Mitversicherung vor dem Aus - Ausnahmen bei Familienversicherung geplant

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Die beitragsfreie Familienversicherung soll abgeschafft werden. Nun prüft die Bundesregierung aber Ausnahmen für Eltern und Pflegende. Die kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen in der gesetzlichen Krankenversicherung soll abgeschafft werden. So lautet einer der 66 Reformvorschläge, die eine Expertenkommission am vergangenen Montag Bundesgesundheitsministerin Nina Warken präsentiert hat. Nach Protesten von Gewerkschaften und Versicherten rückt die Bundesregierung jedoch offenbar von einer Komplettstreichung ab. Dies berichtet der "Spiegel". So diskutieren Fachpolitiker von Union und SPD derzeit über mögliche Ausnahmen für Eltern, aber auch für pflegende Angehörige. "Die Frage nach der beitragsfreien Mitversicherung beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger", zitiert der "Spiegel" Dirk Wiese, den Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Wenn Kitaplätze fehlten oder Angehörige gepflegt werden müssen, sei es für Betroffene schwierig bis unmöglich, eine Erwerbsarbeit aufzunehmen. "Das nehmen wir sehr ernst", betonte Wiese. 3,5 Milliarden Euro Einsparpotenzial In der gesetzlichen Krankenversicherung können Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder beitragsfrei in der sogenannten Familienversicherung mitversichert werden, wenn sie nicht selbst versicherungspflichtig sind und ein bestimmtes Einkommen nicht überschreiten. Die Finanzkommission Gesundheit hatte vorgeschlagen, diese kostenlose Mitversicherung abzuschaffen. Künftig sollte nur noch Eltern mit Kindern unter sechs Jahren diese Möglichkeit eingeräumt werden. Alle übrigen Ehe- und Lebenspartner sollten laut Kommission 240 Euro im Monat für ihre Krankenversicherung zahlen. Dies würde zu Mehreinnahmen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro führen. Gesundheitsministerin Warken hatte bereits angekündigt, die Vorschläge der Kommission nicht eins zu eins übernehmen zu wollen. "Zum Beispiel leisten etwa pflegende Angehörige einen so wichtigen Beitrag, dass ich es schwer begründbar finde, sie an dieser Stelle finanziell zu belasten", sagte sie zur "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Mehrheit der Deutschen lehnt Abschaffung ab Über die Familienversicherung sind derzeit rund 16 Millionen Familienangehörige beitragsfrei mitversichert. Der Großteil davon sind Kinder. Von einer Reform wären – je nach Machart – rund drei Millionen Menschen betroffen. In der Bevölkerung wird der Vorschlag zur Abschaffung der Familienversicherung überwiegend kritisch gesehen. In einer repräsentativen Insa-Umfrage, über die "Bild" am Sonntag berichtete, sprachen sich 57 Prozent der Deutschen gegen eine Abschaffung aus. Nur 28 Prozent befürworteten ein Ende der kostenlosen Mitversicherung.
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