Stern TV: So lebt das siamesische Zwillingsmädchen Lea (10) heute

latest news headlines 1 woche vor
Flipboard
Lea, zehn Jahre alt, ist ein aufgewecktes Kind. Sie kann laufen, erzählt viel und geht zur Schule. Doch all das grenzt an ein kleines Wunder, denn Lea Block aus Lemgo ist kein gewöhnliches Mädchen: Sie wurde als siamesisches Zwillingskind geboren und im Alter von einem Jahr operativ von ihrer Schwester getrennt. RTL begleitet Familie Block bereits seit vielen Jahren. Ein Beitrag der Sendung "Stern TV" zeigte nun, wie sich Lea entwickelt hat und wie es ihr heute geht."Ich bin so froh, dass Lea außer der Spastik und der Lähmung jetzt so pflegeleicht ist", sagt Nelly Block im "Stern-TV"-Bericht. Was für viele Eltern normal ist, ist für Nelly und Peter Block keine Selbstverständlichkeit. Denn die Geschichte ihrer zehnjährigen Tochter Lea ist dramatisch.Siamesische Zwillinge werden getrennt: Tabea stirbt, Lea überlebtAls Nelly mit ihren Zwillingen in der zwölften Schwangerschaftswoche war, wurde die Fehlbildung entdeckt: Die beiden Mädchen waren an den Köpfen aneinander gewachsen. Weil für sie Abtreibung "eindeutig Mord" sei, entschieden sich ihre Eltern gegen einen Schwangerschaftsabbruch und nach der Geburt und ausgiebiger Beratung für einen operativen Eingriff, bei dem Lea und Tabea getrennt werden sollten.Da eine solch komplizierte Operation in Deutschland nicht möglich gewesen wäre, wurde der Eingriff im September 2004 - gut ein Jahr nach der Zwillingsgeburt - in Baltimore (USA) von einem Expertenteam durchgeführt. Während der OP kommt es zu Komplikationen: Es dauert vier Tage, bis die Mädchen getrennt sind. Tabea stirbt, Leas Zustand ist kritisch, aber sie überlebt - fast vollständig erblindet, ohne Schädeldecke und einseitig gelähmt.Lea hat inzwischen Laufen gelerntMehr als neun Jahre sind seit der Operation, die für große öffentliche Anteilnahme sorgte, vergangen. Lea hat sich seitdem beeindruckend entwickelt. Bei einer weiteren OP in Baltimore wurde ihr ein Hi-Tech-Implantat eingesetzt, das den Knochendefekt am Schädel korrigieren soll. Außerdem hat sie inzwischen mit Hilfe einer Physiotherapeutin laufen gelernt.War Leas Seite nach der Operation noch vollständig gelähmt, ist das Mädchen nun in der Lage immer besser auch ihre Hand zu bewegen und Schritte mit dem n Bein zu machen. Eine Schiene am Unterschenkel unterstützt sie dabei."Beachte die kleinen Schritte!"Vor drei Jahren kam Lea in die Schule. Jeden Tag fährt sie 60 Kilometer in eine Blindenschule nach Paderborn. Die weite Strecke nimmt sie gerne in Kauf, denn Lea ist ausgesprochen wissbegierig: "Sie lernt jeden Tag etwas dazu und ist genauso belastbar wie die anderen Schüler", erklärt ihre Lehrerin. Zudem habe Lea ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis, wie Lea in der "Stern-TV"-Reportage beim Wiedergeben gelernter Geschichten unter Beweis stellt."Beachte die kleinen Schritte!" Dieser Satz wurde Leas Eltern nach der großen OP von einem Arzt mit auf den weiteren Weg gegeben. Das haben sich Nelly und Peter Block, die in der Zwischenzeit vier weitere gesunde Kinder zur Welt brachten, zum Lebensmotto gemacht. "Genauso müssen wir das immer sehen", berichtet Leas Mutter. "Wir sind superzufrieden, wie es läuft."Ihre Unterstützung ist gefragt: Bildung fängt zuhause an - Arche-Kinder brauchen Ihre Hilfe
Aus der Quelle lesen