Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Kosten für den Einbau eines intelligenten Stromzählers. Wer mit Photovoltaik-Anlage, Speicher, Elektroauto und Co. bei der Energiewende mitmachen möchte, der kommt heute nicht drumherum, einen modernen Stromzähler einzubauen. Der Grund: Sie ermöglichen die Steuerung und Messung der Stromflüsse, damit zu bestimmten Zeiten nicht "zu viel" Solarstrom ins Netz eingespeist wird, während zu anderen Zeiten wieder teure Gas- und Kohlekraftwerke anspringen müssen, um den Bedarf zu decken. Man nennt das "Flexibilisierung" des Stromsystems – und die gewinnt im Zuge der Energiewende immer mehr an Bedeutung. Damit sich das Stromsystem wirklich flexibel aufstellen kann, braucht es in so gut wie allen Haushalten intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter . Nach und nach werden diese Geräte von Netzbetreibern eingebaut. Zuerst sind die Haushalte an der Reihe, die steuerbare Geräte wie Solaranlagen und E-Autos haben und tatsächlich viel Strom steuern können . Bis 2032 soll dieser Rollout abgeschlossen sein. Immer wieder hakt es allerdings bei diesem Prozess. Ein t-online-Leser berichtet, dass sein Netzbetreiber für den Einbau eines Smart Meters 600 Euro verlangt habe. Er möchte wissen: "Kann das sein, wo doch eigentlich eine Obergrenze gelten soll?" Hohe Preise für Smart Meter sind unzulässig Antwort: Ja, es ist möglich, dass einige Netzbetreiber solche Preise verlangt haben. Vor allem Anfang 2025 gab es viele Medienberichte darüber. Es gab sogar Netzbetreiber, die bis zu 900 Euro für den Einbau der Geräte verlangt haben . Die Verbraucherzentrale hat jedoch gegen diese Unternehmen geklagt und im September 2025 vor zwei Landgerichten gewonnen. Die Richter gaben den Verbraucherschützern Recht und urteilten, dass solche Preise unangemessen sind. Das hat auch Wirkung gezeigt, denn: In der Regel verlangen Netzbetreiber heute solche Preise nicht mehr und halten sich stattdessen an die Preisgrenzen. Sollten Sie dennoch eine Rechnung für den Smart Meter erhalten, die diese Grenze übersteigt, können Sie sich an Ihre örtliche Verbraucherzentrale wenden und um Unterstützung bitten. Sie können solche Vorfälle auch direkt der Bundesnetzagentur melden, die als Aufsichtsbehörde dem nachgehen kann. Grundsätzlich gelten die festen, gesetzlichen Preisobergrenzen nur für jene Haushalte, die zum Einbau der Smart Meter verpflichtet sind . Je nach Verbrauch darf der Messstellenbetreiber zwischen 40 und 100 Euro pro Jahr für den Stromzähler berechnen. Wer vorzeitig einen intelligenten Stromzähler installieren lassen möchte, muss eine zusätzliche Gebühr zahlen – allerdings keine 600 Euro. Die Bundesnetzagentur hat 100 Euro als angemessenen Betrag für den Wunscheinbau anerkannt. Darüber hinaus gelten die üblichen jährlichen Kosten, die auch beim Pflichteinbau anfallen. Extra-Kosten für neuen Zählerschrank Es kann jedoch auch vorkommen, dass der Messstellenbetreiber beim Einbau des Smart Meters den Zählerschrank austauschen muss. Das ist der Fall, wenn der bisherige Zählerschrank den heutigen technischen Standards nicht mehr entspricht. Zählerschränke müssen heute unter anderem Platz für den Smart Meter, die Steuertechnik sowie netzseitigen Anschlussraum und Raum für Zusatzanwendungen bieten. Erfüllt der Schrank die genormten Vorgaben nicht, darf der Netzbetreiber den Austausch verlangen. Dieser ist dann auch zu dulden. Der Austausch des Zählerschranks muss vom Eigentümer bezahlt werden. Das kann recht teuer sein: Bei einem Komplettaustausch können bis zu 5.000 Euro anfallen. Wenn nur kleinere Nachrüstungen nötig sind, fallen Kosten von mehreren hundert Euro an.