Meryl Streep teilt ungewohnt klare Worte. Die Oscarpreisträgerin schildert, wie stark sich die Spielregeln in Hollywood verändert haben. Meryl Streep meldet sich mit "Der Teufel trägt Prada 2" und einem Seitenhieb in Richtung Hollywood zurück. Neben ihr als Chefredakteurin Miranda Priestly sind auch Anne Hathaway , Emily Blunt und Stanley Tucci wieder Teil der Filmbesetzung. Damit knüpft die Fortsetzung viele Jahre nach dem ersten Film an die bekannte Geschichte an. Bei einem Interview in London sprachen Streep und Tucci jedoch nicht nur über den Film, sondern auch über Veränderungen in der Branche. Streep erklärte der "Bild"-Zeitung: "Die Modetrends kommen heute zack, zack, zack. Es gibt ja auch keine Jahreszeiten mehr. Und ganz nebenbei brauchen wir nicht mal mehr Mäntel. Ich glaube, wir alle versuchen, unsere Balance zu finden in dieser neuen Welt. In jeder Art von Business, in der Familie, in der Schule, in den Universitäten." Nach Aus von Fellner und Eisner: Sie bleibt weiterhin beim Wiener "Tatort" "Brauchst eine bestimmte Anzahl an Followern" Besonders kritisch äußerte sie sich zu den Einstiegschancen für Nachwuchstalente. Laut Streep spielten soziale Netzwerke heute eine zentrale Rolle: "Ich habe drei Töchter, die Schauspielerinnen sind. Ich bin mit vielen jungen Schauspielerinnen befreundet. Daher weiß ich: Wenn du heute anfangen willst, brauchst du schon eine bestimmte Anzahl an Followern, bevor du überhaupt zum Vorsprechen eingeladen wirst. Die zählen wirklich deine – wie heißt das – Instagram-Follower." Auch das Casting habe sich grundlegend verändert. Streep sagte: "Ich denke, ich würde mich umbringen! Wir haben angefangen in einer Zeit, in der man noch persönlich vorgesprochen hat. Das ist ja auch vorbei." Man könne nur noch online vorsprechen: "Du musst dir also zu Hause ein Set aufbauen, dein eigenes Licht, deine eigene Kamera, und anschließend etwas verschicken. Dann wischen sie durch, und wenn das, was du da bei dir zu Hause gemacht hast, nicht gefällt, dann wischen sie dich weiter, wie bei Tinder", so Streep, die sicher ist, dass man auf diese Art jedoch nicht beurteilen könne, ob jemand gut oder schlecht ist: "Alles sieht gleich aus, alle sehen gleich aus. Furchtbar."