Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um das neue Altersvorsorgedepot. Die Reform der privaten Altersvorsorge ist so gut wie beschlossen. Voraussichtlich im Mai dürfte nach dem Bundestag auch der Bundesrat sein Okay geben und damit das lang ersehnte Update für die Riester-Rente möglich machen. Einige t-online-Leser bereiten sich schon heute auf diesen Fall vor, haben aber noch so manches Fragezeichen im Kopf. Ein Leser beispielsweise erwägt, vom bisherigen Riester-System in das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot zu wechseln und möchte wissen, was mit dem Geld passiert, das er bereits investiert hat. Er fragt: "Wird der Riester-Vertrag auf ruhend gestellt oder kann man die eingezahlten Beiträge aufs Depot übertragen?" Altersvorsorgedepot: Wechsel ohne Verlust möglich Laut dem aktuellen Gesetzentwurf können Riester-Sparer ihren bestehenden Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot übertragen, ohne die bisherige Förderung zu verlieren. Je nach Alter des Riester-Vertrags können dabei allerdings Wechselkosten anfallen. Bei Riester-Verträgen, die noch keine fünf Jahre lang laufen, darf der bisherige Anbieter maximal 150 Euro an Wechselgebühren verlangen. Ist der Vertrag älter, muss er den Sparer kostenlos ziehen lassen. Der neue Anbieter darf sich den Wechsel allerdings ebenfalls etwas kosten lassen: Auch diese Gebühren sind bei 150 Euro gedeckelt. Zusätzliche Abschluss- und Vertriebskosten sind nicht gestattet. Verbraucherschützer im Interview: "Das schmälert die spätere Rente erheblich" Beispielrechnungen: Wer bald mehr als 2.700 Euro Rente erhalten kann Die Experten beim Geldratgeber "Finanztip" gehen davon aus, dass es sich bei vielen bestehenden Riester-Verträgen lohnen wird, die Beiträge und Zulagen ins neue Altersvorsorgedepot zu übertragen. Das gelte insbesondere für Sparer mit teuren Riester-Verträgen sowie für all jene, die ihren Riester-Vertrag derzeit ruhend gestellt haben und nun wieder neu einsteigen möchten. Wer hingegen über einen günstigen und gut verzinsten Riester-Vertrag verfügt, sollte laut "Finanztip" eher im alten System bleiben. Gleiches gelte für all jene, die derzeit deutlich mehr Förderung im Vergleich zu ihren Einzahlungen bekommen als im neuen System. Genauere Aussagen lassen sich treffen, sobald die ersten Produkte auf dem Markt sind. Die neue private Altersvorsorge soll ab Januar 2027 starten.