Nasennebenhöhlenentzündung: Ansteckend oder nicht?

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Wer eine Nasennebenhöhlenentzündung hat, kann ansteckend für andere sein. Das trifft aber nicht immer zu. Wann und inwiefern ein Infektionsrisiko besteht. Verschnupft sein und dabei ein Druckgefühl oder Schmerzen über den Augen oder neben der Nase verspüren, die sich bei vornübergebeugtem Oberkörper verstärken – wer kennt das nicht? Diese Kombination aus Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung ist weitverbreitet. Ansteckend sind Betroffene aber nur, wenn bestimmte Erreger hinter den Beschwerden stecken. Akute Sinusitis ist meist ansteckend Ein erster Hinweis darauf, dass eine Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend ist, können plötzlich auftretende und/oder schnell und heftig verlaufende Beschwerden sein: Dann handelt es sich um eine akute Sinusitis. Diese entwickelt sich für gewöhnlich, indem eine zuerst entstandene Infektion der Nasenschleimhaut auf die Nebenhöhlen übergeht. In den meisten Fällen entsteht eine akute Nasennebenhöhlenentzündung durch ansteckende Viren, die typischerweise Atemwegserkrankungen auslösen – wie Erkältungen oder Grippe . Zu den häufigsten Erregern einer akuten Sinusitis gehören Rhinoviren, Coronaviren, Influenza- und Parainfluenzaviren. Eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung kann ebenfalls ansteckend sein – vorausgesetzt, dass die Bakterien auch den ursprünglichen Atemwegsinfekt ausgelöst haben. Das passiert aber eher selten. Sind Bakterien bei einer Rhinosinusitis im Spiel, dann eher als sogenannte Superinfektion. Das heißt: Durch eine ansteckende Virusinfektion sind die Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen so geschädigt, dass (oft bereits vorhandene) Bakterien eindringen, sich vermehren und eine eitrige Entzündung auslösen. Gelegentlich liegt einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung keine ansteckende Infektion zugrunde. So können unter anderem starke Druckschwankungen (wie etwa beim Fliegen oder Tauchen) eine Sinusitis auslösen: die sogenannte Barosinusitis. Auch wenn beispielsweise ein allergischer Schnupfen, Nasenpolypen und sonstige krankhafte Veränderungen der Nasenschleimhaut oder Zahnerkrankungen eine Nasennebenhöhlenentzündung verursachen, ist eine Ansteckung ausgeschlossen. Chronische Sinusitis ist nicht ansteckend Normalerweise ist eine Nasennebenhöhlenentzündung nicht ansteckend, wenn die Dauer der Beschwerden drei Monate übersteigt. Denn in dem Fall handelt es sich um eine chronische Sinusitis: Diese ist in der Regel nicht bloß die Folge einer hartnäckigen akuten Nebenhöhlenentzündung, sondern ein eigenständiges Krankheitsbild. Mögliche Ursachen sind: Allergien, die mit allergischem Schnupfen einhergehen (wie Heuschnupfen oder Hausstauballergie ) anatomische Veränderungen im Bereich der Nase (wie eine verkrümmte Nasenscheidewand, eine verdickte Schleimhaut in der Nasenmuschel oder verengte Nebenhöhleneingänge) Zahnprobleme (wie Entzündungen der Zahnwurzel) oder zahnmedizinische Behandlungen (wie Zahnentfernungen) Erkrankungen (wie Nasenpolypen, gut- oder bösartige Tumoren, Mukoviszidose oder eine Immunschwäche) Vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind manchmal auch Pilze für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung verantwortlich. Ansteckend ist eine solche Pilzinfektion für andere in der Regel ebenfalls nicht.
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