Ein Raketenangriff soll die Region Belgorod lahmgelegt haben. Kiew vergibt Abbaurechte für Lithium an US-nahe Investoren. Alle Entwicklungen im Newsblog. Dienstag, 13. Januar Mehr als 500.000 Russen nach Angriff ohne Strom Ein ukrainischer Angriff auf das westrussische Gebiet Belgorod hat nach Angaben der örtlichen Behörden einen großflächigen Ausfall der Strom-, Wärme- und Wasserversorgung zur Folge. Der Beschuss eines Infrastrukturobjekts mit Raketen habe 556.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. "Ohne Wärmeversorgung ist fast die gleiche Anzahl, in erster Linie betrifft das 1.920 Mehrfamilienhäuser. Fast 200.000 Menschen sind ohne Wasser und Abwasser", sagte er in dem Video. Nach Angaben Gladkows sind die Reparaturarbeiten bereits angelaufen. "Die Situation ist sehr schwierig", betonte er. Demnach wird versucht, Reservekapazitäten anzuschließen. Zur möglichen Dauer des Blackouts machte er keine Angaben. Am Nachmittag werde er neue Informationen geben, sagte er nur. Russland beschießt seit Kriegsbeginn systematisch das Hinterland der Ukraine und zerstört Energieanlagen. So hat Moskau in der Nacht zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn auch eine Mittelstreckenrakete gegen den Nachbarn eingesetzt. Aber auch die Ukraine setzt in ihrer Verteidigung zunehmend auf Attacken gegen Objekte weit hinter der russischen Grenze. Vorwiegend zielt sie dabei auf Objekte der Öl- und Gasindustrie, um die Treibstoffversorgung des russischen Militärs zu erschweren. Dabei setzt sie normalerweise auf weitreichende Drohnen. Der Einsatz von Raketen ist selten. Kiew vergibt Rohstoffrechte an Trump-Unterstützer Die Ukraine hat die Rechte für den Abbau des Lithium-Vorkommens Dobra an eine Investorengruppe mit Verbindungen in die USA vergeben. Dies gilt als wichtiger Test, ob westliches Kapital in die vom Krieg gezeichnete Wirtschaft des Landes fließen kann. Zudem sollen die Beziehungen zu Washington vertieft werden. Die ukrainische Regierung erteilte die Entwicklungsrechte für den Standort Dobra in der zentralen Region Kirowohrad an die Dobra Lithium Holdings, wie Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko am Montag über den Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Im Rahmen der Vereinbarung zur Produktionsteilung wird das Unternehmen eines der größten Lithium-Vorkommen der Ukraine erschließen und die Förderung mit dem ukrainischen Staat teilen. Lithium ist ein wichtiges Metall, das unter anderem für Batterien von Elektroautos benötigt wird, weshalb man es auch als "weißes Gold" bezeichnet. Hinter dem Projekt stehen die Firmen TechMet und Rock Holdings. Es soll Investitionen von mindestens 179 Millionen Dollar anziehen. TechMet wird nach Angaben der US-Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC von der US-Regierung unterstützt. Einem Bericht der Zeitung "New York Times" zufolge gehört der Milliardär Ronald S. Lauder, ein enger Freund und Vertrauter Trumps, zu den Investoren. Lauder ist der Erbe des Kosmetikimperiums Esteé Lauder. Er war unter der Regierung von Ronald Reagan US-Botschafter in Wien, seit 2007 steht er dem Jüdischen Weltkongress vor. Montag, 12. Januar USA verurteilen russischen Angriff mit Oreschnik-Rakete Die USA haben den Angriff Russlands auf die Ukraine mit der modernen Mittelstreckenrakete Oreschnik verurteilt. "Dies ist eine weitere gefährliche und unerklärliche Eskalation, während die Vereinigten Staaten mit Kiew , anderen Partnern und Moskau zusammenarbeiten, um den Krieg durch eine Verhandlungslösung zu beenden", sagte die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Ukraine-Krieg. Die russischen Streitkräfte hatten die Oreschnik-Rakete bei massiven nächtlichen Angriffen auf die Ukraine in der Nacht zum Freitag eingesetzt. Nach Angaben Moskaus traf die Hyperschallrakete eine Flugzeuginstandsetzungsanlage in der westukrainischen Stadt Lwiw. Die Ukraine erklärte, es sei ein "ziviles" Ziel in der Region getroffen worden. Der Angriff nahe der Grenze zur EU löste empörte Reaktionen westlicher Regierungen aus. Es war der zweite bekannte Angriff mit einer Rakete dieses Typs in der Ukraine. Im November 2024 hatte die russische Armee mit der modernen, atomwaffenfähigen Rakete eine Rüstungsfabrik in der Millionenstadt Dnipro angegriffen. Russland will mit Oreschnik-Rakete wichtiges Ziel getroffen haben Bei ihrem Einsatz der Hyperschallrakete Oreschnik in der westlichen Ukraine am vergangenen Freitag haben die russischen Streitkräfte nach Angaben aus Moskau eine Flugzeuginstandsetzungsanlage in Lwiw getroffen. "In der Nacht zum 9. Januar wurde das staatliche Flugzeugreparaturwerk in Lwiw durch das mobile bodengestützte Raketensystem Oreschnik außer Betrieb gesetzt", behauptete das russische Verteidigungsministerium am Montag. Es war das erste Mal, dass Moskau konkrete Angaben zum Ziel des Oreschnik-Angriffs vom Freitag machte. Die Angaben des russischen Verteidigungsministeriums lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen. Ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe lehnte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP einen Kommentar zu den Moskauer Angaben ab. Die Ukraine hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Oreschnik-Rakete ein "ziviles" Ziel in der Region Lwiw getroffen habe, ohne Details zu nennen. Auch veröffentlichte die Ukraine Bilder von Raketentrümmern. Bewohner eines Vorortes von Lwiw nahe dem Flugzeugwerk berichteten AFP am Freitag von nächtlichen Explosionen und Gasausfällen. In seiner seit fast vier Jahren andauernden Offensive gegen die Ukraine setzte Russland zum zweiten Mal eine Oreschnik-Rakete ein. Krieg als Werbung: Moskau meldet Auftragsrekord für Waffen Das Interesse an russischen Rüstungsgütern im Ausland ist nach Angaben aus Moskau auf Rekordniveau. "Bis 2022 lag der maximale Auftragswert bei 55 Milliarden Dollar. Heute haben wir mit 70 Milliarden Dollar an schon unterschriebenen Verträgen einen Rekord", sagte Vizeregierungschef Denis Manturow bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin . Manturow führte das auch auf den 2022 von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine zurück. "Die im Rahmen der militärischen Spezialoperation erprobte Technik wirbt für sich selbst", sagte er. Als militärische Spezialoperation bezeichnen russische Offizielle den Krieg. Besonders gefragt seien russische Flugabwehrkomplexe, Flugzeuge und Mehrfachraketenwerfer, sagte Manturow. Allerdings hat das Auftragshoch auch eine Kehrseite. Erst im Dezember hatte Manturow nämlich eingeräumt, dass Exportaufträge hinter der Nachfrage der russischen Armee nach neuen Waffen anstehen müssten, also nur mit Verspätung abgearbeitet werden. Neue russische Drohne kann Luft- und Bodenziele angreifen Russland hat offenbar eine neue Version der Shahed-Drohne "Geran-2" entwickelt, die gleichzeitig Luft- und Bodenziele angreifen kann. Laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst (HUR) kann die Drohne zur gleichen Zeit ein Luftverteidigungssystem und einen konventionellen Sprengkopf tragen. Lesen Sie hier mehr dazu. Minister möchte Putin "in Gewahrsam" – Russland reagiert Russland hat mit einer Beleidigung auf das Gedankenspiel eines britischen Ministers reagiert, Wladimir Putin zu entführen. Verteidigungsminister John Healey hatte am Freitag auf die Frage, welchen Staatschef er entführen würde, wenn er die Gelegenheit dazu hätte, geantwortet: "Ich würde Putin in Gewahrsam nehmen und ihn für Kriegsverbrechen zur Rechenschaft ziehen." Er verwies dabei auf "das, was ich bei einem meiner ersten Besuche in der Ukraine in Bucha gesehen habe" und "die Entführung einiger ukrainischer Kinder, die ich in Irpin getroffen habe". Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, reagierte nun und bezeichnete die Aussagen als "die feuchten Träume britischer Perverser". Sacharowa ist bekannt für ihre undiplomatische Sprache und hatte schon häufiger ausländische Politiker beleidigt. 35.000 Haushalte um Odessa ohne Strom Für 35.000 Haushalte im südukrainischen Gebiet Odessa ist nach einem russischen Drohnenangriff der Strom ausgefallen. Das teilte der Stromversorger DTEK mit und sprach von einem schweren Schaden. "Die Wiederherstellung der Versorgung braucht Zeit", hieß es in der Mitteilung. In der Hafenstadt Odessa traf der Angriff ein Objekt der Infrastruktur und ein Wohnhaus, wie Bürgermeister Serhij Lyssak auf Telegram mitteilte. Zwei Menschen seien verletzt worden. Großbritannien will neue Raketen für die Ukraine entwickeln Großbritannien will nach eigenen Angaben für die Ukraine eine neue ballistische Rakete für Angriffe auf weit entfernte Ziele entwickeln. Die Regierung in London schreibt für das Projekt "Nightfall" einen Wettbewerb zur schnellen Entwicklung von bodengestützten Raketen aus. Diese sollen einen 200 Kilogramm schweren Sprengkopf mehr als 500 Kilometer weit tragen. Moskaus Krieg dauert schon 1.418 Tage Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen genauso lange wie der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion gegen Hitler-Deutschland. Auf diese Statistik verwies neben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die oppositionelle russische Webseite "Meduza" – offenbar, um der russischen Propaganda vom erfolgreichen Krieg in der Ukraine etwas entgegenzusetzen. Allerdings war es damals die Sowjetunion, die angegriffen wurde. Sowjetdiktator Stalin hatte nach dem deutschen Überfall 1941 den Großen Vaterländischen Krieg ausgerufen. Im Ukraine-Krieg ist Russland der Aggressor. Die Sowjetarmee habe 1.418 Tage gebraucht, errechnete die Website, um nach den ersten Rückschlägen gegen die Wehrmacht bis nach Berlin vorzustoßen und die Kapitulation Deutschlands zusammen mit den Alliierten zu erzwingen. Dagegen stecke die russische Armee nach 1.418 Tagen Krieg in der Ukraine "seit Jahren in denselben Dörfern und Städten des Donbass fest". Die Statistik fand in den russischen Staatsmedien keine Erwähnung. Russland hatte vor fast vier Jahren die benachbarte Ukraine überfallen und erwartet, die Hauptstadt Kiew innerhalb von wenigen Tagen zu erobern. Moskau wollte den Erfolg von damals wiederholen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Kiew berichtet von Angriffen auf russische Bohrplattformen Ukrainische Militärs haben die Beschädigung von drei russischen Ölbohrplattformen im Kaspischen Meer für sich beansprucht. Die Plattformen des russischen Ölgiganten Lukoil dienten der Versorgung der russischen Streitkräfte in der Ukraine, teilte der ukrainische Generalstab in Kiew auf Telegram mit. Die Generalität machte keine Angaben zur Art des Angriffs, sprach aber von "direkten Treffern", sodass der Einsatz von Langstreckendrohnen möglich schien. Die Spezialkräfte der Ukraine veröffentlichten dazu ein Video, das den Angriff aus der Sicht angreifender Drohnen zeigt. Der Bericht über den Angriff sowie das Video konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Das russische Militär macht grundsätzlich keine Angaben zu Schäden durch ukrainische Angriffe. Die Ukraine greift wiederholt Objekte der Öl- und Gasindustrie in Russland an, um die Versorgung der russischen Besatzungstruppen zu erschweren. Von der Leyen: Russland muss nun Friedenswillen zeigen Russland muss EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge nun zeigen, dass es an einem Frieden interessiert ist. Die Regierung in Kiew und ihre Verbündeten hätten sich auf einen Friedensplan und Sicherheitsgarantien geeinigt, die nach einem Waffenstillstand in Kraft treten würden, sagte von der Leyen vor Journalisten. Bei dem Plan handele es sich um den 20-Punkte-Vorschlag, den der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump besprochen habe. Zudem gebe es umfangreiche Sicherheitsgarantien der USA und Europas für die Ukraine. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier .