Truppenabzug aus Afghanistan: Ist der Einsatz gescheitert? | DW Nachrichten

5 monate vor


Obwohl die Taliban vorrücken, verlassen die Truppen der USA und anderer NATO-Staaten nach 20 Jahren Afghanistan. Die Bundeswehr ist nun bereits komplett abgezogen. Afghanistan zählt zu den tödlichsten Konflikten der Welt. Die UN-Mission in Afghanistan dokumentiert die Zahl der zivilen Opfer erst seit 2009. Danach wurden bis Ende 2020 fast 111.000 Zivilisten getötet oder verletzt. Für die meisten zivilen Opfer sind die Taliban und andere extremistische Gruppen verantwortlich. Doch auch die internationalen Truppen haben den Tod von vielen Zivilisten zu verantworten - vor allem durch den Beschuss afghanischer Dörfer mit Kampflugzeugen und Drohnen. Die US-Armee verlor 2442 Soldaten, die Bundeswehr 59. Wie viele afghanische Soldaten und Polizisten getötet wurden, ist nicht bekannt. Die Zahl wird schon seit einigen Jahren aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Doch im Januar 2019 erklärte Präsident Ashraf Ghani beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos, dass seit seinem Amtsantritt 2014 mehr als 45.000 afghanische Sicherheitskräfte ihr Leben verloren hätten. Über die Zahl der getöteten Taliban-Kämpfer und anderer Extremisten liegen ebenfalls keine gesicherten Erkenntnisse vor. Nach Berechnungen des Costs of War Project der Brown University in Rhode Island und gemessen an aktuellen Medienberichten erscheinen deutlich mehr als 50.000 Tote realistisch. Das Costs of War Project der Brown University hat evaluiert, dass die Vereinigten Staaten zwischen Oktober 2001 und April 2021 mehr als zwei Billionen Dollar für den Afghanistan-Krieg ausgegeben haben. Zwei Billionen, das sind 2000 Milliarden. Etwa die Hälfte der Summe, 933 Milliarden US-Dollar, entfiel danach auf den Einsatz der US-Armee. Nach Angaben des Weißen Hauses investierten die USA im gleichen Zeitraum 144 Milliarden Dollar in den Wiederaufbau Afghanistans. Der Großteil dieser Summe, mehr als 88 Milliarden US-Dollar, sei in den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte geflossen.Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin ist zu hören, dass Deutschland zwischen 2002 und 2020 mehr als 18 Milliarden Euro für den Afghanistan-Einsatz aufgewendet hat. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums entfiel der weitaus größte Teil mit 12,5 Milliarden Euro auf den Einsatz der Bundeswehr. Das Auswärtige Amt hat seit 2001 zivile Unterstützung in Höhe von 2,4 Milliarden Euro geleistet, teilte eine Sprecherin der Deutschen Welle mit. Der Aufbau staatlicher Institutionen sei zwischen 2002 und 2019 mit rund 950 Millionen Euro unterstützt worden. DW Deutsch Abonnieren: http://www.youtube.com/user/deutschewelle?sub_confirmation=1 Mehr Nachrichten unter: https://www.dw.com/de/ DW in den Sozialen Medien: ►Facebook: https://www.facebook.com/deutschewellenews/ ►Twitter: https://twitter.com/dwnews ►Instagram: https://www.instagram.com/dwnews/
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