Schufa-Score bei Wohnungssuche: Wie wichtig die Auskunft wirklich ist

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Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um den Einfluss der Schufa bei der Wohnungssuche. Wer in deutschen Großstädten eine Wohnung sucht, braucht oft Geduld, Glück und eine tadellose Bonität. Häufig berichten Wohnungssuchende, dass ihre Bewerbungen trotz solider Einkünfte scheitern, sobald der Blick des Vermieters auf den Schufa-Score fällt. Tatsächlich gilt die Auskunft der Schufa vielen Eigentümern als Maßstab für Zahlungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. Doch wie stark beeinflusst dieser Score wirklich die Chancen auf eine Zusage? Ein t-online-Leser fragt sich nun: "Ist der Schufa-Score tatsächlich das entscheidende Kriterium, ob man eine Wohnung bekommt?" Schufa-Score: Wichtiger Faktor, aber kein alleiniger Maßstab Die Sorge, dass die Bonität über die Wohnungsvergabe entscheidet, ist weitverbreitet. Laut Schufa greift diese Annahme jedoch zu kurz. Der Score bildet nicht die gesamte Lebensrealität eines Menschen ab. So liegen der Auskunftei keine Informationen zu Einkommen, Vermögen, Beruf, Ausbildung, Familienstand oder Wohnsituation vor – alles Faktoren, die für Vermieter ebenfalls eine Rolle spielen. Diese Daten fließen folglich auch nicht in das Scoring ein. Der Schufa-Score ist damit nur ein Teil der Gesamtbewertung von Vermietern. Schufa-Score: Diese zwölf Kriterien entscheiden über Ihre Kreditwürdigkeit Frag t-online: Verbessert ein hoher Kredit den Score? Hinzu kommt: In Schufa-Auskünften für Vermieter wird nach Angaben des Unternehmens gar kein konkreter Scorewert angezeigt. Stattdessen enthält die sogenannte Verbraucherauskunft vor allem Informationen darüber, ob bisherige Zahlungsverpflichtungen zuverlässig erfüllt wurden. Wenn Sie Ihre Rechnungen stets pünktlich bezahlt haben, wird dies lediglich als positive Information ausgewiesen. Offene Zahlungsstörungen erscheinen laut Schufa erst ab einer Gesamtsumme von 400 Euro. Erledigte Einträge werden zudem nur noch ein Jahr lang angezeigt – und nicht drei Jahre, wie in anderen Auskünften. Das soll einen fairen Ausgleich zwischen Mietern und Vermietern schaffen. Wichtig für Sie: Vermieter sind nicht verpflichtet, eine Schufa-Auskunft einzuholen. Auch Sie müssen diese nicht zwingend vorlegen. In der Praxis verlangen sie viele Vermieter jedoch und machen den Mietvertrag oft davon abhängig. Was hinter dem Schufa-Score steckt Der Schufa-Score ist eine Prognose. Er soll einschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre Zahlungen künftig zuverlässig leisten. Dafür nutzt die Auskunftei statistische Verfahren. Konkret bedeutet das: Die Schufa analysiert große Mengen an Zahlungserfahrungen aus der Vergangenheit und leitet daraus Wahrscheinlichkeiten für die Zukunft ab. Mithilfe mathematischer Methoden identifiziert sie Faktoren, die nachweislich mit guter oder schlechter Zahlungsmoral zusammenhängen.
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