Nahrungsergänzung bei Arthrose: Welche Wirkung ist zu erwarten?

latest news headlines 1 woche vor
Flipboard
Arthrose mit Nahrungsergänzungsmitteln lindern – funktioniert das? Welche Wirkung von gängigen Präparaten zu erwarten ist, erfahren Sie hier. Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen überhaupt. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen, zum Teil in leidvollem Ausmaß: Die für Arthrose typischen Beschwerden – Schmerzen, Steifigkeit, Schwellungen in einem oder mehreren Gelenken – können die Beweglichkeit und die Belastbarkeit stark einschränken und einen normalen Lebensalltag erschweren oder sogar unmöglich machen. Unter Kontrolle bringen lässt sich eine Arthrose nur durch eine frühzeitige Behandlung, die unter anderem Medikamente, eine Gewichtsreduktion und Bewegung umfassen kann. Manche Erkrankte wünschen sich allerdings, ihre Gelenke auf anderem Wege stärken zu können – mit Nahrungsergänzungsmitteln. Gängige Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose Wer im Internet frei verkäufliche Präparate gegen Arthrose sucht, stößt auf ein großes Angebot verschiedenster Produkte. Viele davon enthalten Kombinationen mehrerer Inhaltsstoffe, insbesondere: diverse Vitamine und Mineralstoffe Kollagen Hyaluronsäure Glucosamin Chondroitin Methylsulfonylmethan (MSM) Die von den Herstellern in Aussicht gestellte Wirkung basiert überwiegend auf den angeblich nährenden und somit stärkenden Eigenschaften der Inhaltsstoffe. Bei ihnen handelt es sich um synthetisch hergestellte oder aus Tieren gewonnene Versionen von Stoffen, die beim Menschen natürliche Bausteine von Knorpeln, Gelenkknochen beziehungsweise -flüssigkeit bilden. Äußerlich zugeführt, sollen sie zur Reparatur der für die Arthrose verursachten Gelenkschäden beitragen. Nahrungsergänzung bei Arthrose: Wirken sie? Arthrose entsteht (kurz erklärt) durch eine Störung der natürlichen Reparaturprozesse im Gelenk. Diese hat verschiedene Veränderungen an Geweben des Gelenks zur Folge, welche dessen Stabilität und Funktion zunehmend beeinträchtigen und zudem Schmerzen verursachen können. Unter anderem kann es zum Abbau des Knorpels, zu einer Verdickung der Gelenkinnenhaut und zu krankhaften Auswüchsen an den Gelenkknochen kommen. Rückgängig machen lassen sich diese schädigenden Vorgänge nicht. Arthrose ist bislang nicht heilbar – auch und erst recht nicht durch Nahrungsergänzungsmittel. Für deren Wirksamkeit gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Teilweise sind sogar unerwünschte Wirkungen möglich: So kann die Einnahme von MSM Magen-Darm-Probleme, Hautreizungen und Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Produkte mit Chondroitin können ebenfalls Magen-Darm-Beschwerden und darüber hinaus Kopfschmerzen und Schwindelgefühle hervorrufen. Glucosamin aus Krebstieren und Chondroitin aus Fischgewebe können für Personen mit entsprechenden Allergien problematisch sein. Überdies kann Glucosamin bei Menschen, die cumarinhaltige Blutgerinnungshemmer einnehmen, die blutverdünnende Wirkung verstärken und somit das Risiko für Blutungen erhöhen. Das heißt: Arthrose mit Nahrungsergänzungsmitteln zu behandeln, ist Geldverschwendung und womöglich sogar riskant. Sinnvoller – und für eine Besserung der Beschwerden unabdingbar – ist eine gezielte ärztliche Therapie. Arthrose – was hilft wirklich? Auch wenn Arthrose nicht heilbar ist, gibt es einige Maßnahmen, die die Beschwerden verringern, die Gelenke entlasten und die Bewältigung des Alltags erleichtern können. Dazu zählen: regelmäßige Bewegung: gezieltes Kraft- und Ausdauertraining, Übungen für Beweglichkeit und Stabilität ein gesundes Körpergewicht erreichen und halten : In der Regel ist eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent ratsam. Ergotherapie: Erkrankte lernen darin unter anderem, wie sie sich gelenkschonender bewegen können. Hilfsmittel wie spezielle Schuheinlagen, Gehstützen, Greif- und Öffnungshilfen für Gläser und Flaschen, je nachdem, welches Gelenk betroffen ist entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen in Form von Schmerzgelen oder Tabletten Gelenkersatz im Rahmen einer Operation: Dieser kommt aber nur dann infrage, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und nicht ausreichend helfen. Einige dieser Maßnahmen – insbesondere die Gewichtsabnahme und das regelmäßige Training – bedeuten für Patientinnen und Patienten weitaus größere Mühen als die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels. Sie sind es aber wert, weil sie tatsächlich helfen und im Falle von Sport und Gewichtsreduktion der Gesundheit insgesamt zugutekommen.
Aus der Quelle lesen