Missbrauchskomplex Münster: 14 Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs

3 monate vor


Missbrauchskomplex von Münster | 14 Jahre Haft für den Hauptangeklagten | 28-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt | Haftstrafen auch für weitere Angeklagte. Bis zu 14 Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung: Im Hauptprozess um den Missbrauchskomplex Münster sind die vier angeklagten Männer am Dienstag zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Das Landgericht der nordrhein-westfälischen Stadt verhängte darüber hinaus fünf Jahre Haft gegen die Mutter des 28-jährigen Hauptbeschuldigten, die von den Taten ihres Sohns wusste und sich wegen Beihilfe verantworten musste. Die Richter sahen es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass die vier angeklagten Männer im Alter zwischen 28 und 43 Jahren Kinder schwerst sexuell missbraucht hatten. Der als Hauptbeschuldigter geltende Adrian V. aus Münster hatte sich laut Anklage gemeinsam mit weiteren Tätern teils über Tage in einer Gartenlaube an den Opfern vergangen und Aufnahmen davon im Darknet verbreitet. Er wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt. Bei den übrigen drei Beschuldigten handelte es sich um einen 31-Jährigen aus Staufenberg bei Gießen, einen 36-Jährigen aus Hannover und um einen 43-Jährigen aus dem brandenburgischen Schorfheide. Die Männer sollen ihre Opfer bei den Taten mit KO-Tropfen gefügig gemacht haben. Mit den Urteilen folgte das Gericht im Wesentlichen den Plädoyers der Staatsanwaltschaft. Bei der mündlichen Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende Richter Matthias Pheiler von einem "grauenhaften Geschehen". Die Taten der Beschuldigten seien "zutiefst verstörend", die Videoaufnahmen davon zeugten von deren Skrupellosigkeit. Die Aufnahmen hätten zudem den Anschein erweckt, als sei sexueller Missbrauch "trauriger Alltag" der geschädigten Kinder, sagte er. "Das Verfahren hat auch ganz deutlich gezeigt, wie pädophile Täter vorgehen: Sie täuschen, sie lügen, sie manipulieren ihr Umfeld", fügte der Vorsitzende Richter an. Im Prozess hätten die Angeklagten "gegrinst", teils sogar "laut gelacht", was die Kammer so noch nicht erlebt habe. Einzig positiv zu bewerten sei, dass keines der Opfer vor Gericht habe aussagen müssen. Der Missbrauchskomplex von Münster war vor etwas mehr als einem Jahr bekannt geworden. Im Zentrum der Ermittlungen standen mehr als 20 Stunden lange Videoaufnahmen von den Taten in der Laube, bei Durchsuchungen wurden diverse Speichermedien mit Kinderpornografie entdeckt. Die Arbeit der Polizei ist nicht beendet. Durch die Auswertung der Beweismittel geraten immer neue Verdächtige ins Visier. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) nannte das Urteil am Dienstag "ein wichtiges Etappenziel in einem besonders brutalen Fall mit vielen Mittätern". Die Bemühungen der Ermittler seien aber noch lange nicht beendet, sagte er den Sendern RTL und n-tv. Die Polizei stehe dabei indes vor einer "Riesenaufgabe". Bei den Beweismitteln handle es sich um eine "unfassbare Datenmenge". Dazu komme die seelische Belastung. #Missbrauch #Münster #Urteil Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Abonniere den WELT YouTube Channel http://bit.ly/WeltVideoTVabo Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Unsere Reportagen & Dokumentationen http://bit.ly/WELTdokus Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 WELT Nachrichtensender auf Instagram https://bit.ly/IGWELTTV WELT auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Video 2021 erstellt
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