Silber und Gold: Diese 5 Regeln helfen jedem Anleger an der Börse

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Die Börse ist kein Casino – das haben der jüngste Boom und der folgende Absturz bei Silber gezeigt. Wer langfristig bestehen will, braucht an der Börse keine Kristallkugel, sondern klare Spielregeln. Die vergangenen Wochen haben es mal wieder gezeigt: Money Management ist das unscheinbare Rückgrat jedes erfolgreichen Anlegers – so unspektakulär wie ein Sicherheitsgurt im Auto. In unserem Börsendienst war Silber wie überall das große Thema. Warnungen vor einem Absturz sind unsexy, doch genau wie an dieser Stelle vor zehn Tagen bei Gold sprachen wir sie auch explizit für Silber aus. Denn am Markt gilt einfach zu oft die Devise: "what goes up, must come down" (deutsch: was hochgeht, muss auch wieder herunterkommen). Mahner statt Prophet sein Ob der Basiswert Silber, Gold , SanDisk oder Coinbase lautet, ist dabei sekundär. Auch wenn man als Mahner unsexy und weit spießiger daherkommt als die Verkünder hoher Kursziele: Die Botschaft ist die richtige. Denn die Follower der großen Kurszielpropheten sind oft pleite, nachdem sie ganz kurzfristig tolle Renditen gesehen hatten. US-Bank überrascht mit Gold-Prognose: So hoch könnte der Preis bis 2030 steigen Gute Jahre, schlechte Aussichten? Warum Börsenerfolge kein Omen sind Wer langfristig an der Börse überleben will, braucht mehr als Glück. Es geht um Erfahrung, aber vor allem um einen klaren Plan. Der jüngste Boom mit folgendem historischem Absturz bei Silber und Gold unterstreicht, dass diese Regeln auch bei Edelmetallen gelten. In extreme Phasen hineinzukaufen, kann schnell mit Buchverlusten von 20, 30 oder mehr Prozent quittiert werden. Teures Lehrgeld vs. günstiger Plan Bei aktivem Handel überstehen auf dem Parkett nur zwei Typen: die Hartgesottenen mit viel Erfahrung und die Disziplinierten mit einem klaren Plan. Erfahrung hat allerdings ihren Preis: Fast jeder erfolgreiche Trader hat schon einmal einen Totalverlust erlitten. Fehler sind kein Makel, sondern Lehrgeld. Mit einer Strategie lassen sich diese Rückschläge zwar nicht verhindern, aber erträglicher gestalten. "Risiken minimieren, Gewinne maximieren" klingt nach abgedroschener Börsen-Weisheit – ist aber der Kompass, ohne den man im Finanzdschungel verloren geht. One size fits all? Schön wär's Die größte Illusion: Money Management funktioniere für alle gleich. Lehrbücher predigen gern, nie mehr als ein Prozent pro Trade zu riskieren. Klingt solide, ist aber so pauschal wie der Ratschlag, immer um 22 Uhr ins Bett zu gehen. Der eine schläft trotzdem nicht, der andere schlummert schon vorher weg. Entscheidend ist die eigene Risikotoleranz: Will ich sicher Vermögen aufbauen, ein bisschen spekulieren oder schlicht den Nervenkitzel suchen? Für den einen ist ein ETF-Sparplan perfekt , für den anderen nur das hochriskante Hebelzertifikat ein echter Kick. Gerade wer den Nervenkitzel sucht und Hebelpapiere einsetzt, merkt schnell: Ohne klare Regeln ist das Spiel schnell vorbei. Ihr Weg an die Börse: Diese Wertpapiere lohnen sich für Einsteiger wirklich Wichtige Kriterien: Welchen ETF sollten Sie kaufen? Die eigene Risikogrenze zu kennen, ist das eine – Verluste effektiv zu begrenzen, das andere. Wer übrigens die Risikoneigung aktiver Anleger hierzulande einschätzen möchte, hat in den Risk-Indikatoren vom Anbieter Gettex eine gute Orientierung auf Tagesbasis. Kampf gegen den Totalverlust Kaum eine Regel wird so oft zitiert und so oft gebrochen: "Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen" ist eine der ältesten Börsenregeln, so Lars Reichel von der Börse München . In der Praxis passiert meist das Gegenteil. Nur wenige dürften die seit vielen Jahren laufende Rally bei UniCredit oder Siemens Energy konsequent mitgemacht haben. Viele stiegen zwischenzeitlich aus. An Verlierern wie Porsche , Beiersdorf oder Merck hält man hingegen fest oder ignoriert sie schlicht. Bedeutet: Gute Aktien werden zu früh verkauft, schlechte ewig im Depot behalten. Doch die Mathematik kennt kein Erbarmen: "Zehn Prozent Verlust erfordern elf Prozent Gewinn, um wieder auf null zu kommen. Bei minus 50 Prozent braucht es eine Verdoppelung – eine sportliche Aufgabe", so Thomas Soltau von Smartbroker. Kleine Verluste sind schmerzhaft, aber heilbar. Große Verluste können eine Strategie schnell zum Scheitern bringen. Und genau hier zeigt sich der Vorteil von Werkzeugen, die über das reine Aktieninvestment hinausgehen: Wer clever mit Zertifikaten arbeitet , kann Risiken steuern und Chancen aktiv gestalten. Wissen schlägt Gier Schnell reich mit dubiosen Online-Akademien? Ein Märchen. An der Börse gilt: Erst in Wissen investieren, dann ins Depot. Dazu klingt Diversifikation langweilig, ist aber Pflicht. Auch wenn die Märkte global vernetzt sind, gibt es jedes Jahr Gewinner und Verlierer. Wer nur auf ein Pferd setzt, riskiert den Komplettausfall. Wer aber Branchen, Märkte und Anlageinstrumente mischt, bleibt beweglich. Und nicht vergessen: Auch Cash ist eine Position – die Reserve, die es erlaubt, im richtigen Moment zuzuschlagen. Das jüngste Beispiel bei Silber hat auch gezeigt, wie wichtig es sein kann, eigene Positionen einem Stresstest zu unterziehen. Wir hatten bei Kursen um 110 bis 120 Dollar eingeschätzt, dass Silber schnell bis unter 80 Dollar durchgereicht werden könnte. Die Wahrheit liegt immer auf dem Platz, und da sah man, dass sogar die 70-Dollar-Marke fast touchiert wurde. Der größte Silber-Absturz der Börsengeschichte – auch so etwas muss man im Worst Case kalkulieren.
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