Maxim Naumow: Eiskunstläufer zeigt Foto und bricht in Tränen aus

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Nach der Kür bricht es aus Maxim Maumow heraus: Der Eiskunstlauf-Star kann seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ein Foto in seinen Händen verweist auf eine Tragödie. Die Gala von Ilia Malinin geriet bei den US-Meisterschaften in St. Louis fast zur Nebensache. Während der Eiskunstlauf-Weltmeister sich für die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar) warmlief, spielten sich nach dem Kurzprogramm von Maxim Naumow ergreifende Szenen ab. Der 24-jährige US-Athlet saß am Donnerstag neben seinem Trainer Wladimir Petrenko auf der Bank und wartete wie üblich auf die Wertung der Punktrichter. Doch dann brach der in Hartford, im US-Bundesstaat Connecticut, geborene Eiskunstläufer in Tränen aus. "Ich habe mich sehr bemüht, sie zurückzuhalten, aber die Tränen werden fließen", sagte Naumow dem US-Sender NBC. "Es ist wirklich schwer, meine Fassung zu bewahren. Ich liebe [meine Eltern] und sie sind hier bei mir." Naumow hielt ein Bild hoch, das ihn als zweijähriges Kind auf den Schultern seines Vaters Wadim Naumow zeigte. Daneben sitzt seine Mutter Jewgenija Schischkowa. Beide waren erfolgreiche Eiskunstläufer. Sie gewannen 1994 die Goldmedaille im Paarlauf bei den Weltmeisterschaften in Chiba, Japan. Der US-Athlet küsste das Bild und hielt seine Emotionen nicht zurück. Denn seine Eltern starben bei einem tragischen Flugzeugunglück bei Washington D.C. im Januar 2025, als eine American Airlines-Maschine von einem US-Militärhubschrauber gerammt wurde und in den Potomac stürzte. Keiner der 67 Menschen an Bord überlebte. "Ich denke einfach an sie – an ihr Lächeln, ihr Lachen, was sie zu mir sagen, ihre Worte – und spiele das alles in meinem Kopf immer wieder ab", sagte er. "Ich liebe sie." Naumow war vom Publikum bei den US-Eiskunstlauf-Meisterschaften gefeiert worden. Jeder wusste um die tragische Geschichte, die der 24-Jährige mit aufs Eis brachte. Sein großes Ziel war es, das Ticket für die Olympischen Winterspiele zu lösen. Er bewarb sich um einen von drei noch offenen Plätzen für den Kader, der im Februar in Cortina d'Ampezzo um Edelmetall kämpft. Naumows Traum geht in Erfüllung Als die Punkte der Kampfrichter kamen, war klar, dass Naumow zunächst Vierter nach dem ersten Durchgang wurde. Dabei war ihm die Nervosität bei seinem Kurzprogramm am Donnerstag zu Chopins "Nocturne Nummer 20" zunächst anzumerken. Er leistete sich einige Wackler, fing sich dann aber und steigerte seine Darbietung. "Das war unglaublich, so kraftvoll, so stark von ihm", zollte Superstar Malinin seinem Konkurrenten Respekt. Danach gefragt, was seine Eltern wohl zu der Leistung gesagt hätten, antwortete Naumow: "Du musst ein wenig selbstbewusster beim Salchow sei. Das hätte mein Vater sicher gesagt". Vor allem wünschten sich seine Eltern, dass er einmal bei den Olympischen Winterspielen starten möge. "Das war auch das Thema des letzten Gespräches mit meinen Eltern. Und es würde mir unglaublich viel bedeuten, es zu schaffen", sagte Naumow. Bei der Kür am Samstag sicherte er sich dann tatsächlich den dritten Platz, hinter dem als "Vierfach-Gott" gefeierten Goldfavoriten Malinin und dem Zweitplatzierten Andrew Torgaschew. Am Sonntag kam dann die für Naumow erlösende Nachricht: Er wurde für das Olympia-Team der US-amerikanischen Eiskunstläufer nominiert. Sein Traum ist damit in Erfüllung gegangen – und damit auch der Traum seiner verstorbenen Eltern.
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