Norovirus behandeln: Was lindert die Beschwerden?

latest news headlines 1 woche vor
Flipboard
Bei Norovirus-Infekten lassen die Beschwerden nach gewisser Zeit häufig auch ohne Behandlung nach. Worauf es dennoch ankommt und wovon abzuraten ist.Ein Norovirus-Infekt beginnt meist gänzlich überraschend aus völligem Wohlbefinden heraus. Dann setzen schlagartig die typischen Symptome ein: Brechdurchfall und Übelkeit. Weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen oder auch leichtes Fieber können hinzukommen. Viele Betroffene fühlen sich in der Folge sehr krank und schwach.Die Behandlung eines Norovirus-Infekts beschränkt sich in der Regel vor allem darauf, die Symptome zu lindern. Medikamente, die gezielt gegen den Erreger wirken, gibt es bislang nicht. Auch Antibiotika sind wirkungslos, da sie nur bei bakteriellen Infekten helfen.Norovirus: Diese Symptome sind typischMagen-Darm-Probleme: Kann ein Norovirus-Infekt Spätfolgen haben?Normalerweise ist das Immunsystem jedoch in der Lage, Noroviren allein zu bekämpfen: Nach 12 bis 48 Stunden klingen die Beschwerden des Norovirus-Infekts meist von selbst wieder ab. Was können Betroffene bis dahin tun?Norovirus: Behandlung bei leichtem VerlaufInfekte mit dem Norovirus verlaufen in der Mehrzahl der Fälle leicht bis mittelschwer. Dann genügen oft bereits einfache Maßnahmen, um die Magen-Darm-Beschwerden zu behandeln.Bei einem Norovirus-Infekt verliert der Körper aufgrund von Durchfall und Erbrechen nicht nur viel Flüssigkeit, sondern auch Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Chlorid. Um diese Verluste auszugleichen, ist es vor allem wichtig, ausreichend zu trinken. Soweit es geht, sollten Erkrankte zudem versuchen, nach gewisser Zeit ein wenig essen.Ebenfalls ratsam ist es, sich zu schonen und den Körper Ruhe zu gönnen. Oft tun Betroffene das jedoch schon automatisch: Viele fühlen sich bei einem akuten Norovirus-Infekt ohnehin so schwach und abgeschlagen, dass sich alle Aktivität auf Bettruhe und Toilettengänge beschränkt.Je nachdem, wie stark das Erbrechen ist, können nach ärztlicher Rücksprache auch Medikamente aus der Gruppe der Emetika zur Behandlung infrage kommen. Diese wirken schnell gegen Übelkeit und Erbrechen und lindern die Beschwerden rasch.Norovirus: Behandlung bei schwerem VerlaufBei schweren Norovirus-Verläufen kann es notwendig sein, die Betroffenen im Krankenhaus zu behandeln. Häufig ist das der Fall, wenn der Flüssigkeitsverlust sehr groß ist und lebensbedrohliche Folgen wie ein Kreislauf- oder Nierenversagen zu befürchten sind.Dieses Risiko besteht vor allem bei kleinen Kindern unter 5 Jahren und älteren Menschen über 70 Jahren. Im Krankenhaus bekommen die Erkrankten über eine Vene die Menge an Flüssigkeit, Elektrolyten und Nährstoffen, die ihr Körper braucht.Norovirus mit Hausmitteln behandelnWer einen Norovirus-Infekt mit Durchfall und Erbrechen hat, sollte vor allem darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Am besten erst einmal immer nur in kleinen Schlucken, denn bei zu großen Flüssigkeitsmengen besteht die Gefahr, sich erneut erbrechen zu müssen.Empfehlenswert sind dabei zu Beginn der Behandlung insbesondere Wasser ohne Kohlensäure (Leitungswasser, stilles Wasser) und ungesüßte Kräutertees. Getränke mit Kohlensäure reizen den Verdauungstrakt unter Umständen zu stark.Für Kinder von zwei bis zehn Jahren bieten sich vor allem Wasser, ungesüßte Kräutertees oder auch stark verdünnter Apfelsaft an.Zwar haben Menschen mit Brechdurchfall in der Regel erst einmal keinen Appetit, dennoch ist es ratsam, nach ein paar Stunden wenigstens eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Am besten Lebensmittel, die Magen und Darm nicht so sehr belasten.Gut vertragen werden in der Regel:ZwiebackKnäckebrotzerdrückte BananeHaferbreiNudeln oder Reis, in Brühe weich gekochtJoghurtRühreiKartoffelbrei oder -suppefettarmes Fleisch oder fettarmer FischVerzichten sollten am Norovirus Erkrankte hingegen auf fettreiche oder stark gewürzte Speisen, Hülsenfrüchte und Süßspeisen. Auch Kaffee, Alkohol und Zigaretten sind bei Brechdurchfall nicht zu empfehlen.Gut gegen Durchfall eignet sich außerdem geriebener roher Apfel. Wichtig ist dabei, dass der Apfel ungeschält gerieben wird. Denn bei diesem Hausmittel kommt es vor allem auf das in der Schale enthaltene Pektin an. Der natürliche Quellstoff kann flüssigen Stuhl eindicken.Aus dem gleichen Grund kann Karottensuppe bei Durchfall als Hausmittel helfen. Das Wurzelgemüse hat ebenfalls einen hohen Pektingehalt und ist als Suppe zudem gut bekömmlich.Nicht zu empfehlen: Cola und SalzstangenAbzuraten ist dagegen vom Hausmittel "Cola und Salzstangen", insbesondere für Kinder. Während diese Kombination bei Erwachsenen nur keine besonders gute Idee, aber noch tolerierbar ist, eignet es sich für Kinder überhaupt nicht zur Behandlung.Problematisch sind dabei vor allem die Cola-Limonaden. Durch den hohen Zuckergehalt kann der Durchfall und dadurch auch der Flüssigkeitsverlust schlimmer werden. Das enthaltene Koffein verstärkt zudem den Kaliumverlust. Das kann das vermutlich ohnehin schon gestörte Elektrolytgleichgewicht zusätzlich beeinträchtigen.Salzstangen für sich genommen sind dagegen im Grunde gut verträglich, liefern aber nur Salz, also Natriumchlorid. Besser für die Elektrolytversorgung wäre es, zusätzlich noch zu Bananen greifen. Denn diese sind eine gute Kaliumquelle.Kleinkinder mit Norovirus: Was essen?Babys und Kleinkinder mit Norovirus sollten am besten so wie gewohnt altersgemäß gestillt oder gefüttert werden. Säuglinge, die bereits Beikost bekommen, dürfen diese also weiter erhalten.Von einer speziellen Schonkost, Spezialnahrung oder gar längeren Nahrungspausen ist bei Säuglingen mit Erbrechen und/oder Durchfall hingegen abzuraten. Diese können die Genesung ungünstig beeinflussen.Wichtig für erkrankte Säuglinge ist, dass sie so häufig wie möglich gestillt werden. Manchmal sind die Kleinen vom Infekt jedoch so geschwächt, dass es ihnen schwerfällt, aus eigener Kraft genügend zu trinken. Dann kann es helfen, dem Kind immer wieder kleine Portionen an Flüssigkeit löffelchenweise oder auch mit einer Pipette oder Spritze (ohne die spitze Kanüle) tröpfchenweise zuzuführen.Für Kleinkinder eignet sich eine altersentsprechende Kost. Anfangs kann diese zum Beispiel bestehen aus:Brot mit AufstrichNudel-, Reis- oder KartoffelgerichtenHaferbrei oder GrießbreiSalzstangenKartoffel- oder MöhrensuppeWerden solche Speisen vertragen, ohne Erbrechen auszulösen, ist auch normale Kleinkindkost meist wieder möglich. Vorerst noch ungeeignet sind hingegen alle sehr zuckerhaltigen Getränke (wie unverdünnter Apfel- oder Birnensaft) und Speisen.Flüssigkeitsverlust bei Kindern oft hochInfolge von Durchfall und Erbrechen stellt sich rasch ein starker Verlust an Flüssigkeit und lebenswichtigen Elektrolyten ein. Im Säuglings- und Kindesalter reagiert der Körper darauf jedoch deutlich empfindlicher als bei Erwachsenen.Bei Säuglingen und kleinen Kindern mit Norovirus kann es darum gegebenenfalls ratsam sein, ihnen im Rahmen der Behandlung zusätzlich zu den Getränken eine Elektrolytlösung (auch Rehydratationslösung genannt) zu geben. Diese ist in der Apotheke erhältlich und enthält eine abgestimmte Mischung aus Elektrolyten und Traubenzucker (Glukose).Norovirus: Wann zum Arzt?Halten Durchfall und Erbrechen bei einem Norovirus-Infekt länger als zwei bis drei Tage an, verschlimmern sich die Beschwerden oder treten zusätzlich Anzeichen wie Kreislaufprobleme oder hohes Fieber auf, sollte ärztliche Hilfe gesucht werden. Das gilt umso mehr, wenn es sich bei den Betroffenen um Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, ältere oder ohnehin geschwächte Menschen handelt.Ist das erkrankte Kind jünger als zwölf Monate, sollte in jedem Fall eine ärztliche Praxis aufgesucht werden. Auch wenn Säuglingen länger als vier Stunden nicht trinken wollen oder sich anhaltend erbrechen müssen, ist rasch einen Arzt oder eine Ärztin hinzuzuziehen. Er oder sie kann dann die passende Behandlung veranlassen.
Aus der Quelle lesen