Russland baut wieder Wolga-Autos: Vom Staatsauto zum China-Import

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Die berühmteste Automarke Russlands kehrt zurück. Doch unter der Haube der neuen Wolga-Modelle verbirgt sich ein Geheimnis, das weit über die russischen Grenzen hinausreicht – und eine pikante Vorgeschichte hat. Es ist ein Name, der in Russland Generationen bewegte. Jetzt steht Wolga vor dem Comeback. Seit wenigen Tagen läuft die Produktion von zwei neuen Modellen an, einem SUV namens K50 und der Limousine C50. Doch eine russische Eigenentwicklung sind beide nicht. Die neuen Autos sind im Kern alte Bekannte aus Fernost. Ein Geely im russischen Gewand Hinter dem Wolga K50 steckt der Geely Monjaro aus China . Optisch wurden lediglich Dekorelemente an Front und Heck sowie die Schriftzüge angepasst. Mit 4,77 Metern Länge und einem 238 PS starken Turbobenziner tritt das SUV in der oberen Mittelklasse an, etwa im Format eines VW Tayron. Zur Ausstattung gehören Allradantrieb, Achtgangautomatik und Massagesitze. Limousine für die Mittelklasse Zweites Standbein der Marke ist der C50, eine 4,82 Meter lange Limousine auf Basis des Geely Preface. Hier haben Käufer die Wahl zwischen 150 und 200 PS. Während im SUV ein Allradantrieb steckt, treibt der C50 über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausschließlich die Vorderräder an. Im Cockpit dominieren digitale Instrumente und ein Touchscreen. Die Erben von Volkswagen Produziert wird an einem symbolträchtigen Ort: im ehemaligen Volkswagen-Werk in Nischni Nowgorod, 400 km östlich von Moskau . Nach Russlands Überfall auf die Ukraine im Frühjahr 2022 hatte VW die Fertigung dort gestoppt und die Partnerschaft mit der dortigen GAZ-Gruppe beendet. Nach langem Rechtsstreit um Schadenersatz ziehen nun die neuen Wolga-Modelle in die Hallen ein, in denen früher VW und Skoda vom Band liefen. Vom Staatsauto zum China-Import Die Geschichte der Marke atmet den Geist des vergangenen Jahrhunderts. Schon 1956 lief bei Gorki-GAZ der erste Wolga (Modell GAZ M-21) vom Band. 1968 folgte der GAZ-24, der im gesamten Ostblock als Taxi und Behördenfahrzeug allgegenwärtig war. Er galt als unverwüstlich, war aber bei seinem Produktionsende 1992 hoffnungslos veraltet. Sogar im Westen fanden einige Exemplare ihre Käufer. Vereinzelt rollten sie sogar als aufwendig umgebaute Rechtslenker durch Länder mit Linksverkehr. Ein Fluss ohne eigene Quelle Nachdem ein erster Wiederbelebungsversuch im Jahr 2024 gescheitert war , soll es nun die Technik von Geely richten. Heute ist die Marke wie der Fluss, der ihr den Namen gibt: Sie ist noch da, wird aber maßgeblich von anderen Strömen gespeist – in diesem Fall aus Fernost.
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