Minus im Depot? Rendite-Dreiecke zeigen, dass es sich lohnt, in schwierigen Zeiten investiert zu bleiben. t-online erklärt, wie Sie die Grafik entschlüsseln. Wenn Aktienkurse plötzlich abrutschen, fühlen sich viele Anleger wie im freien Fall: War der ETF -Kauf ein Fehler? Sollte man lieber verkaufen, bevor der Verlust im Depot noch größer wird? Gerade in Phasen, in denen politische Schlagzeilen die Börsen bewegen, etwa durch neue Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump , werden Schwankungen an der Börse schnell zur Nervenprobe. Ein einfaches Werkzeug kann dann helfen, wieder klarer zu denken: die Rendite-Dreiecke des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Sie zeigen auf einen Blick, warum Geduld an der Börse die beste Strategie ist und wie stark sich langfristiges Investieren in der Vergangenheit ausgezahlt hat. Das Institut hat nun die neuesten Versionen veröffentlicht. Was ist ein Rendite-Dreieck? Ein Rendite-Dreieck ist eine historische Übersicht, die zeigt, wie hoch die durchschnittliche Rendite pro Jahr war, je nachdem, wann Sie mit dem Investieren in einen bestimmten Aktienkorb angefangen haben und wie viele Jahre Sie investiert geblieben sind. Das DAI stellt vier verschiedene Rendite-Dreiecke zur Verfügung: für den Weltaktienindex MSCI World bei einer Geldanlage per Sparplan , für den deutschen Leitindex Dax bei einer Einmalanlage, für den Dax bei einer Sparplananlage und für den Eurozonen-Index Euro Stoxx 50 bei einer Einmalanlage. Wichtig: Die Grafiken zeigen Vergangenheitswerte. Sie sind keine Garantie für die Zukunft. Trotzdem sind sie hilfreich, um die Vorteile des langfristigen Investierens besser zu verstehen. ETF-Strategie: Was lohnt mehr – Einmalanlage oder Sparplan? Dax unter Druck: So reagieren Anleger richtig auf neue US-Zölle So lesen Sie ein Rendite-Dreieck richtig Die Rendite-Dreiecke sehen auf den ersten Blick kompliziert aus, sind aber logisch aufgebaut. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie sie richtig lesen. 1. Y-Achse: Startjahr Ihrer Geldanlage auswählen Beginnen Sie rechts oben bei "Start". Auf dieser senkrechten Achse finden Sie die Jahre, in denen ein Sparplan oder eine Einmalanlage beginnen. Beispielhaft ist in der Grafik ein Sparplan auf den MSCI World ausgewählt, der Ende 2001 gestartet ist. 2. X-Achse: Endjahr Ihrer Geldanlage auswählen Weiter wird in diesem Beispiel angenommen, dass der Sparplan bis zum Jahr 2018 lief. Gehen Sie nun vom Jahr 2001 horizontal nach links bis zum Endjahr 2018, landen Sie beim Wert 7,9 (in der Grafik weiß eingekreist). Das ist die jährliche durchschnittliche Rendite. Eine monatliche Geldanlage von Ende 2001 bis Ende 2018 brachte historisch also eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,9 Prozent. Was bedeuten die Farben? Die Dreiecke arbeiten zusätzlich mit Farben. Grün bedeutet "positive Rendite", Weiß "Rendite um null" und Rot steht für "negative Rendite". Dabei fällt eine Sache auf: Grün überwiegt deutlich. Und die Wahrscheinlichkeit, ein grünes Feld zu erwischen, steigt mit der Spardauer in Jahren. Hätten Sie den Sparplan aus dem Beispiel oben 2001 gestartet und 2002 schon wieder beendet, hätten Sie ein Minus von 33,8 Prozent gemacht. Damals brachte das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase viele Anleger in Schwierigkeiten, die auf kurzfristige Gewinne aus waren. Wer hingegen nur ein Jahr weiter dran geblieben ist, wäre mit seinem Depot schon wieder im Plus gewesen. Bis 2005 hätten Sie sogar eine jährliche Rendite von 12,7 Prozent eingefahren. Finanzmarkt in der Krise: Wie kommt es zu einem Börsencrash? Ihr Weg an die Börse: Von der Weltwirtschaft profitieren mit ETFs Die Finanzkrise 2008 hätte Ihnen zwar noch mal einen ordentlichen Dämpfer verpasst, doch egal, in welchem Jahr Sie den Sparplan anschließend aufgelöst hätten – Sie hätten keinen Verlust gemacht. Hätten Sie von 2001 bis 2025 durchgezogen, hätten Sie sogar eine jährliche Rendite von 10,7 Prozent eingestrichen. Und das, obwohl Sie sowohl die Dotcom-Krise als auch die Finanzkrise mitgenommen haben. Die Einbrüche während der Corona-Pandemie sind bei dieser Anlagedauer schon gar nicht mehr ersichtlich. Was bedeuten die gezackten Linien? Was zu den dicken, weiß gezackten Linien in der Grafik führt: Sie markieren verschiedene Spardauern in Schritten von fünf Jahren. Besonders bemerkenswert hierbei: Erreichen Sie eine Spardauer von 15 Jahren, also die dritte gezackte Linie von oben, finden sich darunter ausschließlich grüne Kästchen. Das bedeutet: Wer sein Geld mindestens 15 Jahre per Sparplan in den MSCI World angelegt hat, war am Ende nie im Minus. Völlig egal, in welchem Jahr er mit der Anlage begonnen und wann er mit ihr aufgehört hat. Bei Börsenturbulenzen Ruhe bewahren Sollten die Kurse aufgrund politischer oder wirtschaftlicher Unsicherheiten gen Boden rauschen, lohnt sich also ein Blick auf diese Grafik. Sie zeigt, dass Schwankungen an der Börse dazugehören . Es gilt, diese auszuhalten, statt beim ersten Anzeichen von Krise überstürzt zu verkaufen. So geben Sie dem Markt die Chance, sich zu erholen – und damit auch Ihrer Geldanlage.