Studien zeigen: Diese einfachen Maßnahmen beugen Alzheimer vor

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Immer mehr Deutsche erkranken an Demenz. Doch neue Analysen zeigen: Zur Prävention lässt sich einiges tun.1,8 Millionen Deutsche sind an Demenz erkrankt. Die Zahl soll bis 2050 auf bis 2,8 Millionen steigen. Die häufigste Form der Demenz bleibt die Alzheimer-Erkrankung. Ihre genauen Ursachen sind bis heute nicht geklärt. Fest steht: Bei den Betroffenen stören bestimmte Eiweißansammlungen (Plaques) die Kommunikation der Nervenzellen. In der Folge kommt es zu Gedächtnis- und Sprachstörungen, Beeinträchtigung der Wahrnehmung, sowie der örtlichen und zeitlichen Orientierung. Forscher versuchen, die genauen Ursachen zu ergründen. Vor Kurzem sorgte eine US-Studie für Aufsehen, die einen Zusammenhang zwischen früheren Virusinfektionen mit dem Auftreten von Alzheimer herstellt. Mehr dazu finden Sie hier.Als Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung gelten bislang Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Adipositas (Übergewicht), Diabetes, Rauchen und soziale Isolation. Letztere kann auch organische Ursachen haben und lässt sich durch den Einsatz eines einfachen Hilfsmittels verhindern.Hörgeräte schützen vor geistigem Abbau Forscher aus Singapur untersuchten in einer Metananalyse die Daten von über 137.000 Menschen. Auffällig war: Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen, die ein Hörgerät trugen, hatten ein signifikant geringeres Risiko, ihre geistigen Fähigkeiten einzubüßen als diejenigen, deren Schwerhörigkeit nicht korrigiert wurde. Die Verwendung der Hörhilfen konnte die Wahrscheinlichkeit für langfristige kognitive Beeinträchtigungen demnach um 19 Prozent reduzieren.Und noch mehr hat die aktuelle Alzheimer-Forschung herausgefunden: Brasilianische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss des Verzehrs von Fertigprodukten auf den Abbau der kognitiven Fähigkeiten bei über 10.000 Probanden. Sie ließen diese ihre Essgewohnheiten protokollieren und beobachteten sie über einen mittleren Zeitraum von acht Jahren. Fertigprodukte fördern das Demenzrisiko Das Ergebnis: Teilnehmer, die mehr hoch verarbeitete Lebensmittel zu sich nahmen, zeigten eine um 28 Prozent schnellere Rate des kognitiven Abbaus als Teilnehmer, die sich gesund ernährten. Auch der Verlust von sogenannten Exekutivfunktionen (also der geistigen Fähigkeit, Denken und Handeln zu steuern) war bei den Probanden mit einer ungesunden Ernährung deutlich schneller – um 25 Prozent. Welchen Einfluss die Ernährung auf die Hirnleistung nimmt, lesen Sie hier.Dass ein Wechsel hin zu einem gesunden Lebensstil sogar dann noch Wirkung zeigt, wenn die Betroffenen bereits erkrankt sind, zeigt eine Studie aus Finnland, über die der "Tagesspiegel" berichtet.Auch bereits Erkrankte profitieren Mehr als 1.200 Personen mit Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung nehmen teil. "Schon vor Abschluss der Studie steht fest: Wer ungesunde Lebensgewohnheiten ändert, beugt wirksam einem geistigen Abbau im Alter vor – und zwar selbst dann, wenn er eine genetische Veranlagung für Demenzerkrankungen mitbringt", heißt es in der Online-Ausgabe.Die Forscher "beobachteten, dass sich die geistige Leistungsfähigkeit bereits Betroffener innerhalb von zwei Jahren deutlich verbessert, wenn sie konsequent ihre Ernährung umstellen, intensiv Sport treiben und ein Denktraining absolvieren. Vorbeugend wirke zudem ein hohes Bildungsniveau sowie ein erfülltes Sozialleben."Empfohlen wird eine gesunde Kost aus Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Ölen sowie mindestens zwei Fischgerichten pro Woche. Der Konsum von Transfettsäuren, Alkohol und Zucker wurde eingeschränkt und als Nahrungsergänzungsmittel wurde Vitamin D verordnet. Das Training bestand aus Muskelaufbauübungen, einem moderaten Ausdauertraining und Körperbalance-Einheiten wie etwa Yoga. Mit diesen einfachen Maßnahmen ließ sich offenbar eine entscheidende Verbesserung der Symptome erzielen. Psychische Belastung und Schlafprobleme als AuslöserEine finnische Studie weist noch auf einen anderen Zusammenhang hin. Auch die psychische Gesundheit kann einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung einer Demenzerkrankung haben. Die Daten von über 67.000 Personen wurden dazu über 25 Jahre begleitet und analysiert. Das Ergebnis: Psychische Belastung (Stress, depressive Verstimmung, Erschöpfung und Nervosität) erhöht das Risiko, an Demenz zu erkranken. Entsprechend Vorbelastete hatten ein um bis zu 24 Prozent höheres Demenz-Risiko. Die Forscher vermuten einen Zusammenhang mit Schlafschwierigkeiten: "Stress, Erschöpfung und depressive Symptome sind eng mit Schlafproblemen verbunden, die ebenfalls als Risikofaktoren für Demenz angesehen werden, erklärte die Hautautorin der Studie, Sonja Sulkava, gegenüber "Medical News Today". Weitere Forschungen sollen folgen.
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