Eine neue Analyse enthüllt, wie viele Daten beliebte Shopping-Apps tatsächlich sammeln. Ein Experte warnt vor den damit verbundenen Risiken. Viele Shopping-Apps erheben eine große Menge an Kundendaten, die über den reinen Kaufprozess hinausgehen, wie eine aktuelle Analyse zeigt. Eine App fällt durch das Erheben sensibler Daten besonders negativ auf. Das hat eine Untersuchung des Cybersicherheitsunternehmens und VPN-Anbieters Surfshark ergeben. Darin hat das Unternehmen einige der beliebtesten Shopping-Apps in Deutschland analysiert, darunter Amazon , Lidl Plus, Ebay, Kleinanzeigen, Kaufland , Vinted, AliExpress, Shein und Temu. Einige Apps geben Daten an Dritte weiter Wer auf Shopping-Apps unterwegs ist und einkauft, willigt in der Regel auch in die Erhebung verschiedener Daten ein, etwa der Kaufhistorie oder der für den Bestellvorgang erforderlichen Informationen wie der E-Mail-Adresse. Einige Apps sammeln die Daten jedoch in einem besorgniserregenden Ausmaß, heißt es in der Pressemitteilung. Amazon greife in Deutschland stärker in die Privatsphäre ein als alle anderen untersuchten Anwendungen. Der Analyse zufolge sammelt Amazon 25 von 35 einzigartigen Datentypen. Laut Surfshark folgen Ebay mit 21 Datentypen, Kleinanzeigen mit 19 sowie Temu und Kaufland mit je 17. AliExpress (16), Shein (15) und Lidl Plus (12) erfassen vergleichsweise weniger Informationen. Alle Apps speichern grundlegende Angaben wie Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Anschrift und Nutzer-ID. Die meisten greifen zudem auf Suchverläufe, Geräte-IDs oder Kaufhistorie zu. Datenschutz: Was sind personenbezogene Daten? Sieben der untersuchten Apps geben Teile der erfassten Daten außerdem an Dritte weiter, darunter Ebay (u. a. Kaufdaten, Such- und Browserverläufe), Kleinanzeigen, Lidl, Kaufland, Shein und AliExpress. Das sieht Surfshark besonders kritisch. Datensammlung bei Shopping-Apps birgt Risiken Nach Angaben von Surfshark erfasst die Amazon-App auch besonders sensible Informationen wie politische Ansichten, ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, biometrische Daten und Gesundheitsangaben. Das birgt ernsthafte Risiken für Nutzer, etwa im Fall eines Hackerangriffs auf die App, warnt Miguel Fornes, Information Security Manager bei Surfshark. "Bevor man eine Shopping-App herunterlädt, sollte man sich überlegen, ob man wirklich bereit ist, seine Privatsphäre gegen einen Rabatt einzutauschen." Fornes rät Nutzern, Berechtigungen sparsam zu vergeben, unnötige App-Zugriffe regelmäßig zu widerrufen, Datenschutzoptionen zu prüfen und starke Passwörter sowie die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu nutzen. Zudem sei der Einkauf über den Browser oft datensparsamer als die App-Nutzung.