München | "Blue Lane": Wird die linke Autobahnspur zur Umweltspur?

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München könnte eine Umweltspur bekommen – für E-Autos, Fahrzeuge mit mehr als drei Insassen und Taxis. Doch bislang ist unklar, ob das realisierbar ist und wer die Spur bezahlt.Schneller von der Messe in München-Riem in die Innenstadt gelangen und dabei weniger CO₂ in die Luft blasen – das möchte der Mobilitätsausschuss der Landeshauptstadt München. Dafür soll eine Umweltspur, eine sogenannte "Blue Lane" eingerichtet werden – ab September, wenn die IAA, eine der international größten Automobil-Ausstellungen, stattfindet.Die Spur dürften nur E-Autos, Fahrzeuge mit mehr als drei Insassen und Taxis benutzen. Sie soll von der Messe-Riem bis in die Innenstadt verlaufen. Eine weitere solche Spur soll auf der Einsteinstraße, zwischen der Riesenburgstraße und dem Vogelweideplatz, eingerichtet werden. Aufwand um Spur einzurichten ist großDie Spurlänge würde ungefähr sechs Kilometer betragen. Doch 2021 erwog die Stadt München bereits einen ähnlichen Versuch. Damals wurde die "Blue Lane" sogar auf 12 Kilometern Strecke eingerichtet. Warum die Idee damals floppte? Niemand hielt sich an die Umwelt-Regelung. Außerdem kostete sie den Freistaat und die Autobahn GmbH rund 800.000 Euro – nur zum Aufstellen der zugehörigen Verkehrsschilder. Deshalb unterstützen die Linken und die ÖDP das Vorhaben zurzeit auch nicht.Wer in diesem Jahr dafür aufkommen soll, ist noch unklar. Vor zwei Jahren teilten sich Freistaat und Autobahn GmbH die Kosten. Inzwischen gehört die Autobahn GmbH allerdings zum Bund und der will für eine "Blue Lane" nicht bezahlen. Deshalb müsste dieses Mal vermutlich die Stadt München mit einspringen. Linke Spur soll zur Umweltspur werdenDoch neben der Kostenfrage gibt es noch anderen Klärungsbedarf. Denn bisher wurde nicht festgelegt, wo die Umweltspur überhaupt verlaufen soll. 2021 wurde der Standstreifen dafür gesperrt. Das führte zu zahlreichen Staus. Jetzt soll die Spur gesperrt werden. Dafür braucht es jedoch laut dem Münchner Radiosender "Charivari" eine Verkehrsuntersuchung und eine Absprache mit dem Fernstraßen-Bundesamt und der Verkehrszentrale Deutschland.Nicht nur München denkt über eine Umweltspur nach. In Kanada und in einigen US-amerikanischen Bundesstaaten gibt es schon die sogenannte "HOV-Lane" für Fahrzeuge mit mehr als zwei Insassen. Dadurch versprechen sich die Nordamerikaner eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen.
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