NAHOST-KONLIKT: Trotz hoher Opferzahlen - Hamas und Israel greifen weiter an

2 monate vor


Trotz hoher Opferzahlen auf beiden Seiten zeichnet sich im wieder dramatisch aufgeflammten Nahost-Konflikt keine Beruhigung ab - im Gegenteil. Das Sicherheitskabinett des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu habe am Mittwochabend eine Ausweitung der Offensive gegen die militanten Palästinenser im Gazastreifen beschlossen, berichteten örtliche Medien. Die Palästinenser feuerten ihrerseits wieder Hunderte Raketen auf Israel, unter anderem auf Tel Aviv. Bereits innerhalb weniger Tage haben die Kämpfe ein Ausmaß angenommen, das es seit dem Gaza-Krieg 2014 nicht mehr gegeben hat. Israel nahm bei seiner Militäroffensive Führungsfiguren der islamistischen Hamas ins Visier, gleichzeitig kamen aber auch zahlreiche Zivilisten ums Leben. Bis zum späten Mittwochabend meldete das palästinensische Gesundheitsministerium 67 Tote, darunter 16 Kinder und fünf Frauen. Auf israelischer Seite kamen sieben Menschen ums Leben, drei von ihnen Frauen und zwei Kinder. US-Präsident Joe Biden sagte, Israel habe das Recht sich zu verteidigen, wenn es mit Tausenden Raketen angegriffen werde. Gleichzeitig hoffe er aber auf ein baldiges Ende der Kämpfe. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den wahllosen Beschuss israelischer Städte durch die militanten Palästinenser, forderte aber auch Israel zu «maximaler Zurückhaltung» auf. UN und das Nachbarland Ägypten bemühten sich, eine Waffenruhe zu vermitteln, doch bislang ohne Erfolg. Bei den israelischen Luftangriffen am Mittwoch kamen mehrere führende Mitglieder der Hamas ums Leben, unter ihnen ihr Kommandeur in Gaza-Stadt, Bassem Issa. Er war der ranghöchste Hamas-Extremist, der seit dem Krieg von 2014 getötet wurde. Die Extremistengruppe Islamischer Dschihad meldete sieben tote Kämpfer. Der israelische Militärsprecher Jonathan Conricus sagte hingegen, allein am Mittwoch seien 14 Extremisten getötet worden, seit Anfang der Woche 30. Die Palästinenser haben nach israelischen Angaben innerhalb von nur drei Tagen 1500 Raketen abgefeuert, ungefähr dreimal so viel wurden im gesamten 50-tägigen Gaza-Krieg 2014 abgeschossen. Israel griff seinerseits mehr als 350 Ziele im Gazastreifen an, in dem zwei Millionen Palästinenser auf engem Raum leben. Zwei Infanteriebrigaden wurden entsandt, was auf mögliche Pläne für eine Bodenoffensive hindeutete. Israelische Kampfflugzeuge brachten auch drei Hochhäuser in Gaza zum Einsturz. In einem der Häuser in einer belebten Einkaufsstraße war unter anderem der Satellitensender der Hamas untergebracht, in einem anderen Hamas-Büros. Dort gab es aber auch Wohnungen und Geschäfte. In allen Fällen gab das Militär zunächst Warnschüsse ab, um den Menschen Gelegenheit zur Flucht zu geben. Am Mittwochabend waren die Straßen von Gaza-Stadt menschenleer, die Bewohner verschanzten sich am letzten Abend des Fastenmonats Ramadan, auf den das Fest des Fastenbrechens folgt, und der eigentlich Zeit ausgelassener Feiern ist. In mehreren Teilen Israels kam es zu Zusammenstößen zwischen Arabern und Juden, die es in diesem Ausmaß seit dem Jahr 2000 nicht mehr gegeben hat. In Lod gab es regelrechte Straßenschlachten, obwohl eine nächtliche Ausgangssperre galt. Im nahe gelegenen Bat Jam zog ein Mob nationalistischer Juden einen arabischen Mann aus seinem Auto und schlug auf ihn ein, bis er sich nicht nicht mehr rührte. Israels Militär entsandte Grenztruppen nach Lod und in die Küstenstadt Acre. Ministerpräsident Netanjahu erklärte, er sei bereit, «eine eiserne Faust» einzusetzen, falls das nötig werde. Das Vorgehen Israels hat internationale Kritik auf sich gezogen. Militärsprecher Conricus beteuerte, die Armee halte sich an internationales Recht für bewaffnete Konflikte und habe strenge Einsatzregeln. «Wir sind definitiv sehr achtsam gegenüber zivilen Opfern in Gaza und wir wollen sie minimieren», versicherte er. Vorausgegangen waren Anfang der Woche heftige Zusammenstöße um den Tempelberg in Jerusalem zwischen der israelischen Polizei und Palästinensern. Die Erhebung ist die heiligste Stätte des Judentums, beherbergt aber auch den Felsendom und die Al-Aksa-Moschee, die für Muslime die drittheiligste Stätte ihres Glaubens darstellen. Verschärfend wirkt die drohende Zwangsräumung palästinensischer Familien in Jerusalem. #irael #gaza #hamas Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Abonniere den WELT YouTube Channel http://bit.ly/WeltVideoTVabo Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Unsere Reportagen & Dokumentationen http://bit.ly/WELTdokus Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 WELT Nachrichtensender auf Instagram https://bit.ly/IGWELTTV WELT auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Video 2021 erstellt
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