Türkei: Mesut Özil wettert gegen Boykottaufruf von Regierungskritikern

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Die politische Lage in der Türkei bleibt angespannt. Oppositionelle setzen auf Boykott als Form des Protests. Mesut Özil stellt sich dagegen. Inmitten der aufgeheizten politischen Stimmung in der Türkei hat sich der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil gegen einen Boykottaufruf von Regierungskritikern positioniert. "Schaden wir unseren lokalen und nationalen Marken nicht unter dem Deckmantel eines Boykotts. Schützen wir unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt!", schrieb er auf der Plattform X. Der Boykottaufruf der Regierungskritiker richtet sich generell gegen regierungsnahe Firmen und Marken und hat scharfe Kritik vonseiten der Regierung hervorgerufen. Am Mittwoch wurde als Zeichen des Protests zu einem allgemeinen Konsumboykott aufgerufen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen "spalterische Aufrufe und jene, die sie verbreiten" eingeleitet. In den sozialen Netzwerken wurden sie hunderttausendfach geteilt. Die Festnahme und anschließende Verhaftung des mittlerweile abgesetzten Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoğlu hat die Türkei in die schwerste Krise seit Jahren gestürzt. Hunderttausende gingen im Anschluss bei regierungskritischen Protesten auf die Straße. Die Partei hat ab kommender Woche wieder zu regelmäßigen Protesten aufgerufen. Aufrufe an Weltstars Ein Politiker der größten Oppositionspartei CHP fragte Özil mit Blick auf seine Kritik an dem Boykottaufruf in einem Post spöttisch, wessen Nationaltrikot er noch einmal getragen habe. Özil antwortete, sein Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft habe nie seine "Loyalität gegenüber meinem Land und meiner Nation" infrage gestellt. Özil gilt seit Langem als Sympathisant des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Der türkische Staatschef war Özils Trauzeuge. Seit diesem Jahr ist der 36-Jährige auch Mitglied in einem zentralen Führungsgremium von Erdoğans Partei AKP. Auch aus dem staatlichen Rundfunkbereich wurden Konsequenzen gezogen. Wie die Zeitung "Cumhuriyet" berichtet, entließ der Sender TRT eine Schauspielerin, nachdem diese in sozialen Netzwerken einen Boykottaufruf geteilt hatte. Der Sender erklärte die Entscheidung damit, man habe sich wegen Äußerungen getrennt, die nicht mit den Prinzipien des Hauses vereinbar seien – ohne die betroffene Person namentlich zu nennen. Unterdessen forderten Tausende Internetnutzer bekannte Künstler wie Robbie Williams und die Band Muse auf, geplante Auftritte in der Türkei abzusagen. Hintergrund ist die Beteiligung eines Veranstalters, der sich gegen die Boykottbewegung gestellt hatte. Der Unternehmer zog sich daraufhin aus allen Projekten zurück, wie er selbst über die Plattform X mitteilte.
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