Wer eine Nickelallergie hat, bekommt die Symptome lebenslang bei jedem Kontakt mit Nickel zu spüren. Vermeiden lässt sich das kaum. Was also tun? Die Nickelallergie gehört zu den Kontaktallergien . Bei solchen Allergien führt der direkte Kontakt der Haut mit dem jeweiligen Allergieauslöser zu einer Entzündungsreaktion im Gewebe: Es entsteht ein sichtbares allergisches Kontaktekzem, auch allergische Kontaktdermatitis genannt (derma = Haut, -itis = Entzündung). Das allergische Kontaktekzem zeigt sich allerdings deutlich verzögert: nämlich erst rund 24 bis 48 (teils auch bis zu 72) Stunden nach Kontakt mit dem Allergieauslöser. Daher zählen Kontaktallergien wie die Nickelallergie zu den Allergien vom Spättyp (Typ-IV-Allergien). Kontaktallergien sind weitverbreitet und betreffen deutlich mehr Frauen als Männer. Nickel ist ihr häufigster Auslöser. Die Nickelallergie ist oft sehr belastend, da sie sowohl im Privat- als auch im Berufsleben deutliche Einschränkungen mit sich bringt. Auslöser der Nickelallergie: Wo ist Nickel enthalten? Wer bereits eine Nickelallergie hat, weiß normalerweise nur zu gut: Es gibt kaum einen Bereich, wo Nickel nicht zu finden ist. Das silbrig-weiß glänzende Metall kann in allen metallenen Gegenständen stecken, sofern diese nicht aus völlig reinem Edelmetall bestehen. In vielen Fällen nickelhaltig sind zum Beispiel: Modeschmuck Piercings Uhren Hosenknöpfe, Nieten Reißverschlüsse Büstenhalter Korsetts Brillengestelle Schuh- und Gürtelschnallen Münzgeld (etwa 1- und 2-Euro-Münzen) Mobiltelefone Zahnprothesen Gelenkprothesen medizinische Klammern und Nägel Konservendosen Flaschenverschlüsse Stanniolpapier ("Silberpapier") Kochtöpfe Doch nicht überall, wo Nickel enthalten ist, löst direkter Kontakt gleich eine Nickelallergie aus. Vielmehr kommt es darauf an, ob das Material bei Hautkontakt Nickel freisetzt – und wenn ja, wie viel. Daher gilt zum Schutz vor der Nickelallergie: Schmuck (wie Ohrringe), Uhren und alle anderen Gegenstände, die üblicherweise längeren Hautkontakt haben, dürfen nur eine gesetzlich festgelegte Nickelmenge abgeben. Ein weiteres mögliches Problem für Menschen mit einer Nickelallergie: Selbst dort, wo scheinbar kein Metall drin ist, kann Nickel enthalten sein. Beispiele hierfür sind: Tätowierfarben Gesichts- und Rasierwasser Lidschatten und Wimperntusche Haarpflegemittel Waschmittel Tabak und Tabakrauch einige Lebensmittel Manche Lebensmittel sind von Natur aus nickelhaltig, da das Metall im Boden vorkommt. Überdies kann Nickel in Nahrungsmittel gelangen, indem es sich aus deren Verpackung löst – etwa aus beschädigten Konservendosen. Das Risiko, dass bei einer Nickelallergie Lebensmittel allergische Beschwerden auslösen, ist allerdings gering. Einen nennenswerten Nickelgehalt und damit am ehesten ein gewisses Risikopotenzial haben unter anderem: Spinat, Grünkohl , Lauch, Kopfsalat Tomaten, Zwiebeln, Karotten Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen, Erdnüsse , auch alle Sojaprodukte) Äpfel, Zitrusfrüchte, Feigen, Ananas, Himbeeren, Backpflaumen Mais, Hafer (auch Haferflocken und andere Haferprodukte) Buchweizen, Hirse, Weizenkleie Kakao (auch Schokolade) Mandeln, Haselnüsse, Leinsamen, Lakritze, Sonnenblumenkerne Meeresfrüchte (wie Shrimps und Muscheln) Heringe, Makrelen, Thunfisch Innereien Tee Bier, Wein (besonders Rotwein) Entzündete Haut: Wie sieht eine Nickelallergie aus? Bei einer Nickelallergie sieht die betroffene Haut gerötet und geschwollen aus. Außerdem können sich kleine flüssigkeitsgefüllte Bläschen bilden, teils auch Blasen und offene Hautstellen. Die Haut nässt und juckt. Später verkrustet das allergische Kontaktekzem und die Haut beginnt zu schuppen. Wo sich eine Nickelallergie bemerkbar macht, hängt davon ab, welcher Körperteil mit Nickel in Berührung kommt. Wer beispielsweise berufsbedingt viel mit nickelhaltigen Stoffen oder Gegenständen hantiert, hat in der Regel Kontaktekzeme an den Händen. Zunächst sind die Symptome der Nickelallergie auf den Bereich der Haut begrenzt, der direkten Kontakt zu Nickel hatte. Die Begrenzung sieht für gewöhnlich unscharf aus. Später kommt es vielfach zur Streureaktion: Dann zeigen sich die allergischen Hautveränderungen auch an anderen – nahen oder weiter entfernten – Stellen. Manchmal breitet sich die allergische Kontaktdermatitis sogar über den ganzen Körper aus. Wer trotz Nickelallergie ständig wiederholten Kontakt mit Nickel hat, kann ein chronisches allergisches Kontaktekzem entwickeln: Dann sieht die Haut flächenhaft verdickt und stark verhornt aus, ist vorwiegend trocken und juckt. Daneben sind eine vergröberte Hautstruktur und oft auch Einrisse in der Haut zu sehen. Symptome: Ist die Nickelallergie auch innerlich spürbar? Die Schleimhaut kann sich ebenso wie die Haut nach Kontakt mit Nickel entzündlich verändern. Dementsprechend können die mit einer Nickelallergie verbundenen Symptome teils auch innerlich auftreten – etwa im Mund. Dort macht sich die allergische Reaktion allerdings eher durch eine schlecht heilende Wunde statt durch ein Ekzem bemerkbar. Besonders wenn Nickel in größeren Mengen in den Darm gelangt, kann es zudem passieren, dass eine Nickelallergie weitere Symptome wie Magen-Darm-Beschwerden auslöst. Ein solches sogenanntes systemisches Nickelallergiesyndrom (SNAS) ist allerdings eher selten. Selbst wenn Betroffene ihre Nickelallergie für innerlich spürbare Beschwerden verantwortlich machen, lässt sich dieser Zusammenhang durch ärztliche Untersuchungen oft nicht belegen. Nickelallergie behandeln: Was hilft? Heilbar sind Kontaktallergien wie die Nickelallergie nicht. Das Einzige, was Betroffene tun können, ist: die Allergieauslöser möglichst vermeiden und die Symptome lindern, wenn es doch zu einer allergischen Reaktion kommt. Nickel zu meiden, wirkt nicht nur vorbeugend, sondern hilft auch bei akuten Beschwerden einer Nickelallergie am besten: Ein allergisches Kontaktekzem heilt deutlich schneller, wenn die Haut nicht wieder mit dessen Auslöser in Kontakt kommt. Unterstützend ist es ratsam, akute Hautveränderungen bei einer Nickelallergie örtlich zu behandeln. Ärztinnen und Ärzte empfehlen hierzu oft Glukokortikoide (Kortison) in Form von Salben oder Cremes: Deren entzündungshemmende Wirkung fördert die Heilung der Haut und lindert den Juckreiz. Wenn die Haut nässt, ist zudem ein fett-feuchter Verband hilfreich. Wer zur örtlichen Nickelallergie-Behandlung Hausmittel einsetzt, kann sich womöglich zusätzliche Linderung verschaffen – etwa durch kalte Kompressen oder Sitzbäder mit Gerbstoffen. In jedem Fall wichtig ist eine sorgsame Hautpflege mit geeigneten Mitteln. Das heißt vor allem: Seifen und Waschmittel weglassen auf nässende Kontaktekzeme Gele, Lotionen oder Cremes geben bei chronischen, trockenen Kontaktekzemen Wasser-in-Öl-haltige Mittel verwenden Vor allem für Menschen, die aufgrund einer Nickelallergie ein hartnäckiges Handekzem haben, kommt ergänzend eine UV-Behandlung infrage: UV-Licht wirkt wie Kortison entzündungshemmend. Wenn eine Nickelallergie schwere Ausmaße annimmt und/oder sich ein Kontaktekzem durch die örtliche Behandlung nicht bessert, können Ärztinnen und Ärzte Kortison in Tablettenform verschreiben. Hat sich die geschädigte Haut zusätzlich infiziert, sind spezielle Medikamente gegen den jeweiligen Erreger sinnvoll – etwa Antibiotika gegen Bakterien. Bei Nickelallergie Lebensmittel mit Nickel meiden? Wer eine sehr schwere und hartnäckige Nickelallergie hat und nickelhaltige Lebensmittel dafür mitverantwortlich macht, erhofft sich womöglich durch eine angepasste Ernährung eine Besserung. Eine nickelarme oder gar nickelfreie Diät lässt sich allerdings nie ganz verwirklichen. Vor Beginn einer nickelarmen Diät sollten Betroffene daher zunächst alle anderen möglichen Auslöser der Nickelallergie ausschalten. Das bedeutet beispielsweise, kein nickelhaltiges Koch- und Essgeschirr zu verwenden, auf Zigaretten zu verzichten und beim Hantieren mit Metallgegenständen (wie Münzgeld) die Haut entsprechend zu schützen – etwa durch Handschuhe. Nur wenn all diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg erzielen, sollte eine nickelarme Diät in Betracht kommen – vorausgesetzt, eine Ärztin oder ein Arzt konnte keine andere Ursache für die Beschwerden feststellen. Dauerhaft sollten Menschen mit einer Nickelallergie nickelhaltige Lebensmittel nur dann von ihrem Speiseplan streichen, wenn sich ihr allergisches Kontaktekzem nach etwa vierwöchiger nickelarmer Diät deutlich gebessert hat und anschließend eine nickelreiche Ernährung oder ein Provokationstest mit Nickel den Hautzustand wieder verschlimmert.