Schlager-Star Gaby Baginsky: "Ich bekomme nicht viel Rente"

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Mit 72 Jahren hat Gaby Baginsky ein neues Album aufgenommen. Im Gespräch mit t-online spricht sie über Zweifel, Rente und warum sie im Musikbusiness fast aufgehört hätte. Es gab einen Moment, in dem Gaby Baginsky beinahe alles hingeworfen hätte. Die Schlagersängerin, die seit mehr als 50 Jahren auf der Bühne steht, erinnert sich im Gespräch mit t-online an einen Abend, der sie ins Grübeln brachte: "Ich weiß, wie ich einmal in meinem Zimmer stand, mit meinen Bühnenklamotten, und gedacht habe: 'Vielleicht brauche ich euch gar nicht mehr.' Da wurde es mir mulmig." Die Gedanken an ein Leben ohne Musik seien damals durchaus konkret gewesen, erzählt Baginsky. "Mein Mann und ich haben eine gute Altersvorsorge, ich dachte mir: Dann leben wir und reisen einfach. Ohne all den Stress." Doch die gebürtige Niedersächsin, die 1975 mit "Häng die Gitarre nicht an den Nagel" ihren Durchbruch feierte, fand in die Branche zurück. "Ich bin Sternzeichen Fisch, ich schwimme manchmal unten und ganz schnell wieder oben. Man darf sich nicht aufgeben." Schlagersendung: ARD setzt "Immer wieder sonntags" ab Ungleichgewicht: Es droht Unheil in der ARD Statt aufzuhören, hat die 72-Jährige ein neues Album aufgenommen. Es trägt den Titel "Die ganz große Show". So heißt auch die erste Single. "Das ist von einem der besten Komponisten und Produzenten in Berlin gemacht worden", sagt Baginsky. Auf dem Album finden sich acht neue Titel und acht neu produzierte Versionen ihrer größten Erfolge. Gaby Baginsky beschreibt die neuen Songs als Neuanfang: "Die Texte sind viel moderner geworden und zeitgemäßer. Die Sprache im Schlager hat sich unheimlich verändert. Es ist wie ein neues Kleid und ich fühle mich pudelwohl damit." "Für Künstler wie mich ist das schwierig" Im Fernsehen hat es Baginsky allerdings zunehmend schwer. In den großen Schlagershows, etwa den "Festen" von Florian Silbereisen oder der "Giovanni Zarrella Show", taucht ihr Name schon lange nicht mehr auf. "Ich glaube, sie setzen auf Quote und wollen im Moment nur die ganz Großen. Für Künstler wie mich, die schon länger dabei sind, ist das schwierig", sagt Baginsky. Verbittert wirkt die Sängerin dabei nicht. "Wenn es klappt, freue ich mich. Wenn es nicht klappt, bin ich auch nicht traurig. Was soll ich denn machen? Ich will mich da nicht festbeißen, ich nehme es, wie es kommt." Auch ein Duett würde sie noch reizen, am liebsten mit Roland Kaiser oder Howard Carpendale . "Aber die machen mit mir kein Duett", fügt sie hinzu und lacht. Dass sie noch immer auf der Bühne steht, verdankt Baginsky nach eigener Einschätzung auch ihrem Lebensstil. "Botox mache ich nicht. Ich bin gerne bereit, mich verwöhnen zu lassen oder ein tolles Programm auszuprobieren, aber spritzen lasse ich nichts", betont sie. Auf die Frage, was sie jung halte, verweist die Sängerin auf andere Faktoren: "Ich habe nie geraucht, das sind alles Fakten, die dafürsprechen, dass die Haut nicht so schnell altert. Und ich lebe mit elf Katzen, die sind bei uns gestrandet. Wir haben eine große Wohnung, keine Nachbarn, die sich beschweren, und viel Natur. Diese Einstellung zum Leben hält auch jung." "Das ist unser Geld fürs Alter" Die Katzenliebe hat allerdings ihren Preis. "Für Katzenfutter geben wir bestimmt 1.000 Euro im Monat aus. Unsere Katzen sind zwischen 15 und 18 Jahre alt, bekommen Medikamente und nur das Beste", erzählt Baginsky. Finanziell hat sie dafür vorgesorgt. "Ich habe immer in die Künstlersozialkasse eingezahlt. Ich bekomme nicht viel Rente , aber immerhin um die 1.000 Euro", sagt sie. Zudem hat sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Immobilie gekauft. "Das ist unser Geld für das Alter. Wenn ich mal sterbe, geht das Vermögen an eine Tierorganisation und eine Stiftung für krebskranke Kinder." An den Ruhestand denkt Baginsky trotzdem noch lange nicht. Ans Lebensende allerdings schon – auf ihre ganz eigene Art: "Ich möchte nicht ins Pflegeheim . Ich wünsche mir, dass mich jemand betreut, dafür habe ich auch gespart." Dann fügt sie hinzu: "Ansonsten wünsche ich mir, dass ich zu Hause sterben kann. Aber noch nicht. Jetzt bin ich erst mal dran mit meinem neuen Baby."
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