Erst war es das Wetter, dann ein Sonnensturm – der Start der Rakete "New Glenn"musste zweimal verschoben werden. Jetzt hob sie erfolgreich ab und erreichte ein wichtiges Ziel. Die Schwerlastrakete "New Glenn" hat bei ihrem zweiten Start zwei Mars-Orbiter der Nasa ins All gebracht. Die Rakete des Weltraumunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos hob in der vergangenen Nacht vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Das zeigten Live-Bilder von Blue Origin. Mit der "Escapade" genannten Mission will die Nasa unter anderem die Atmosphäre des Roten Planeten untersuchen. Zuvor war der Start der "New Glenn" zweimal verschoben worden. Das erste Mal spielte das irdische Wetter nicht mit, beim zweiten Mal wurde der Start aus Sorge vor den Auswirkungen eines heftigen Sonnensturms abgesagt. Elon Musks Raumfahrtprogramm: SpaceX-Rakete erreicht Meilenstein Herabstürzende Trümmerteile: US-Rakete explodiert kurz nach dem Start Schon beim Erstflug hatte es die Rakete im Januar direkt ins All geschafft. Dieses Mal schaffte es Blue Origin zudem erstmals, die untere Raketenstufe sicher auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik zu landen. Das war ein wichtiges Ziel des Unternehmens. Blue Origin will den Konkurrenten SpaceX einholen Die Landung der Raketenerststufe war bisher nur dem Konkurrenten SpaceX von Elon Musk gelungen – nach dutzenden Versuchen. Dem Unternehmen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert, will Blue Origin mit seiner Rakete Konkurrenz machen. Mit einer Höhe von 98 Metern überragt die "New Glenn" die "Falcon 9" von SpaceX um 28 Meter und kann größere und schwerere Lasten ins All befördern. Die "New Glenn" verbrennt statt Kerosin, vergleichsweise sauberes, flüssiges Erdgas. Sie hat zudem weniger Triebwerke. Die Rakete ist nach John Glenn benannt, der 1962 als erster US-Astronaut die Erde in einem Raumschiff umkreiste. Bezos gründete sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin im Jahr 2000 und damit zwei Jahre, bevor Musk mit SpaceX an den Start ging. Blue Origin agierte jedoch mit mehr Vorsicht und entwickelte sich deshalb langsamer als SpaceX, weshalb das Unternehmen bei der Entwicklung seiner Rakete hinter der Konkurrenz liegt.