlagen. Demnach sind von 2026 bis 2030 jährlich 37.200 Firmenübergaben zu erwarten, weil die bisherigen Chefs gehen, oft aus Altersgründen. Nur finden viele Unternehmen keinen Nachfolger, weil sie zu wenig Ertrag abwerfen. "Dies führt dazu, dass sich eine Übernahme aus Sicht von Nachfolgeinteressierten seltener lohnt", erklärte IfM-Wissenschaftler Markus Rieger-Fels der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bürokratie und fehlender Profit schrecken viele ab Laut KfW waren im vergangenen Jahr 57 Prozent der mittelständischen Unternehmer 55 Jahre oder älter. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und 27 Prozentpunkte mehr als vor 20 Jahren. Zugleich empfänden viele Unternehmerinnen und Unternehmer "die Suche nach einem passenden Nachfolger als sehr schwierig", erklärte die Förderbank. Bis Ende 2029 streben deshalb 569.000 Unternehmen keine Fortführung an – das entspricht jährlich rund 114.000 Geschäftsaufgaben. In 545.000 mittelständischen Unternehmen dagegen wird bis Ende 2029 eine Nachfolgeregelung angestrebt. "Es ist erwiesen, dass Firmenlenker, die bereits einen Nachfolger gefunden haben, wieder stärker in ihre Unternehmen investieren", erklärte Schumacher. "Die Lösung der Nachfolgeproblematik ist daher auch entscheidend, um die Investitionen im Mittelstand anzukurbeln." Neben der schwierigen Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin machen immer mehr Unternehmer laut KfW die überbordende Bürokratie verantwortlich für die geplante Stilllegung. Ihr Anteil stieg im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozentpunkte auf 42 Prozent. KfW-Chefvolkswirt Schumacher: "Der Bürokratieabbau ist ein Baustein, der zu mehr Gründungen führen kann." Die KfW wertete Befragungen von rund 13.000 Mittelständlern aus. Sie wurden von Februar bis Juni 2025 befragt.
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