Am Sonntag starten die Biathleten mit der Mixed-Staffel in die Olympischen Spiele. Ex-Star Erik Lesser glaubt an Edelmetall für das deutsche Team in Antholz – zwei Leistungsträger hebt er hervor. Aus Mailand und Cortina d'Ampezzo berichtet Melanie Muschong Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind offiziell eröffnet. In den kommenden Wochen wollen auch die deutschen Biathleten angreifen und um die Medaillen kämpfen. Frühere deutsche Leistungsträger und Stars wie Erik Lesser haben vorgemacht, wie es geht. Der 37-Jährige hat in seiner aktiven Zeit sowohl Gold mit der Staffel, als auch Silber im Einzel (beides in Sotschi 2014) und Bronze mit der Staffel (2018 in Pyeongchang) geholt. Lesser rechnet auch in Antholz mit Edelmetall für die Deutschen – allen voran Franziska Preuß traut er viel zu. Anni Friesinger-Postma: Olympia? "Nicht mehr den gleichen Stellenwert" Zeitplan der Olympischen Winterspiele: Die Medaillenentscheidungen bei Olympia 2026 Über die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison, die nach diesem Winter ihre Karriere beendet, sagt Lesser exklusiv zu t-online: "Bei den Damen ist Preuß ein absolutes Eisen im Feuer." Doch er glaubt auch an die jungen Talente. "Auch Julia Tannheimer und Selina Grotian haben eine Chance im Einzel, Sprint und der Verfolgung, wenn sie mit 90 Prozent durch die Rennen kommen", so Lesser. Der Verfolgungsweltmeister von 2015 weiß um die Qualitäten der Biathletinnen, die in dieser Saison beide bereits unter die besten fünfzehn gelaufen sind. "Mindestens eine hat dann die Hand an der Medaille" Grotian wurde in Ruhpolding im Sprint Fünfzehnte und belegte in der Verfolgung den 13. Rang. Tannheimer schaffe es im Sprint in Östersund in die Riege der besten zehn, als sie sich den achten Platz sicherte. In Oberhof wurde es Rang zwölf in der Verfolgung mit drei Schießfehlern. An diesen müssen die jungen Stars der deutschen Mannschaft noch arbeiten, dann ist auch am kommenden Mittwoch im Einzel eine Top-Platzierung möglich. Sollten Preuß, Grotian und Tannheimer einen guten Tag erwischen, ist Lesser der Meinung, dass es um ganz großen Wurf reicht: "Mindestens eine hat dann die Hand an der Medaille. Auch in der Staffel. Mit einem fehlerfreien Schießen ist sehr viel möglich." Die deutsche Damen-Staffel hat im Weltcup in Oberhof und in Hochfilzen den dritten Platz belegt, in Ruhpolding reichte es aufgrund der Schießfehler nur zum sechsten Rang. Das Quartett um Franziska Preuß wird bei den Spielen in Antholz am 18. Februar am Staffelrennen teilnehmen. Los geht es aber schon am Sonntag mit der Mixed-Staffel, die von den Frauen und Männern bestritten wird. Horn? "Ein Kandidat für das Podium" Bei den Herren kann sich Erik Lesser derweil ebenfalls vorstellen, dass im Quartett einiges möglich ist. Allerdings müssten die Männer dafür an ihre Bestleistung kommen. Lesser ist selbst oft die Staffel gelaufen und kennt den Druck, der damit einhergeht, wenn das Team auf einen zählt. Bei der Weltmeisterschaft 2013 war er Schlussläufer und musste sich am Ende mit den Besten am Schießstand und in der Loipe messen. "Ich bin meistens nicht durch das Laktat kaputt gewesen, sondern durch das Wissen, dass es in der letzten Runde um Platz drei geht und sich das Team auf mich verlässt. Da passiert ganz viel im Kopf", so der Bronzegewinner der damaligen WM. In Bezug auf Olympia sagt er über das Quartett der Männer: "Wenn jeder in der Staffel mit drei Nachladern durchkommt, ist die Medaille machbar, wenn jeder sein Tagesoptimum rausholt." Im Einzel und Sprint traut er Philipp Nawrath und Philipp Horn eine Platzierung ganz vorn zu – sollten sie sowohl am Schießstand als auch auf der Strecke abliefern. "Bei den Herren gehe ich mal davon aus, dass Nawrath und Horn im Sprint konkurrenzfähig sind. Wenn Horn an seine Laufleistung vor der Erkrankung ran kommt, ist er ein Kandidat für das Podium. Er gehört zu dem erweiterten Kreis derer, die um eine Medaille laufen können", sagt Lesser. Auch Michael Rösch meinte zuletzt im Gespräch mit "Eurosport", dass er die beiden als Kandidaten für Medaillen sieht. Gerade im Sprint sei "alles möglich". Horn wurde in Hochfilzen im Sprint Dritter und in der Verfolgung Vierter. Nawrath kam im Sprint in Oberhof als Zweiter hinter dem Italiener Tommaso Giacomel ins Ziel. Daher legt sich Lesser hinsichtlich einer Podestplatzierung wie bei Horn fest: "Das Gleiche gilt für Nawrath."