Wurden bei Prinz Harrys Hilfsorganisation Vorschriften missachtet? Die Aufsicht nimmt die Firma unter die Lupe – es tobt ein erbitterter Machtkampf. Im Streit um die von Prinz Harry gegründete Hilfsorganisation Sentebale hat sich die britische Aufsichtsbehörde eingeschaltet. Bei der Überprüfung gehe es um die Einhaltung rechtlicher Vorgaben durch die Organisation und ihre Stiftungsratsmitglieder, hieß es in einer Mitteilung der Charity Commission. Dafür werde nun Beweismaterial gesammelt. Zum derzeitigen Zeitpunkt seien noch keine Feststellungen getroffen worden. Streitschlichtung gehöre nicht zu den Aufgaben der Behörde, hieß es weiter. Erbitterter Machtkampf um Hilfsorganisation Prinz Harry und Mitgründer Prinz Seeiso von Lesotho waren kürzlich überraschend als Schirmherren der Organisation zurückgetreten. Dahinter steckt ein erbitterter Machtkampf mit der Vorsitzenden Sophie Chandauka, die schwere Vorwürfe gegen Harry und die ebenfalls zurückgetretenen Mitglieder des Stiftungsrats erhebt und eine Beschwerde eingereicht hatte. Die beiden Prinzen hatten Sentebale 2006 in Andenken an ihre verstorbenen Mütter gegründet. Harrys Mutter, Prinzessin Diana , war 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen. Sentebale bedeutet Vergissmeinnicht in der Sprache Lesothos. Die Organisation unterstützt in erster Linie Aidswaisen in Lesotho und Botsuana. Harry spricht von "offensichtlichen Lügen" Harry begrüßte die Überprüfung durch die Aufsichtsbehörde. "Wir gehen fest davon aus, dass sie die Wahrheit ans Licht bringen wird, die uns letztlich kollektiv zum Rücktritt gezwungen hat", hieß es in einer Mitteilung des 40-jährigen Royals laut der Nachrichtenagentur PA. Er fügte hinzu: "Was sich in der vergangenen Woche ereignet hat, war herzzerreißend mitanzusehen – insbesondere, wenn solch offensichtliche Lügen jene verletzen, die Jahrzehnte in dieses gemeinsame Ziel investiert haben." Angeblich PR-Maschine losgelassen Chandauka hatte am vergangenen Wochenende dem britischen Nachrichtensender Sky News ein Interview gegeben. Dabei warf sie Harry vor, der Grund für einen Exodus von Spendern zu sein. Hintergrund sei sein Abschied aus dem engeren Kreis der britischen Königsfamilie und aus Großbritannien vor gut fünf Jahren, sagte die Juristin. Eine Debatte darüber sei nicht möglich gewesen. Zudem sei der Fokus der Hilfsorganisation auf Aidswaisen überholt, weil die Krankheit kein automatisches Todesurteil mehr sei, so die Vorsitzende. Als sie auf Veränderungen drängte, hätten Harry und seine Verbündeten im Stiftungsrat der Organisation versucht, sie aus ihrem Amt zu drängen, sagte Chandauka. Dagegen habe sie sich gewehrt, doch dann sei eine wahre PR-Maschine auf sie losgelassen worden.