Nahrungsergänzungsmittel im Test: Teilweise riskant

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Tabletten für mehr Kraft und bessere Spermien? Das versprechen die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln für Männer. Sind die Präparate sinnvoll und gesund?"Bestenfalls überflüssig, schlimmstenfalls riskant": Dieses Urteil fällt die Stiftung Warentest über Nahrungsergänzungsmittel, die sich an Männer richten ("test"-Ausgabe 2/2023).Die Präparate enthalten zum Beispiel Vitamin D, Selen und Zink – Stoffe, die für den Testosteronspiegel und die Spermabildung eine Rolle spielen. Doch in fast allen der 17 getesteten Präparate sind zumindest einzelne Vitamine und Mineralstoffe zu hoch dosiert, wie die Warentester feststellen.Zudem sind einige Nahrungsergänzungsmittel sehr teuer. Bei einigen Produkten schlug eine Tagesdosis mit 2,67 Euro zu Buche. Bei Tabletten mit einer ähnlichen Zusammensetzung lagen die Kosten bei 1,70 oder gar 0,30 Euro pro Tagesdosis. Überdosiert und riskantNegativ fielen im Test die Nahrungsergänzungsmittel "Doppelherz system Für Ihn" und "Centrum Für Ihn" auf. Die Tabletten waren nicht nur überdosiert, sondern weisen auch gravierende Mängel auf, so das Ergebnis. Letztere enthielten zudem Titandioxid. Ein Lebensmittelzusatzstoff, der aber auch zum Aufhellen und Weißen von Produkten wie Wandfarbe, Zahnpasta und Sonnencreme eingesetzt wird. Es könnte das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen und wurde daher von der EU als Zutat für Lebensmittel wie Süßigkeiten und Kaugummi 2022 verboten. "Gießkannen"-Prinzip bei Nahrungsergänzung nicht sinnvoll"Viel hilft viel" gilt bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht. Im Gegenteil: Zu viel Vitamin D etwa kann der Niere schaden, zu viel Vitamin E das Risiko für Prostatakrebs erhöhen.Auch das Prinzip "Gießkanne" ist bei Nahrungsergänzung nicht sinnvoll, wie es von den Warentestern heißt. Besser ist es, einzelne Nährstoffe gezielt zu ergänzen – wenn denn ein ärztlich festgestellter Mangel vorliegt. Ernährt man sich ausgewogen, ist der Körper ohnehin in aller Regel gut mit Nährstoffen versorgt.Und: Wer seine Spermien stärken will, muss dafür keine Pillen schlucken, bei denen eine Tagesdosis bis zu 2,67 Euro kosten kann. Besser ist es, auf einen gesunden Lebensstil zu setzen. Und den Saunabesuch hin und wieder ausfallen zu lassen, um die wärmeanfälligen Hoden in ihrer Arbeit nicht zu stark auszubremsen.
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