Klarna, PayPal und Co.: Inkasso trotz Zahlung – so wehren Sie sich

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Online-Shopping ist bequem – bis etwas schiefgeht. Dann beginnt für viele Kunden ein zäher Kampf mit Zahlungsdienstleistern. Wie Sie sich dagegen wehren können. Zahlungsdienstleister wie Paypal, Klarna und Co. machen Onlinekäufe schnell und bequem. Solange die Ware pünktlich und unbeschädigt ankommt, läuft alles reibungslos. Doch genau hier beginnt oft das Problem: Bleibt die Lieferung aus, kommt das Falsche an oder widerrufen Sie den Kauf, stoßen viele Betroffene auf Hürden. Laut Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen berichten Verbraucher immer wieder von schwieriger Kommunikation und ungelösten Konflikten mit Zahlungsdienstleistern. Hinzu kommt: Manche Anbieter verschicken schnell Mahnungen oder geben Forderungen an Inkassounternehmen weiter. Wie sollten Sie reagieren, wenn plötzlich Druck aufgebaut wird, obwohl das Problem noch gar nicht geklärt ist? Kaufen geht schnell – Streit zieht sich Online bestellen geht heute in wenigen Klicks. Oft versenden Händler die Ware noch am selben oder nächsten Werktag, große Plattformen sogar innerhalb weniger Stunden. In der Regel dauert es nur ein bis drei Tage, bis das Paket bei Ihnen ankommt. Einkäufe in Raten bezahlen: Jetzt kaufen, später zahlen – sinnvoll oder Schuldenfalle? Kommt es jedoch zu Problemen, sieht die Realität anders aus. Dann treffen oft mehrere Faktoren aufeinander: Händler, Zahlungsdienstleister und Versandunternehmen. Zuständigkeiten sind unklar, Abläufe werden kompliziert. "Wir stellen fest: Geht etwas beim Kauf schief, erhalten Kundinnen und Kunden nicht immer die notwendige Unterstützung. Im Gegenteil: Es wird unter Umständen komplizierter", sagt Philipp Rehberg, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Größtes Problem: Schlechte Kommunikation Besonders häufig kritisieren Kundinnen und Kunden die Kommunikation der Zahlungsdienstleister. Laut Angaben der Verbraucherzentrale fühlen sich viele Betroffene hingehalten – egal ob per Chat, Telefon oder E-Mail. Verantwortung werde oft zwischen Händler und Zahlungsdienstleister hin- und hergeschoben. Ein weiteres Problem: Mahnungen trotz Zahlung. Einige Verbraucher berichten, dass sie fristgerecht gezahlt haben und trotzdem Mahngebühren zahlen sollten. Selbst nach Zahlungsnachweis seien diese nicht immer gelöscht worden. "Besonders bei Rechnungskäufen stellen sich die Dienstleister aus Sicht vieler Betroffener auf die Seite der Händler, fordern weiterhin Zahlung und übergeben schnell an Inkassounternehmen", erklärt Rehberg. Mahnschreiben im Briefkasten? So bleiben Sie gelassen Schufa-Score im Faktencheck: Diese Irrtümer schaden Ihrer Kreditwürdigkeit Die Beschwerden nehmen seit Jahren zu. Der Experte zieht deshalb ein klares Fazit: Die Zusammenarbeit zwischen Onlinehändlern und Zahlungsdienstleistern garantiere offenbar nicht den reibungslosen Ablauf, den viele beim Onlineshopping erwarten. Was Sie jetzt tun können Probleme entstehen Rehberg zufolge besonders häufig beim Kauf auf Rechnung über externe Zahlungsdienstleister. Wichtig ist dann: Reagieren Sie früh und klar. "Wer beim Kauf auf Rechnung berechtigte Einwände hat, sollte der Forderung des Zahlungsdienstleisters zunächst deutlich widersprechen und keine Zahlung leisten", rät Rehberg. Schaltet der Anbieter ein Inkassounternehmen ein, gilt: Bleiben Sie aktiv. Teilen Sie Ihre Einwände schriftlich oder per E-Mail auch dem Inkassodienst mit. Zusätzlich können Sie sich bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschweren. Diese kann zwar keine Einzelfälle lösen, aber bei vielen Beschwerden gegen Unternehmen vorgehen und Veränderungen anstoßen. Wenn Sie nicht weiterkommen, holen Sie sich Unterstützung: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen berät kostenlos – vor Ort, telefonisch oder per Video.
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