Schmerzen im oberen oder im unteren Rücken haben meist harmlose Ursachen. In einigen Fällen sollten Betroffene aber genauer hinsehen, warnt ein Krebsexperte. Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Alltag. Viele Menschen spüren sie nach körperlicher Arbeit, nach langem Sitzen am Computer oder nach dem Schlafen in einer ungünstigen Position. Der Onkologe Dr. Dale Shepard von der renommierten Cleveland Clinic in den USA erklärt nun in einem Beitrag, dass solche Schmerzen in den meisten Fällen nichts mit Krebs zu tun haben. Besonders Menschen ohne eine frühere Krebserkrankung müssten sich bei Rückenschmerzen allein in der Regel keine großen Sorgen machen. Entscheidend sei für Ärzte vor allem der Zusammenhang mit anderen Beschwerden. Häufig stammen die Schmerzen vom sogenannten Bewegungsapparat. Dazu zählen Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bänder, die für Stabilität und Bewegung des Körpers verantwortlich sind. Wenn diese Strukturen überlastet werden oder sich verspannen, können Schmerzen im oberen oder unteren Rücken entstehen. Rückenschmerzen als Krebssignal? Rückenschmerzen allein gelten deshalb normalerweise nicht als Warnsignal für Krebs. Ärzte achten vielmehr darauf, ob zusätzliche Beschwerden auftreten oder sich der Schmerz ungewöhnlich entwickelt. Aufmerksam sollten Betroffene laut Onkologe Shepard werden, wenn sich neben den Rückenschmerzen weitere Symptome zeigen. Dazu gehört zum Beispiel eine ungewöhnlich starke Müdigkeit, die auch nach ausreichend Schlaf bestehen bleibt. Auch ein deutlicher Gewichtsverlust ohne Diät kann ein Hinweis sein, wenn etwa rund zehn Prozent des Körpergewichts ungewollt verloren gehen. Ebenso sollten neu auftretende Knoten oder Schwellungen, die nicht wieder verschwinden, ärztlich abgeklärt werden. Ein weiteres Warnzeichen kann sein, wenn Schmerzen mit der Zeit stärker werden, statt sich durch Ruhe zu bessern. Treten plötzlich Schmerzen an mehreren Körperstellen auf oder bleiben Beschwerden unerklärlich und halten lange an, raten Mediziner ebenfalls zu einer Untersuchung. Rückenschmerzen: Wann hilft Wärme – und wann Kälte? Expertin: Drei Krebs-Anzeichen können sich beim Abendessen zeigen Wenn Krebs Schmerzen im Rücken auslöst In seltenen Fällen können Rückenschmerzen tatsächlich mit einer Krebserkrankung zusammenhängen. Das passiert vor allem dann, wenn sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor lösen und sich in anderen Körperregionen ansiedeln. Fachleute sprechen dabei von Metastasen. Solche Metastasen können sich auch in den Knochen bilden, etwa in der Wirbelsäule. In diesem Fall entstehen häufig anhaltende Rückenschmerzen, die nicht mit einer Verletzung oder Überlastung erklärt werden können und über längere Zeit bestehen bleiben. Für Menschen, die bereits eine Krebsdiagnose erhalten haben, gewinnen neue Rückenschmerzen deshalb eine andere Bedeutung. Ärzte achten in solchen Fällen besonders darauf, ob sich die Erkrankung möglicherweise ausgebreitet hat. Einige Tumorerkrankungen streuen häufiger in die Knochen und können dadurch Rückenschmerzen auslösen. Dazu zählen vor allem: Lungenkrebs Prostatakrebs Brustkrebs Multiples Myelom Wann Sie Rückenschmerzen abklären lassen sollten Onkologe Shepard empfiehlt eine Untersuchung, wenn Rückenschmerzen über mehrere Wochen bestehen bleiben, den Alltag deutlich einschränken oder von anderen ungewöhnlichen Beschwerden begleitet werden. Auch Menschen, die bereits eine Krebserkrankung hatten, sollten neue Schmerzen im Rücken ärztlich abklären lassen.