Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um den intelligenten Stromzähler. Wer sich mit der Energiewende beschäftigt und selbst aktiver daran teilhaben will, der hat vermutlich schon mal vom Smart Meter gehört. Dieser intelligente Stromzähler ist der zentrale Baustein für das Gelingen der Energiewende im Privathaushalt. Doch seit Jahren hinkt Deutschland beim Einbau der Geräte hinterher, sodass nur rund drei Prozent der Haushalte (Stand: Ende 2025) wirklich etwas vom Stromsystem der Zukunft haben. Damit sich das ändert, müssen mehr Menschen den intelligenten Stromzähler einbauen lassen. Ein t-online-Leser wollte wissen, ob der Einbau des Smart Meters Pflicht ist oder nur auf freiwilliger Basis erfolgt. In diesen Fällen ist der Smart Meter Pflicht Die Antwort lautet: Das kommt auf den Stromverbrauch und die installierten Geräte im Haushalt an. Haushalte mit hohem Stromverbrauch müssen einen Smart Meter bekommen , sie sind vom sogenannten Pflicht-Rollout betroffen. Das sind jene, die jährlich 6.000 oder mehr Kilowattstunden Strom verbrauchen oder selbst Strom erzeugen, also eine Photovoltaik-Anlage haben. Betroffen sind auch alle, die eine steuerbare Verbrauchseinrichtung installieren lassen, das sind im Wesentlichen Wärmepumpen oder Wallboxen für Elektroautos. Frag t-online: So erkennen Sie, ob Ihr Stromtarif zu teuer ist Lesen Sie auch: Verbrauche ich zu viel Strom? Der Pflicht-Rollout soll zu 90 Prozent bis 2032 abgeschlossen sein, so lauten die gesetzlichen Bestimmungen. Eine Befreiung von der Pflicht ist unter besonderen, begründeten Ausnahmefällen möglich. Die Befreiung müssen Verbraucher dann aber beim zuständigen Messstellenbetreiber beantragen. Der regionale Messstellenbetreiber kann auch den Einbau eines Smart Meters anordnen – auch für diejenigen, die eigentlich nicht vom Pflicht-Rollout betroffen sind. Grundsätzlich dürfen Verbraucher dem dann auch nicht widersprechen. Also: Wenn Sie zum Einbau eines Smart Meters aufgefordert werden, müssen Sie das dulden. Alle Haushalte, die nicht unter den Pflicht-Rollout fallen und die keine Anordnung vom Messstellenbetreiber haben, müssen mindestens einen digitalen Stromzähler erhalten. Dies erleichtert das Ablesen der Zählerstände. Das kostet ein Smart Meter jedes Jahr Der Smart Meter ist nicht kostenlos, es gelten aber Preisobergrenzen . Für die meisten Haushalte kostet der Smart Meter pro Jahr zwischen 40 und 50 Euro. Wenn der Stromverbrauch sehr hoch ist – über 20.000 kWh/Jahr – dann können 110 Euro im Jahr verlangt werden. Wer nicht vom Pflicht-Rollout betroffen ist und trotzdem auf Wunsch einen Smart Meter bekommen möchte, um zum Beispiel von den finanziellen Vorteilen zu profitieren , muss eine zusätzliche Gebühr zahlen. Nach Ansicht der Bundesnetzagentur dürfte diese einmalige Zahlung nicht über 100 Euro liegen. Es gab in der Vergangenheit Messstellenbetreiber, die bis zu 900 Euro für Smart Meter verlangt haben. Die Verbraucherzentrale hat dagegen geklagt und den Prozess gewonnen. Solch überhöhte Preise sollten also nicht mehr verlangt werden. Das sind die Vorteile eines Smart Meter Wer einen Smart Meter hat, kann seinen Stromverbrauch gezielter steuern und so Geld sparen. Das geht mit dynamischen Stromtarifen , die besonders für Großstromverbraucher sinnvoll sind. Größere Anlagen wie eine Wärmepumpe ziehen mit diesen Tarifen nur zu den günstigsten Tageszeiten Strom – der Smart Meter prüft dies automatisch anhand der Daten von der Strombörse. Wer einen Smart Meter hat, profitiert außerdem von reduzierten Netzentgelten. Der genaue Rabatt hängt vom jeweiligen Netzbetreiber ab, da die Netzentgelte regional unterschiedlich sind . Die Reduzierung kann bis zu 90 Prozent des normalerweise fälligen Netzentgelts betragen. Geld sparen mit Smart Meter: Darum gibt es so viele Probleme Ein weiterer Vorteil des Smart Meters ist die genauere Analyse des eigenen Stromverbrauchs. Der Zähler erfasst in 15-Minuten-Intervallen den Stromverbrauch und ist dadurch besonders genau. Sie können dadurch erkennen, welche Geräte im Haushalt besonders viel Strom verbrauchen und gegebenenfalls nachjustieren, um den Verbrauch zu senken. Möglicherweise stellen Sie etwa fest, dass der Kühlschrank ungewöhnlich viel Strom zieht – und denken über eine Neuanschaffung nach. Im Gegenzug für diese Vorteile haben Netzbetreiber im Falle einer bevorstehenden Netzüberlastung das Recht, den Stromverbrauch in Haushalten mit Smart Meter zu steuern. Zum Beispiel kann der Netzbetreiber die Stromeinspeisung von einer PV-Anlage stoppen oder drosseln.