Magengeschwür: Helfen Hausmittel?

latest news headlines 3 tage vor
Flipboard
Viele Magenprobleme lassen sich mit Hausmitteln lindern oder gar beseitigen. Aber gilt das auch für ein Magengeschwür? Welche Behandlung wirklich hilft. Wer ein Magengeschwür hat – oder vermutet, eins zu haben –, versucht unter Umständen zunächst, es ohne ärztliche Hilfe selbst zu behandeln. Im Internet werden Hausmittel-Fans schnell fündig. Zum Beispiel sollen roher Kohlsaft, Brokkoli, Aloe-vera-Saft oder Ingwer bei Magengeschwüren helfen. Doch wie vielversprechend sind solche Hausmittel?Brokkoli gegen Magengeschwür: Hilft das?Ein mögliches Hausmittel soll Brokkoli sein, genauer: der darin enthaltende sekundäre Pflanzenstoff Sulforaphan. Er soll bei Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüren helfen, die durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen wurden.Sulforaphan ist nicht nur in Brokkoli, sondern auch in Blumenkohl und vielen anderen Kohlsorten sowie in Sauerkraut, Kresse oder Radieschen zu finden. Der Stoff soll Helicobacter pylori abtöten können, sodass das Magengeschwür ausheilen kann. Noch besser als Brokkoli sollen Brokkolisprossen helfen. Die wenige Tage alte Keimlinge enthalten mehr Sulforaphan als herkömmlicher Brokkoli.Aber kann Brokkoli wirklich als Hausmittel gegen Magengeschwüre helfen? Diese Frage lässt sich bislang nicht beantworten. Laborversuche weisen zwar darauf hin, dass Sulforaphan das Bakterium Helicobacter pylori beseitigen kann. Aus Versuchen im Reagenzglas lässt sich aber nicht schließen, ob Sulforaphan auch bei Personen mit Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür hilft. Hinzu kommt, dass nicht jedes Magengeschwür durch Helicobacter pylori ausgelöst wird.Magengeschwür: Welche Ursachen infrage kommenBislang gibt es keine Studien mit Versuchspersonen, in denen erforscht wurde, wie sich der Verzehr von großen Mengen Brokkoli auf den Magen auswirkt. In einzelnen Versuchen wurden Brokkolisprossen verwendet. Jedoch ist die Wirkung nicht ausreichend an Menschen mit Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür untersucht worden, oder die Studien wiesen erhebliche Mängel auf. Um eindeutige Aussagen treffen zu können, ist also weitere Forschung nötig.Weitere mögliche Hausmittel gegen MagengeschwürNicht nur Brokkoli, auch andere Lebensmittel sollen bei einem Magengeschwür hilfreich sein. So sollen Knoblauch, Kamille, Zwiebeln oder Honig das Wachstum von Helicobacter pylori hemmen. Aloe-vera-Saft soll – mehrmals täglich getrunken – die Magensäureproduktion bremsen und so ein Magengeschwür abheilen lassen.Fest steht jedoch: Es gibt keine aussagekräftigen und wissenschaftlichen fundierten Studien, die eindeutig belegen, dass diese Hausmittel tatsächlich gegen ein Magengeschwür helfen.Ein Magengeschwür heilt in manchen Fällen von allein ab. Ob ein Hausmittel tatsächlich im Einzelfall geholfen hat, kann die Anwenderin oder der Anwender daher nicht sicher beurteilen.Behandlung gehört in ärztliche HändeEin Magengeschwür ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Ohne ärztliche Behandlung steigt das Risiko für Komplikationen. Dazu zählen etwa Blutungen oder – wenn auch selten – ein lebensbedrohlicher Magendurchbruch. Dabei entsteht in der Magenwand ein Loch, sodass Mageninhalt in die Bauchhöhle gelangen kann.Wer an einem Magengeschwür erkrankt ist (oder glaubt, eines zu haben), sollte sich also nicht auf Hausmittel verlassen. Grundsätzlich sollten Personen immer ärztlichen Rat suchen, wenn Beschwerden länger anhalten oder sich verschlechtern. Eine ärztliche Untersuchung ist nötig, um festzustellen, ob wirklich ein Magengeschwür vorliegt – und wenn ja, auf welche Ursachen es zurückzuführen ist. Dafür wird die Ärztin oder der Arzt in der Regel eine Magenspiegelung veranlassen.Beschwerden lindern: Was Erkrankte tun könnenUnterstützend zur ärztlichen Behandlung können Erkrankte die Symptome lindern, indem sie für Ruhe und Entspannung sorgen. Rauchen sollte – zumindest vorübergehend – tabu sein. Bestimmte Lebensmittel können die Beschwerden verstärken. Welche das sind, ist von Person zu Person verschieden. Oft zählen scharfe, fettige Speisen dazu. Als wohltuend empfinden Betroffene hingegen oft Tee mit Kamille, Fenchel oder Anis.Wer häufig Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika einnimmt (etwa Diclofenac oder Ibuprofen), sollte darauf nach ärztlicher Rücksprache möglichst verzichten.
Aus der Quelle lesen