Leber: So erkennen Sie, ob Sie Schäden am Organ haben

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Alkohol, fettes Essen, Medikamente, aber auch Hepatitisviren können die Leber schädigen. Wie Sie frühzeitig merken, dass das Entgiftungsorgan krank ist. Beim Abbau schädlicher und giftiger Substanzen spielt die Leber eine wichtige Rolle. Sie ist ein wahrer Reparaturkünstler und kann sogar nachwachsen. Wird das Organ jedoch dauerhaft überfordert, drohen schwere Folgeschäden. Die Leber leidet lange Zeit im Stillen. Da sie in ihrem Inneren keine Nervenzellen besitzt, treten in der Regel keine Schmerzen auf. Das macht es für den Patienten schwer, einen Leberschaden frühzeitig zu erkennen. Dennoch gibt es eine Reihe spezifischer und unspezifischer Symptome, die auf eine mögliche Lebererkrankung hinweisen. Lesen Sie hier, bei welchen Warnzeichen Sie hellhörig werden sollten. Warnsignal Nr. 1: Gelbfärbung der Haut und der Augen Das bekannteste und augenfälligste Merkmal einer Lebererkrankung ist die sogenannte Gelbsucht. Sie äußert sich in einer Verfärbung der Haut, des Augenweiß und der Schleimhäute. Die gelbe Farbe entsteht durch eine Ansammlung des gelben Gallenfarbstoffs Bilirubin im Blut und im Gewebe. Allerdings stellt die Gelbsucht kein Frühsymptom dar, sondern entwickelt sich meist erst im Laufe einer Lebererkrankung. Mehr zu Gelbsucht lesen Sie hier . Häufige Ursachen für eine Gelbsucht sind eine Virushepatitis, eine alkoholbedingte Lebererkrankung oder Verstopfungen des Gallengangs. Auch schwere Erkrankungen wie eine Leberzirrhose oder Leberkrebs können dazu führen, dass sich zu viel Bilirubin im Blut ansammelt. Daher sollte bei entsprechenden Verfärbungen der Haut und der Augen umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Warnsignal Nr. 2: Dunkelbrauner Urin Wird zu wenig Flüssigkeit getrunken, ist der Urin gewöhnlich dunkler als normal. Daher muss brauner Urin nicht zwangsläufig auf eine Lebererkrankung hinweisen. Wenn aber ausreichendes Trinken nicht zu einer Aufhellung führt, liegt der Verdacht auf ein Leberleiden nahe. Denn dunkelbrauner Urin kann ein Hinweis auf ein Übermaß an Bilirubin im Urin sein. Sowohl Erkrankungen der Leber als auch der Galle können dahinterstecken und sollten ärztlich abgeklärt werden. Warnsignal 3: Druckgefühl im rechten Oberbauch Mehr als jeder vierte Deutsche über 40 Jahren hat eine Fettleber . Sie kann sich stark vergrößern, was dazu führt, dass zunächst ein Spannungs- und Druckgefühl im rechten Oberbauch in der Gegend über der Leber entsteht. Später können dumpfe Schmerzen dazukommen. Auch Blähungen oder Durchfall können Hinweise auf eine Fettleber sein. Warnsignal Nr. 4: Müdigkeit und Schwäche Abgeschlagenheit kann viele Ursachen haben, wird aber auch im Zusammenhang mit Lebererkrankungen häufig beobachtet. Warum das so ist, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Hält der Zustand der Müdigkeit länger an und lässt sich nicht erklären, sollte daher ein Arzt aufgesucht werden. Eine gründliche Untersuchung und ein Check der Leberwerte geben Aufschluss über eine mögliche Erkrankung des Entgiftungsorgans. Warnsignal Nr. 5: Chronischer Juckreiz Eine Lebererkrankung kann quälenden Juckreiz am ganzen Körper auslösen. Er wird durch Gallensäuren und andere Gallenbestandteile verursacht, die sich infolge einer Stauung im Blut anhäufen und daraufhin in der Haut ablagern. Gelegentlich treten sogenannte scarlatiniforme Exantheme auf. Dabei handelt es sich um eine große Anzahl kleiner roter Pusteln auf der Haut. Außerdem können sich Gelenkschmerzen , Gliederschmerzen und Schmerzen in den Beinen bemerkbar machen. Warnsignal Nr. 6: Lebersternchen Sternförmige, spinnenartige Äderchen an Kopf, Hals, Brust oder Armen können ein Hinweis auf eine kranke Leber sein. Diese kleinen erweiterten Venen werden deshalb auch als Lebersternchen bezeichnet. Im Gesicht zeigen sie sich häufig zuerst an Druckstellen unter der Brille. Experten vermuten, dass Lebersternchen durch gefäßaktive Substanzen entstehen, die für Lebererkrankungen typisch sind. Da Lebersternchen aber auch ein früher Hinweis auf schwerwiegende Erkrankungen sein könnten, sollten diese Hautveränderungen in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden. Immerhin zeigen sich diese Hautveränderungen bei rund 90 Prozent aller Patienten mit einer Leberzirrhose. Warnsignal Nr. 7: Verdauungsstörungen und Blähungen Eine wichtige Funktion der Leber ist die Produktion von Galle zur Unterstützung der Verdauung . Sie unterstützt dadurch die Aufnahme der Nährstoffe im Dünndarm und ist sehr wichtig für die Fettverdauung. Bei einer gestörten Leberfunktion kann es daher zu Verdauungsproblemen kommen. Ist die Gallenproduktion gestört, können durch übermäßige Luft- und Gasansammlung Blähungen entstehen. Häufig steigt auch die Überempfindlichkeit gegenüber fetthaltigen Nahrungsmitteln und Alkohol. Da Verdauungsstörungen im Zuge zahlreicher Erkrankungen auftreten können, ist eine gründliche internistische Untersuchung notwendig, um die Ursachen zu klären. Warnsignal Nr. 8: Nasenbluten und Blutergüsse Wenn die Leber zu wenige Gerinnungsfaktoren produziert, kann es dazu kommen, dass Nasenbluten verstärkt auftritt und selbst kleine Verletzungen stark bluten. Auch blaue Flecken (Hämatome) entstehen leichter, wenn eine Schädigung der Leber vorliegt. Im Zuge einer Leberzirrhose kommt es häufig zu einem erhöhten Blutdruck in der Pfortader (Pfortaderhochdruck), einer Vene, die sauerstoffarmes und nährstoffreiches Blut in die Leber transportiert. Das hat zur Folge, dass sich Krampfadern in der Speiseröhre und im Magen bilden. Sie können aufbrechen und zu lebensbedrohlichen Blutungen führen. Hierbei ist ein Erbrechen von Blut ebenso möglich wie pechschwarzer Stuhl (Teerstuhl) durch verdautes Blut. Bei diesen Warnzeichen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Warnsignal Nr. 9: Appetitlosigkeit und Gewichtsveränderung Bei fast allen Lebererkrankungen kommt es zu Appetitstörungen. Die Patienten essen nur noch wenig und verlieren zunehmend an Körpergewicht. Bei Lebererkrankungen im fortgeschrittenen Stadium kommt es häufig zu Wasseransammlungen im Bauch (Aszites) oder in den Beinen (Ödeme). Diese führen dazu, dass scheinbar ein höheres Körpergewicht vorliegt. So stellt der Arzt eine Lebererkrankung fest Viele der genannten Symptome können, müssen aber nicht zwangsläufig in Zusammenhang mit einer Lebererkrankung stehen. Halten die Symptome aber länger als drei Tage an oder treten zusammen mit anderen Warnsignalen auf, sollten Sie die Ursachen abklären lassen. Um eine möglichst genaue Diagnose stellen zu können, können Ärzte unterschiedliche Untersuchungen durchführen: körperliche Untersuchung wie Abtasten und Abklopfen des Bauches Blutuntersuchung mit Bestimmung der Leberwerte bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie und Kernspinresonanzspektroskopie Bauchspiegelung Leberbiopsie (Entnahme einer Gewebeprobe aus der Leber) Leberproblemen vorbeugen: Ernährung und Lebensstil Eine gesunde Lebensweise kann Leberschäden vorbeugen und dem Organ helfen, sich wieder zu regenerieren. Hierzu gehören: Verzicht auf Alkohol und Drogen ausgewogene, fettarme und vitaminreiche Kost Übergewicht reduzieren regelmäßige Bewegung gute Blutzuckereinstellung Vor einer Leberentzündung infolge einer Hepatitis A kann man sich schützen, indem man besonders auf Reisen Hygienemaßnahmen beim Essen, Trinken und auf Toiletten beachtet. Je nach Reiseziel ist auch eine Impfung gegen Hepatitis A empfehlenswert. Um sich vor Hepatitis-B-Viren zu schützen, die über Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen werden können, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für alle Kinder eine Standardimpfung.
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