Die Krise im Automobilbau bekommen auch die Beschäftigten zu spüren. Dabei geht es nicht allein um Stellenabbau. Ein deutscher Hersteller greift nun zu drastischen Mitteln. Wegen der schlechten Jahreszahlen erhalten die Mitarbeiter des Sportwagenbauers Porsche keine Prämie. "Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es für das Geschäftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben", teilte ein Konzernsprecher in Stuttgart mit. In den Boom-Jahren war Porsche für seine üppigen Prämien für die Beschäftigten bekannt. In Anlehnung an den Sportwagen 911 betrug die Prämie noch vor zehn Jahren 9.111 Euro. Für 2023 hatten sich Unternehmensführung und Betriebsrat noch auf eine Prämie von bis zu 9.690 Euro geeinigt. Ein Jahr später lag sie bei bis zu 5.250 Euro. In der Vergangenheit erhielten alle Beschäftigten an deutschen Standorten, die fest bei der Porsche AG und Tochtergesellschaften angestellt sind, die Sonderzahlung. Dazu gehören auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Porsche-Werks in Leipzig . Das sind derzeit mehr als 27.000 Menschen. Doch mit der Krise im Autobau kam die Wende. Das bekommen die Mitarbeiter nun zu spüren. Weniger Verkäufe und Rendite : VW senkt China-Prognose Porsche: Verkaufszahlen sinken drastisch Der VW-Konzern, zu dem Porsche gehört, steckt tief in der Krise. Derzeit baut Volkswagen bei der Kernmarke und vor allem den Töchtern Audi und Porsche in Deutschland zusammengenommen 50.000 Jobs ab, um Kosten zu senken. Allein Porsche-Beschäftigte gehen leer aus Die Krise in der Autobranche hat 2025 alle deutschen Hersteller getroffen. Allerdings zahlt die Konkurrenz – wenn auch teils deutlich gesunkene – Boni aus. Bei Mercedes-Benz erhalten die anspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter früheren Angaben zufolge voraussichtlich bis zu 3.139 Euro. Tarifbeschäftigte bei Volkswagen bekommen – entgegen einer früheren Absage – nun doch eine Prämie von 1.250 Euro. Und auch Audi und BMW beteiligen Berichten zufolge ihre Beschäftigten. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hatte Mitte März einen enormen Gewinneinbruch von 91 Prozent gemeldet. Der Konzernüberschuss sackte im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ab. 2024 waren es noch fast 3,6 Milliarden. Der Umsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro. Gründe für den Rückgang waren unter anderem die Neuausrichtung der Produktstrategie sowie zusätzliche Aufwendungen aus Batterieaktivitäten von rund 700 Millionen Euro. Hinzu kommen die Folgen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Import-Zölle in Höhe von rund 700 Millionen Euro. Zudem fanden die Elektro-Modelle von Porsche deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Vorstandschef Oliver Blume hat deshalb vor seinem Abgang noch die Strategie umgekrempelt – mehr Verbrenner im Angebot sollen wieder Schub geben. Allein dafür fielen Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro an. Die Schwaben müssen daher die Kosten deutlich senken und Stellen abbauen. Ein weiteres Sparprogramm wird aktuell verhandelt. Die mauen Zahlen haben auch Folgen für die Porsche-Führung: Einen Jahresbonus gab es für die Vorstandsmitglieder nicht. Außerdem werde die Grundvergütung des Managements – wie bereits im Vorjahr – nicht erhöht, teilte ein Sprecher mit. Die Aktionäre können aber voraussichtlich mit einer Dividende rechnen. Diese soll sich nach dem Willen des Vorstands mehr als halbieren – von 2,31 Euro je Vorzugsaktie auf 1,01 Euro.