Oktoberfest 2022: Wie Sie eine Corona-Infektion vermeiden

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Nach zwei Jahren Oktoberfest-Pause: Seit dem 17. September läuft das größte Volksfest der Welt. Wovor Experten warnen und wie Sie sich schützen können.Das Oktoberfest ist in vollem Gange. Bis zum 3. Oktober werden Millionen weitere Gäste aus aller Welt erwartet. Doch mit ihnen hält auch das Coronavirus Einzug in die Festzelte und Fahrgeschäfte.Das scheint auch viele potenzielle Wiesn-Gänger zu beschäftigen. Nach Schätzung der Festleitung sind am ersten Wochenende etwa 700.000 Gäste auf das Volksfest gekommen. Das sind durchaus weniger Menschen als noch im Jahr 2019, als rund eine Million Besucher gezählt wurden. Wie groß ist das Risiko, sich im voll besetzten Zelt tatsächlich mit dem Coronavirus anzustecken?ExpertenwarnungDie Expertenmeinung dazu ist klar: "Natürlich wird es dazu führen, dass eine Erhöhung der Fallzahlen auftreten wird", sagte Johannes Bogner, Leiter der Sektion Klinische Infektiologie am LMU-Klinikum der Uni München, bereits Anfang September dem ZDF.Das gleiche Phänomen sei schon über die (Wiesn-)Grippe bekannt. Und ähnlich wie für die Grippe sind die Bedingungen auch für eine Corona-Infektion ideal: viele Menschen, enger Körperkontakt und schlechte Belüftung. Das Ansteckungsrisiko sei entsprechend hoch.Auch Oliver T. Keppler, Direktor am Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, spricht in einem Interview mit dem BR von einem "sehr hohen Risiko".Er ordnet dem Infektionsrisiko sogar eine ganz klare Zahl zu: "Auf einer Skala von eins bis zehn liegt die Wahrscheinlichkeit einer SARS-CoV-2-Exposition nach mehreren Stunden im Zelt nach meiner Einschätzung bei neun bis zehn. Viel mehr geht also nicht."Erstes Wiesn-Wochenende: Zwei von 100 Besuchern positivAufgrund des hohen Ansteckungsrisikos und der möglichen Corona-Neuinfektionen will der Rettungsdienst Alpha Rettung München in Zusammenarbeit mit einem lokalen Radiosender die Infektionszahlen auf dem Oktoberfest im Blick behalten.Am ersten Wiesn-Wochenende führten die Mitarbeiter stichprobenartig PCR-Tests durch. Diese haben ergeben, dass zwei von 100 Wiesn-Besuchern mit dem Coronavirus infiziert waren.Keine gesetzlichen Schutzmaßnahmen auf der WiesnDas Oktoberfest findet ganz ohne Testpflicht und Masken statt. Grund dafür sei, dass es keine Maßnahmen gab, die grundlegend etwas gebracht hätten, so Wiesnwirt-Sprecher Peter Inselkammer in einem Bericht des Radiosenders BR24.Außerdem seien verpflichtende Infektionsschutzmaßnahmen nach derzeitiger Gesetzeslage nicht mehr möglich, berichtete das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) als Veranstalter des Oktoberfestes auf Anfrage von "tz.de".Lediglich für eine Belüftung der Zelte und die Möglichkeit der Handhygiene sei gesorgt, so das RAW weiter. Den Rest entscheiden die Gastronomiebetriebe und Fahrgeschäftsbetreiber selbst.Eigene Schutzmaßnahmen vor Covid-19Wenn Sie sich dazu entscheiden, das Oktoberfest zu besuchen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Übertragungswahrscheinlichkeit dort hoch ist. Das bestätigte auch Christoph Spinner, der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der TU München, der Deutschen Presse-Agentur.Wenn Sie das Volksfest dennoch besuchen möchten, können Sie selbst einige Schutzmaßnahmen ergreifen:Mund-Nasen-SchutzDurchgängig einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ist illusorisch. Dennoch können Sie in Warteschlangen oder Trinkpausen einen gewissen Schutz leisten. Tragen Sie am besten eine FFP2-Maske, sie schützt besser vor Aerosolen als eine OP-Maske. (Booster-)ImpfungIn einem Bericht von "focus.de" betont Christoph Spinner, wie wichtig es sei, zusätzlich den eigenen Impfstatus zu überprüfen. Ihm zufolge sei es durchaus sinnvoll, sich vor dem Besuch des Oktoberfests einer zweiten Booster-Impfung zu unterziehen.Auch wenn das Volksfest bereits läuft – für einen späten Besuch des Oktoberfests kann sich diese Maßnahme noch lohnen. Denn: In den ersten 30 Tagen nach der Booster-Impfung sei das Risiko einer Corona-Infektion laut Spinner nur noch halb so hoch.Feiern an der frischen LuftAuf Rat des Experten sollten sich vorerkrankte Personen oder Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf möglichst nur im Freien aufhalten, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Seien Sie solidarisch – testen Sie sich! Solidarität gegenüber anderen – vor allem Menschen mit Vorerkrankungen. Das fordert Bundesgesundheitsminister Lauterbach in seinem Tweet vom 17. September.Testen schützt Sie zwar nicht selbst vor einer Ansteckung, kann aber dazu beitragen, die Infektionskette zu unterbrechen. Deshalb fordern auch andere Experten die Menschen dazu auf, sich vor, während und auch nach dem Besuch des Oktoberfests regelmäßig zu testen. Verdoppelung der Infektionszahlen möglichBereits in der Vergangenheit hatten Volksfeste wie das Straubinger Gäubodenvolksfest immer wieder dazu geführt, dass sich die lokalen Infektionszahlen erhöhten. Was das Oktoberfest in der Konsequenz für ganz Deutschland bedeuten könnte, hat t-online den Modellierer Kristan Schneider gefragt.Corona feiert mit: Wird das Oktoberfest zum Superspreader-Event?Er warnte davor, dass die Infektionszahlen sich aufgrund der Wiesn bundesweit sogar verdoppeln könnten.
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