WDR zieht Konsequenz: Reporter Detlef Flintz von Aufgaben abgezogen

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An der Personalie Detlef Flintz ist eine Debatte um die Unabhängigkeit des WDR entbrannt. Jetzt hat der Sender Konsequenzen gezogen.Eine Parteimitgliedschaft kann für einen Journalisten zum Problem werden: Das zeigt jetzt das Beispiel Detlef Flintz beim WDR. Bei den "Tagesthemen" trat der Journalist erst kürzlich als Kommentator auf. In seinem Meinungsbeitrag urteilte er: "Nur wenn Öl und Gas spürbar teurer werden, kriegen wir die Erderwärmung in den Griff." Was die Wenigsten gewusst haben dürften: Flintz ist Mitglied bei den Grünen und zeitgleich Schriftführer im Stadtverband Grevenbroich der Partei.Genau darum entbrannte eine Diskussion. Wie unabhängig ist ein Journalist, wenn er sich derart parteipolitisch engagiert? Unter anderem ein Tweet vom 31. August verbreitete sich, in dem eine Aussage des ARD-Journalisten Georg Restle dem Parteiengagement von Detlef Flintz gegenüber gestellt wurde.Nun zieht der Westdeutsche Rundfunk Konsequenzen und schränkt den Einsatz seines Journalisten als ARD-"Tagesthemen"-Kommentator wegen dessen politischen Grünenamts künftig thematisch ein. Insbesondere von bestimmten Meinungsbeiträgen wird Flintz demnach abgezogen."Eindruck der Voreingenommenheit" soll verhindert werdenDie "Rheinische Post" berichtete zuerst von der Entscheidung des WDR. Das kommunalpolitische Engagement des Kollegen sei dem WDR bisher nicht bekannt gewesen, so der Sender. Dieser teilte mit: "Im Wissen um das kommunalpolitische Engagement des Kollegen orientieren wir uns künftig auch in seinem Fall an unserem Verhaltenskodex. Im Ergebnis werden wir ihn nicht mehr für Meinungsbeiträge zu Themen vorschlagen, bei denen der Eindruck der Voreingenommenheit entstehen könnte."Vom WDR heißt es weiter: "Dabei ist unser wichtigster Maßstab unsere Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit." Zuletzt erschütterten mehrere Fälle die ARD. Der Eindruck der politischen Einflussnahme wurde vor allem beim NDR heiß diskutiert. Der Sender zog aufgrund der schweren Vorwürfe die Führungskräfte Norbert Lorentzen und Julia Stein von ihren Aufgaben ab.
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