Autoversicherer stufen Anfänger bei der Kfz-Versicherung in der höchsten Schadenfreiheitsklasse. Gibt es trotzdem günstige Versicherungen? Egal, ob man mit 18 den Führerschein macht oder mit 28, Kfz-Versicherungen für Fahranfänger sind teuer. Denn statistisch gesehen verursachen sie deutlich mehr Unfälle. Deshalb stufen sie Autoversicherer in der Regel in der höchsten Schadenfreiheitsklasse ein, was die Tarife für sie nach oben treibt. Doch es gibt eine ganze Reihe Tricks und Kniffe, die Kosten zu senken. Stiftung Warentest und das Ratgeberportal Finanztip teilen ihre wichtigsten Tipps: Lieber als Zweitwagen versichern Die Eltern versichern das Auto des Fahranfängers als Zweitwagen. Das macht den Tarif oft billiger, als wenn der Führerscheinneuling ein Auto auf seinen Namen versichert. Hat der Anfänger mit dem Auto einen Unfall, erhöht sich in der Regel nur der Zweitautotarif, nicht der des Erstautos. Begrenztes Risiko, aber bis zu 40 Prozent Ersparnis. "Elternregelung" kann Geld sparen Wenn keine Fahrerfahrung vorliegt, fängt man als Versicherter in der Regel in der Klasse 0 an. Erkundigt man sich beim Versicherer der Eltern, bietet der oft bessere Sonderkonditionen an. Je nach Versicherer kann man die Schadenfreiheitsklasse 1/2 oder besser bekommen und arbeitet schon – durch unfallfreies Fahren – für den eigenen Vertrag. Führerschein mit 17 bietet großen Vorteil Das Fahren mit Begleitung bringt erhebliche Ersparnisse, vor allem im ersten Jahr des eigenen Führerscheins. Dass der Anfänger mehr Fahrsicherheit erlangt, ist ein wichtiger Zusatzeffekt. Vorteil durch Führerscheine ab 16 Jahren Wurde die erste Fahrerlaubnis für einen Roller, ein Leichtkraftrad (50 bis 125 ccm) oder auch den Trecker für den landwirtschaftlichen Betrieb schon mit 16 erworben, nimmt der Versicherer an, dass der jeweilige Fahrer mehr Fahrpraxis besitzt. Genau das sorgt dann für einen günstigeren Versicherungstarif bei der Autoversicherung. Das bringt ein Telematik-Tarif Bei Telematik-Tarifen wird mittels GPS etwa Geschwindigkeit, Bremsverhalten, Kurvenverhalten oder Tageszeit gemessen – im Prinzip alles, was das Unfallrisiko beeinflusst. Die Daten werden an einen Dienstleister übermittelt, der sie zusammenfasst und dann an den Autoversicherer des Fahrers weitergibt. Bis zu 30 Prozent Ersparnis sind möglich. In Bezug auf Datenschutz muss man hier erwähnen, dass im Falle eines Unfalls mit Verdacht auf grobe Fahrlässigkeit die Polizei die Telematik-Daten verwerten will. Auch bei Straftaten, bei denen Polizei und Staatsanwaltschaft ein berechtigtes Interesse an den Daten nachweisen können, werden Daten weitergegeben. Auf das erste "richtige Auto" für Fahranfänger achten Das Typklassenverzeichnis des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für die Kfz-Versicherung spiegelt die Schadenhäufigkeit eines Modells wider. Typische Anfängerautos, die auch wegen des günstigen Preises populär sind, wie etwa VW Polo, Opel Corsa oder der Renault Clio sind dort höher eingestuft und deshalb bei der Versicherung kostspieliger. Ein anderes, vielleicht etwas teureres Modell kann im Versicherungsschutz günstiger sein. Fahrpraxis durch Carsharing-Angebot Hat man als Fahranfänger noch kein eigenes Auto, nutzt aber oft Carsharing, kann man damit auch Fahrpraxis nachweisen, die sich günstig auf einen zukünftigen Versicherungstarif auswirkt. In der Regel weist die Abrechnung der Carsharing-Firma die gefahrenen Kilometer aus. Also Rechnungen aufbewahren. Was Fahranfänger bei der Selbstbeteiligung beachten sollten Grundsätzlich kann der Versicherungsnehmer frei entscheiden, wie hoch die Selbstbeteiligung sein soll – also der Betrag, den man im Schadenfall bei einer Kasko-Versicherung selbst zahlen muss. Doch das führt zur Annahme, dass man hier sparen kann. Doch eine geringe Selbstbeteiligung macht den Tarif teuer. Richtwerte für die Selbstbeteiligung sind hier laut Tenhagen: 150 Euro bei der Teilkasko – und 300 bei der Vollkaskoversicherung. Nicht nur auf Vergleichsportale setzen Tarife vergleichen ist immer gut. Bekannte Portale sind unter anderem "Verivox.de" und "Check24.de" Wichtig zu wissen ist hier, dass nicht zwingend alle Versicherer bei diesen beiden großen Vergleichsportalen mitmachen, etwa die Huk24. Deshalb lohnt sich ein Extrablick auf deren Internetseite. Dann kann man die Ergebnisse der Portalabfrage auch noch mit deren Tarifen vergleichen. Was vor dem Vertragsabschluss noch wichtig ist Es zahlt sich aus, einen Versicherer zu finden, der Kunden mit ÖPNV-Jahreskarten oder einer Bahncard Vergünstigungen anbietet."Bei Jahreskarten liegt die Ersparnis zwischen vier und fünf Prozent, bei der Bahncard zwischen zwei und sieben Prozent. Auch die Zahlungsweise der Police ist wichtig: Jahreszahlung ist zu bevorzugen, denn laut Finanztip sind monatliche Zahlungen im Schnitt acht bis zehn Prozent teurer.