Der Beginn der Paralympischen Winterspiele wird von Boykott und Protest überschattet. Sieben Nationen blieben der Zeremonie fern, auch Deutschland fehlte – allerdings aus einem anderen Grund. Mit einem politischen Boykott hat die Eröffnungsfeier der 14. Paralympischen Winterspiele in Verona begonnen. Sieben Länder – die Ukraine, Polen, Estland, Finnland, Lettland , Litauen und Tschechien – blieben der Zeremonie fern, weil Russland und Belarus unter eigener Flagge und Hymne antreten dürfen. Deutschland fehlte ebenfalls, begründete dies aber mit sportlicher Konzentration und Solidarität mit der Ukraine. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte am Dienstag erklärt, sich nicht an der Athletenparade zu beteiligen. DBS-Vorstandsvorsitzender Idriss Gonschinska sagte, man habe die Entscheidung, die nicht leicht gefallen sei, in engem Dialog mit dem Team getroffen. "Zerreißt das Herz": Paralympionike darf nicht nach Italien reisen Auch die Zeremonie selbst verlief ungewöhnlich: Kein Athlet trug eine Fahne ins Stadion. Stattdessen zeigte eine Leinwand Videos der Delegationen. Darunter war auch eines des deutschen Teams – für das Anna-Lena Forster und Jörg Wedde als Fahnenträger nominiert waren, doch ein Freiwilligen-Duo trug wie bei allen anderen Nationen die 55 Fahnen ein. Das Internationalen Paralympics Komitees (IPC) begründete dies mit den weiten Wegen zwischen Verona und den Wettkampforten. Aus Platzgründen konnten ohnehin nur jeweils zwei Athleten und Offizielle pro Nation teilnehmen. Deutsches Team schaut an verschiedenen Orten Das deutsche Team verfolgte die Feier andernorts. Die alpinen Athletinnen und Athleten schauten gemeinsam im Deutschen Haus in Cortina – Forster und ihre Teamkollegen schwenkten vor dem Fernseher kleine Fähnchen. Im paralympischen Dorf in Predazzo verfolgten die nordischen Sportlerinnen und Sportler die Zeremonie ebenfalls gemeinsam. Langläufer und Biathlet Marco Maier berichtete, der DBS habe auf dem Stockwerk des Teams extra eine Lounge mit Fernseher eingerichtet. Deutschland tritt mit 40 Aktiven und acht Guides an – dem zweitgrößten deutschen Aufgebot in der Geschichte der Winter-Paralympics. Nur beim Curling fehlen Sportler aus Team D. Beim 50. Jubiläum der Winterspiele starten 611 Athleten aus 55 Ländern in sechs Para-Sportarten. Der Iran fehlt trotz ursprünglicher Ankündigung: Die sichere Anreise des nordischen Skisportlers Aboulfazl Khatibi Mianaei als einzigem Starter habe nicht gewährleistet werden können, teilte das IPC kurz vor der Eröffnung mit.