Rüstungsboom: Heidelberger Druckmaschinen steigt ins Drohnen-Geschäft ein

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Heidelberger Druckmaschinen begründete vor 175 Jahren den Ruf der deutschen Druckindustrie. Doch jetzt schwenkt der Konzern auf einen neuen Markt um. Der Druckmaschinenhersteller Heidelberg steigt ins Geschäft mit Drohnenabwehrsystemen ein und will den Schutz kritischer Infrastruktur stärken. Das Unternehmen nahm gemeinsam mit einem amerikanisch-israelischen Technologie-Anbieter in Brandenburg an der Havel den Betrieb auf. Mit der Technik sollen Drohnen, die etwa zu Spionage- oder Sabotagezwecken aufsteigen, abgefangen werden. Drohnen seien zu einem der meistgenutzten Mittel hybrider Militärstrategien geworden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das neu gegründete Joint Venture Onberg Autonomous Systems entwickelt technologische Systeme zur Abwehr. Prognose: DIHK sieht Chancen in Rüstungsmarkt Rüstungsboom: So profitiert der Osten vom Wachstumsmarkt Die Anfänge von Heidelberger Druckmaschinen reichen zurück bis ins Jahr 1850. Gemeinsam mit den Unternehmen Koenig & Bauer aus Würzburg sowie der zwischenzeitlich insolventen Manroland begründete die Firma den weltweiten Ruf der deutschen Druckindustrie. Doch die Branche hat sich mit dem Aufstieg der digitalen Welt längst gewandelt. Das zeigt ein Blick aufs Firmengelände von Heidelberger Druckmaschinen im kurpfälzischen Wiesloch. Das ist längst an einen Immobilienentwickler verkauft, ebenso wie die alte Firmenzentrale am Heidelberger Hauptbahnhof. Auch industriepolitisch steuert der Konzern jetzt um und steigt ins Drohnen-Geschäft ein. "Die Systeme sind auf höchste Anforderungen der nationalen Sicherheit, des Grenzschutzes sowie militärischer, ziviler und industrieller Anwendungen ausgelegt", hieß es seitens des Unternehmens. Die Drohnen sollen zunächst in Deutschland und der Ukraine vermarktet werden. "Auf der Grundlage von 175 Jahren deutscher Maschinenbaukompetenz von Heidelberg entsteht hier ein wesentlicher Beitrag zur technologischen Unabhängigkeit Europas", sagte der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG, Jürgen Otto. Auch der israelische Botschafter Ron Prosor kam zum Betriebsstart, bei dem die Drohnenabwehrtechnik demonstriert wurde. Lob aus der Politik Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: "Angesichts einer wachsenden Bedrohungslage müssen wir unsere kritischen Infrastrukturen noch besser schützen." Brandenburg bekenne sich zu dieser Ansiedlung und dem Ziel, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken. In Brandenburg an der Havel hat der Druckmaschinen-Spezialist Heidelberg seit 1991 eine Produktionsstätte. Dort sind rund 380 Menschen beschäftigt. Bei der Drohnenabwehr stehen unter anderem Flughäfen, Bundeswehr-Standorte und Energieversorger im Fokus. Nach Angaben der Bundesregierung haben Drohnensichtungen an wichtigen Einrichtungen in Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zugenommen. Zuletzt waren Drohnen in der Luft ein Sicherheitsrisiko, etwa am Hauptstadtflughafen BER . Onberg ist ein Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG und dem US-amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems.
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