Es wird immer teurer: In Aachen klettern die Spritpreise auf neue Höchstwerte. Das liegt auch am Krieg im Nahen Osten. Sprit ist in Aachen am Dienstagmorgen so teuer wie seit Jahren nicht mehr: Innerhalb weniger Wochen sind die Preise an Zapfsäulen deutlich geklettert – angetrieben von der Krise im Nahen Osten. Einer aktuellen Verbraucher-Analyse des SWR zufolge kostete ein Liter Super (E5) in Aachen am Montag (2. März) 1,89 Euro. Ende Dezember 2025 waren es bundesweit im Schnitt noch 1,70 Euro – ein Aufschlag von 19 Cent in weniger als zwei Monaten. E10 lag am Montag mit 1,83 Euro pro Liter ebenfalls deutlich über dem bundesweiten Dezemberwert von 1,65 Euro. Den größten Sprung macht einmal mehr Diesel: 1,81 Euro je Liter stehen einem Dezemberpreis von 1,58 Euro gegenüber – das sind 23 Cent mehr. Diesel, Super und E10-Preise knacken 2-Euro-Marke in Aachen Einer Stichprobe der Aachener Lokalredaktion zufolge stiegen die Preise am Dienstagmorgen an den Tankstellen in der Städteregion dann auf neue Höchstwerte: Gegen 10.30 Uhr forderten elf Tankstellen in der Stadt und dem Umland etwas mehr als zwei Euro für den Liter Super. Beim E10 erreichte am Morgen keine Tankstelle, die auf dem Portal "ich-tanke.de" notiert ist, die Marke von 2 Euro – mehrere Tankstellen, vor allem die des Großkonzern Shell, waren jedoch kurz davor. Beim Diesel knackte die Shell an der Eckener Straße die Marke von 2 Euro am Dienstagmorgen. Als Haupttreiber hinter den steigenden Preisen ist der Rohölmarkt, der seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran unter starkem Druck steht. Einerseits drohen Lieferausfälle aus der ölreichen Islamischen Republik. Weit schwerwiegender ist jedoch die Lage an der Straße von Hormus – der schmalen Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman, durch die täglich rund ein Fünftel aller weltweiten Öltransporte fließt. Newsblog zum Krieg in Nahost: Mehrere Tote nach Raketenangriff in Israel Wird die wichtige Straße von Hormus für den Öltransport blockiert? Seit Beginn der Angriffe haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr durch die Meerenge offenbar eingeschränkt: Schiffe wurden wiederholt per Funk aufgefordert, die Durchfahrt zu unterlassen, ihre Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten. Oman meldete zudem einen Angriff auf einen Öltanker im Bereich der Meeresenge. Jede ernsthafte Blockade hätte nach Einschätzung von Analysten unkalkulierbare Folgen für den Weltmarkt. Das Ölkartell OPEC+ hat am Wochenende bereits reagiert: Acht Förderländer, angeführt von Saudi-Arabien und Russland, kündigten nach einer Online-Sitzung an, ihre Tagesproduktion ab April um 206.000 Barrel zu steigern – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 137.000 Barrel. Begründet wurde der Schritt mit stabilem Wirtschaftsausblick und niedrigen Ölvorräten; den Krieg im Nahen Osten erwähnte die Gruppe mit keinem Wort. Zum Vergleich: Die globale Ölproduktion lag Anfang 2026 bei 106,6 Millionen Barrel täglich. Die OPEC+-Erhöhung ist damit ein vergleichsweise kleines Signal – und würde im Falle einer Hormus-Blockade bei Weitem nicht ausreichen, um die Märkte zu beruhigen.