Offene Worte über ihre private Geschichte. Marianne Sägebrecht spricht über ein traumatisches Kapitel innerhalb ihrer Familie: Ihren Vater konnte sie nie kennenlernen. Kurz vor ihrer Geburt verlor Marianne Sägebrecht ihren Vater. Die 80-jährige Schauspielerin hat mit "Bild" über dieses prägende Familiendrama gesprochen. Sie offenbarte: "Mein Vater wurde erschossen." Demnach traf Sägebrechts Vater Georg im April 1945 – kurz vor Kriegsende – der Schuss eines Heckenschützen. Er war damals gerade einmal 30 Jahre alt und Sägebrechts Mutter im sechsten Monat schwanger. ARD-Star Janina Hartwig: Sie liebte einen "Tatort"-Kommissar Ex von NDW-Sänger: Sie ist die Frau von "Bergdoktor"-Star Hans Sigl Sägebrechts Vater war zu Weihnachten 1944 eingezogen worden, kehrte aber aufgrund einer schweren Armverletzung aus seinem Einsatz in Polen zurück. Er konnte nicht mehr kämpfen und wurde lediglich zur Bewachung eines Lazaretts bei Kassel eingesetzt. Als die amerikanischen Truppen Anfang April 1945 eintrafen, hingen bereits weiße Leinentücher als Zeichen der Kapitulation. "Er sagte: 'Wir haben es geschafft. Bald ist Frieden'", berichtete Sägebrecht über die letzten Tage ihres Vaters. Doch dann traf ihn der Schuss in den Rücken. "Er wollte keinen Sohn, der in den Krieg muss" Georg Sägebrecht überlebte danach noch vier Tage unter starken Schmerzen. In dieser Zeit sprach er immer wieder von seinem ungeborenen Kind. "Mein Vater sagte: Es wird eine Tochter. Sie soll Marianne heißen", erzählte die Schauspielerin. "Er wollte keinen Sohn, der auch wieder in den Krieg muss." Am 27. August 1945 kam Marianne Sägebrecht zur Welt. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. "Ich bin ein Kind der Stunde Null", sagt sie zur "Bild"-Zeitung. Sägebrechts Vater wurde bei Kassel begraben. Später erfuhr sie viel über ihn von seiner Zwillingsschwester. "Ich weiß, wie er dachte. Und ich bin stolz, dass er mein Vater ist", sagte sie. Trotz dieser schweren Familiengeschichte hat Sägebrecht, die gerade im ARD-Krimi "Watzmann ermittelt" zu sehen war, für sich ein Lebensprinzip gefunden: "Das Wichtigste ist, dass man nicht nach draußen schimpft, sondern seinen eigenen Frieden herstellt." Vergebung und innerer Frieden seien für sie zentral.