Die Partie des FC Bayern bei PSG entwickelt sich zu einem denkwürdigen Schlagabtausch. Das Protokoll eines wilden Abends. Was für ein Halbfinal-Abend im Pariser Prinzenparkstadion: Neun Tore, zwei Elfmeter, traumhafte Treffer, Konter, großes Drama – dieses Hinspiel des FC Bayern bei Paris Saint-Germain war ein echtes Spektakel. Und trotz der packenden 4:5 (2:3)-Niederlage des deutschen Rekordmeisters hat die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany noch immer beste Chancen auf das Erreichen des Endspiels. Neun-Tore-Wahnsinn: Bayern verliert knapp – doch der Finaltraum lebt "Es macht keinen Spaß": Kompany amüsiert sich über eigenen Tribünenplatz Presse feiert denkwürdiges Halbfinale: "Paris wird es bereuen" Doch was da am Dienstagabend in der französischen Hauptstadt ablief, war ein Spiel für die Geschichtsbücher. Das Protokoll der 90 Minuten plus Nachspielzeit. 16. Spielminute – Elfmeter für die Bayern! Joshua Kimmich spielt vor dem Pariser Sechzehnmeterraum in die Lücke zu Michael Olise , der lässt direkt abtropfen – zu Luis Diáz, der am Elfmeterpunkt an den Ball kommt. Der Kolumbianer will noch verzögern – und wird von PSG-Verteidiger William Pacho übermotiviert umgegrätscht. Schiedsrichter Sandro Schärer entscheidet sofort: Strafstoß für die Münchner. 17. Spielminute – Das 1:0 für die Bayern. Harry Kane verwandelt den Elfmeter eiskalt, lässt PSG-Torwart Matvey Safonov keine Chance. Der Engländer verzögert beim Anlauf clever, guckt den Keeper aus – und trifft dann souverän flach ins rechte Eck, Safonov ist längst in die andere Ecke unterwegs. 24. Spielminute – PSG schlägt fast direkt zurück: das 1:1. Desiré Doué schickt auf Links Khvicha Kvaratskhelia mit einem herrlichen Heber steil. Bayern-Verteidiger Josip Stanišić stellt den Georgier im Strafraum, bekommt aber zu spät Unterstützung von Kimmich. Die Folge: Kvaratskhelia zieht mit einem Haken nach innen – und schließt eiskalt mit der Innenseite ab, trifft per Aufsetzer flach ins rechte Eck. Keine Chance für Manuel Neuer . 33. Spielminute – Da ist es passiert: PSG dreht das Spiel! Ousmane Dembélé schlägt einen Eckball von links direkt vor den ersten Pfosten. Dort bleibt Jamal Musiala gegen Paris' João Neves zu passiv, kommt nicht richtig in den Zweikampf. So kann der nur 1,74 Meter große Portugiese fast unbedrängt hochsteigen – und köpft per Aufsetzer ins lange Eck zum 1:2. 41. Spielminute – Der Ausgleich für die Bayern. 2:2. Und was für ein Traumtor: Michael Olise dribbelt sehenswert in den PSG-Sechzehner, lässt dabei auf engstem Raum gleich drei Gegenspieler stehen. Der Abschluss? Ein kraftvoller Schlenzer genau in die Tormitte. Safonov ist machtlos. Ein Kunststück des Franzosen. 45. Spielminute +2 – War es das schon in der ersten Spielhälfte? Von Wegen: Es gibt Handelfmeter für PSG. Nach einer abgewehrten Ecke bleiben die Hausherren am Ball, Dembelé will rechts neben dem Strafraum eine Flanke in den Sechzehner schlagen, Bayerns Alphonso Davies ist bei ihm – und bekommt den Ball beim Wegdrehen an die Hand. Schon in der TV-Zeitlupe sieht es sehr danach aus, als würde Davies' Hand zum Spielgerät gehen. Die Pariser fordern sofort Elfmeter. Schiedsrichter Schärer wird vom Videobeweis (VAR) informiert. Er geht an den Spielfeldrand, um sich die Szene nochmals anzusehen. 45. Spielminute +5 – Über zwei Minuten lang hat sich der Schweizer Unparteiische die Szene angesehen. Und entscheidet auf Elfmeter. Dembélé läuft an, verzögert leicht und trifft ins rechte untere Eck. Neuer hat die Ecke, ist wohl auch noch ganz leicht mit den Fingerspitzen dran, kann den scharf geschossenen Elfer aber nicht retten. Das 2:3 aus Bayern-Sicht quasi mit dem Pausenpfiff. 56. Spielminute – Die Bayern werden eiskalt erwischt: die erste große Chance für PSG nach der Pause – und direkt das 2:4. Achraf Hakimi kann auf rechts unbedrängt durchlaufen, spielt dann am Strafraum scharf und flach nach innen. Am Bayern-Fünfer warten Warren Zaïre-Emery und Dembélé, doch beide verpassen die Einschussmöglichkeit. Nicht aber Kvaratskhelia, der auf links frei an den Ball kommt – und sofort per tollem Abschluss ins Eck trifft. Da müssen sich die Münchner erst einmal schütteln. 58. Spielminute – Doch die Bayern bekommen dazu nicht einmal die Gelegenheit. Paris legt direkt nach. Zwei Tore in zwei Minuten, das 2:5. Wird das hier am Ende ein ganz böser Abend für die Bayern? Doué setzt bei einem Konter vor dem Bayern-Strafraum den mitlaufenden Dembélé auf links ein. Der lässt Dayot Upamecano keine Chance, schlägt einen schnellen Haken und schließt flach ab. Upamecano wird dabei getunnelt – und Neuer ist chancenlos. 65. Spielminute – Was ist denn hier los? Tor Nummer acht, das 3:5 – die Bayern geben sich noch nicht auf. Hakimi foult Díaz im n Halbfeld, es gibt Freistoß für die Bayern. Kimmich flankt von dort aus gefühlvoll vor den rechten PSG-Pfosten. Dort kann Upamecano fast ungestört hochsteigen und genau ins rechte Eck einköpfen. 68. Spielminute – Unglaublich, dieses Spiel. 4 :5 – die Bayern sind wieder dran, und das nach einem Drei-Tore-Rückstand. Kane überspielt mit einem tollen Ball aus dem Zentrum die Pariser Abwehr – genau in den Lauf von Diáz! Der hat im PSG-Strafraum nur noch Marquinhos vor sich, lässt den Brasilianer mit einer Körpertäuschung wie einen Anfänger aussteigen und schießt aus elf Metern ins rechte Eck ein. Der VAR überprüft: Stand der Angreifer bei Kanes Pass im Abseits? Nein! Das Tor zählt. Und die Bayern haben im Rückspiel kommenden Mittwoch in der heimischen Allianz Arena (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online) noch alle Chancen, den Einzug ins Champions-League-Finale zu schaffen. Und den Triple-Traum weiter am Leben zu halten.