Lidrandentzündung behandeln: Hausmittel, Lidrandpflege

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Eine Lidrandentzündung ist oft hartnäckig und erfordert Ausdauer bei der Behandlung. Welche Hausmittel helfen und wann Augentropfen ratsam sind.Die Lidrandentzündung (Blepharitis) zählt mit zu den häufigsten Augenerkrankungen und ist meist langwierig. Verstopfte Talgdrüsen (die sogenannten Meibom-Drüsen) an den Lidrändern führen dazu, dass sich der Tränenfilm verändert. Trockene, brennende und juckende Augen können die Folge sein. Bei vielen Betroffenen liegt die Erkrankung chronisch vor.Lidrandentzündung: Diese Symptome sind typischAuslöser bei Blepharitis: Was eine Lidrandentzündung verursachtEine grundlegende Bedeutung für die Behandlung hat vor allem die tägliche Pflege der Lidränder. Diese setzt sich aus verschiedenen Maßnahmen zusammen – aus Hausmitteln wie einer Wärmebehandlung der Augen, einer Lidmassage und schließlich einer Lidrandreinigung. Je nach Situation können zusätzlich zur Lidrandhygiene Mittel wie Augentropfen oder -salben zum Einsatz kommen.Wirksames Hausmittel bei Lidrandentzündung: Die LidrandpflegeEntlang des oberen und unteren Lidrands liegen Talgdrüsen, die sogenannten Meibom-Drüsen. Sie geben ein öliges Sekret ab, das sich mit der Tränenflüssigkeit vermischt und so dazu beiträgt, dass der Tränenfilm nicht zu rasch verdunstet. Sind die Talgdrüsen verstopft, kann es zu trockenen Augen kommen. Die Lidrandpflege soll bewirken, dass der aufgestaute Talg aus den Drüsen abfließen kann und die Poren der Talgdrüsen nicht erneut verstopfen.Schritt 1: WärmebehandlungDer erste Schritt der Lidrandpflege besteht darin, die Augenlider zu erwärmen, damit sich der Talg verflüssigen kann. Idealerweise sollte es sich dabei um feuchte Wärme handeln. Dazu bieten sich verschiedene Methoden an:feuchtwarme Kompressewarme GelkompresseRotlichtlampeWärmebrilleBei allen Wärmeanwendungen am Auge gilt: Die Temperatur sollte erträglich, also keinesfalls kochend heiß sein. Gegebenenfalls ist es notwendig, kurz zu warten, bis sich die Augenauflage etwas abkühlt.Feuchtwarme Kompresse: Hierfür einen sauberen Waschlappen oder ein Tuch in erwärmtes Leitungswasser aus dem Wasserkocher geben oder zusammen mit dem Wasser kurz in der Mikrowelle erhitzen. Die erwärmte Kompresse nun für etwa fünf bis zehn Minuten auf die geschlossenen Augen legen.Gelkompresse: Gelkompresse in der Mikrowelle oder im Wasserbad kurz erwärmen, feuchte Wattepads auf die geschlossenen Augen legen, Gelkompresse darüber platzieren und die Wärme für etwa sieben bis zehn Minuten einwirken lassen.Wärmebrille: Sogenannte Wärmebrillen gibt es in verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel mit Gelfüllung oder elektronisch, also zum Erwärmen mit Strom. Mit feuchten Einlagen (etwa Wattepads) versehen, kann darüber die Wärme auf die Augenlider einwirken.Rotlicht: Mithilfe einer Rotlichtlampe lassen sich die Augenlider ebenfalls erwärmen. Dazu die Augen schließen und das Rotlicht in einem Abstand von 30 Zentimetern für etwa zehn Minuten einwirken lassen.Schritt 2: LidrandmassageNach der Wärmebehandlung ist der Talg in den Lidranddrüsen flüssiger und somit bereit für die Lidrandmassage. Dafür genügt es, sanft mit den Fingern einige Male auf dem Oberlid von oben in Richtung Wimpernkranz und am Unterlid von unten in Richtung Wimpernkranz zu streichen. Mit diesem simplen Hausmittel lässt sich der Talg aus den Drüsen ausstreichen.Wichtig: Die Hände sollten gewaschen sein. Anstatt mit den Fingern lässt sich die Massage zudem mit einem angefeuchteten frischen Wattestäbchen durchführen.Schritt 3: Lidhaut- beziehungsweise LidrandreinigungIm Anschluss an Wärmebehandlung und Lidrandmassage folgt die Lidrandreinigung, die den aus den Drüsen ausgetretenen Talg sowie etwaige Verkrustungen an den Wimpern entfernen soll. Da sich das ölige Sekret schlecht in Wasser löst, genügt es nicht, die Augen nur mit einem feuchten Tuch oder Wattepad abzuwischen. Es ist deshalb ratsam, dazu spezielle Produkte (wie Lösungen oder Lotionen) aus der Apotheke zu verwenden. Diese werden zum Beispiel auf ein Wattepad gegeben, um damit sanft über die Augenlider erst bis zum Lidrand und dann in Richtung innerem Augenwinkel hin zu wischen.Alternativ lässt sich das mit einer selbst hergestellten Lösung aus Babyshampoo bewerkstelligen: Für das Hausmittel eine halbe Tasse Wasser abkochen, abkühlen lassen, ein unbenutztes Wattestäbchen kurz ins Babyshampoo eintauchen und anschließend gut mit dem Wasser mischen. Nun ein frisches Wattestäbchen mit der Lösung befeuchten und damit über die Augenlider hin zu den Wimpern beziehungsweise dann zum inneren Augenwinkel hin zu streichen. Die Lösung muss jedes Mal neu angesetzt werden und es ist darauf zu achten, das Wattestäbchen nicht mehrfach in die Lösung einzutauchen, um diese nicht zu verunreinigen.Nach der Lidreinigung können Betroffene die Augenlider mit Wasser abspülen oder feucht abwischen (zum Beispiel mit einem frischen Wattepad).Im Falle einer chronischen Lidrandentzündung kann es ratsam sein, die Lidrandpflege über das Abklingen der Erkrankung hinaus in das tägliche Pflegeprogramm mit aufzunehmen. So lässt sich etwaigen Rückfällen vorbeugen. Am besten gelingt das, wenn Betroffene die Maßnahmen zur Augenhygiene ähnlich wie das Zähneputzen in ihre Alltagsroutine mit aufnehmen.Augenmittel bei LidrandentzündungBis die Lidrandpflege spürbare Wirkung zeigt und sich der Tränenfilm normalisiert, verschreibt der Augenarzt oder die Augenärztin meist zusätzlich Tränenersatzmittel: Die Augentropfen befeuchten und beruhigen die trockenen Augen. Dickflüssigere Tränenersatzmittel (wie Augengele oder -salben) bieten sich vor allem für die Nacht an, denn sie können das Sehen kurzfristig beeinträchtigen.Hinter einer akuten Lidrandentzündung können auch Bakterien stecken – meist Staphylokokken, die Teil der normalen Hautflora sind. Dann können kurzfristig Augentropfen oder -salben notwendig sein, die Antibiotika oder Glukokortikoide ("Kortison") enthalten.Liegen der Lidrandentzündung andere Erkrankungen zugrunde, wie etwa eine Rosazea, ein seborrhoisches Ekzem, eine Allergie oder eine Neurodermitis, oder bestehen Erkrankungen, welche die Beschwerden der Blepharitis möglicherweise verstärken (wie etwa Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen), müssen diese ebenfalls behandelt werden.Lidrandentzündung: Was können Betroffene außerdem tun?Nicht zuletzt können verschiedene andere Faktoren dazu beitragen, dass die Meibom-Drüsen nicht richtig funktionieren – und so eine Lidrandentzündung begünstigen oder verstärken. Dazu zählen neben manchen alltäglichen Gewohnheiten auch austrocknend wirkende Umwelteinflüsse wie trockenes Wetter, Wind, trockene Heizungsluft oder der Aufenthalt in klimatisierten Räumen. Neben der eigentlichen Behandlung, bestehend aus regelmäßiger Lidrandpflege und Tränenersatzmitteln, lässt sich also teilweise zusätzlich etwas tun, um den Erkrankungsverlauf positiv zu beeinflussen.Auch folgende Tipps können dabei helfen:Kontaktlinsen: Insbesondere zu Beginn der Behandlung ist es ratsam, eine Zeit lang auf Kontaktlinsen zu verzichten. So lässt sich vermeiden, dass Bakterien oder Partikel unter die Linsen geraten, denn das könnte die Augen zusätzlich reizen beziehungsweise die Genesung behindern.Kosmetika: Kosmetika, die direkt am Auge aufgetragen werden, sollten Betroffene vorübergehend weglassen. Denn manche Inhaltsstoffe können die Augen zusätzlich reizen.Bildschirmarbeit: Das Arbeiten am PC oder Laptop kann trockene Augen begünstigen, da beim Betrachten des Bildschirms deutlich weniger geblinzelt wird. Dadurch kann der Tränenfilm rascher wegtrocknen. Das Blinzeln dient dazu, die Tränenflüssigkeit gleichmäßig auf dem Auge zu verteilen. Wer am Bildschirm arbeitet, sollte deshalb versuchen, häufiger zu blinzeln und regelmäßig Bildschirmpausen machen.Rauchen: Rauchen wirkt sich bei einer Lidrandentzündung ebenfalls ungünstig aus und ist auch aus vielen anderen Gründen nicht zu empfehlen. Wenn möglich, sollten Betroffene aufs Rauchen verzichten.Lidrandentzündung: Welche Hausmittel nicht ratsam sindDas einzig wirklich empfehlenswerte Hausmittel zur Behandlung einer Lidrandentzündung ist die tägliche Lidrandpflege. Von anderen vermeintlich natürlichen Hausmitteln ist abzuraten, da diese das Auge noch zusätzlich reizen oder sogar schädigen können. Dazu zählt zum Beispiel die Eigenbehandlung mit selbst hergestellten Kamille-, Essig- oder Kochsalzlösungen.
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