Die Verbraucherzentrale geht gegen das Portal "rentnerauskunft.de" vor. Nutzer zahlen dort für eine Leistung, die sie gratis bekommen könnten. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen geht gegen ein mutmaßlich irreführendes Rentenportal vor: Die Organisation hat die Betreiber von "rentnerauskunft.de" abgemahnt. Hintergrund sind zahlreiche Beschwerden von Nutzern, die die Seite offenbar für ein offizielles Angebot der Deutschen Rentenversicherung hielten. Die Verbraucherschützer hatten bereits vor der Masche gewarnt. Auch die Rentenversicherung selbst machte schon auf das Problem aufmerksam . Nach Einschätzung der Experten ist die Irreführung Teil des Geschäftsmodells. "Die Seite ist so aufgebaut, dass Nutzerinnen und Nutzer sie für ein offizielles Angebot halten können", sagt Markus Hagge, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Gestaltung, Farbgebung, Logo und Ansprache orientierten sich am Original, sodass eine Verwechslung naheliege. Betreiberin des Portals ist die in London ansässige Firma Regis Datasec Ltd. Perfide Masche: Rentner verliert 60.000 Euro an falsche Polizisten Kostenpflichtiger Service, der eigentlich gratis ist Konkret bietet die Seite an, eine Rentenauskunft einzuholen – für 29,90 Euro. Das Problem: Diese Auskunft können Versicherte direkt über die offizielle Webseite der Deutschen Rentenversicherung kostenlos beantragen. Die Kosten seien zudem leicht zu übersehen, kritisiert die Verbraucherzentrale. Sie würden lediglich im Fließtext erwähnt. Zwar weise der Anbieter darauf hin, nicht zur Deutschen Rentenversicherung zu gehören, setze aber gleichzeitig auf eine möglichst täuschend echte Aufmachung. Zweifel an Wirksamkeit der Forderungen Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Bestellprozess. Der Button auf der Seite ist lediglich mit "Anfordern" beschriftet. Nach geltendem Recht muss jedoch klar erkennbar sein, dass mit dem Klick eine Zahlungspflicht entsteht. Die gesetzlich vorgeschriebene Button-Lösung wird also laut Verbraucherzentrale nicht eingehalten. "Das bedeutet: Ein wirksamer Vertrag kommt gar nicht zustande – Betroffene müssen nicht zahlen", so Hagge. Neben möglichen Kosten sehen die Verbraucherschützer noch ein weiteres Risiko: den Umgang mit persönlichen Daten. Wer eine Rentenauskunft anfordert, übermittelt sensible Informationen wie Versicherungsnummer oder Adresse. "Diese Daten gehören ausschließlich in die Hände der offiziellen Stellen", warnt Hagge.