Deutschlands größter Autobauer geht auf Sparkurs und will massiv Stellen abbauen. Was sind die Gründe? Der Autohersteller Volkswagen streicht in Deutschland bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Konzern. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre. Der Gewinn des Volkswagenkonzerns brach im vergangenen Jahr um fast die Hälfte ein. Der Nettogewinn sank von 12,4 auf 6,9 Milliarden Euro, wie der Wolfsburger Konzern am Dienstag mitteilte. Das bedeutet einen Rückgang um 44,3 Prozent. Es handelt sich dabei um das niedrigste Ergebnis seit der Dieselskandal-Krise im Jahr 2016. Historische Demütigung für Mercedes : Der Stern sinkt immer tiefer Traditionsfirma baut Jobs ab : "Das war ein Schlag in die Magengrube" Auch für 2026 sind die Prognosen eher düster. Für das Jahr 2026 rechnet der Konzern zunächst mit 4,0 bis 5,5 Prozent Rendite . Was sind die Gründe für diesen Gewinneinbruch und wie will der Konzern jetzt vorgehen? t-online beantwortet die wichtigsten Fragen. Warum bricht der Gewinn so stark ein? "Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Die Sonderbelastungen bei Porsche kosteten 4,7 Milliarden Euro, hinzu kamen die US-Zölle mit 2,9 Milliarden. Im Gesamtjahr verwies der Konzern auf Sonderkosten von 8,8 Milliarden Euro. In Nordamerika verkaufte VW im vergangenen Jahr zwölf Prozent weniger Fahrzeuge. In China ging der Absatz um sechs Prozent zurück. China ist für Volkswagen der wichtigste Einzelmarkt im Konzern. In Spitzenjahren steuerte das Geschäft mehr als fünf Milliarden Euro zum Gesamtgewinn bei. In China muss das Unternehmen den Anschluss an die heimische Konkurrenz bei Elektroautos finden und setzt darauf, den Rückgang mit neuen, lokal entwickelten und produzierten Fahrzeugen zu verringern. Auch das Exportgeschäft aus Europa leidet unter hohen Kosten. Auf dem europäischen Markt sind die Margen vor allem bei Elektroautos unter Druck, vor allem wegen des harten Wettbewerbs durch chinesische Anbieter. Doch auch die Probleme bei der Volkswagentochter Porsche haben sich auf den Gewinn ausgewirkt. Die Kosten für den Umbau bei Porsche summierten sich auf fünf Milliarden Euro. Laut dem Sender SWR brachte Porsche 2025 im Autogeschäft operativ nur noch 90 Millionen Euro ein. Im Jahr davor seien es noch 5,3 Milliarden Euro gewesen. Wie will Volkswagen jetzt vorgehen? VW kündigt einen harten Sparkurs an. Bis 2028 wolle man die Kosten um 20 Prozent senken, heißt es im "Manager Magazin". "Wir sprechen von einem Transformationsplan, bei dem wir in alle Bereiche des Unternehmens hineingehen", sagte Konzernchef Oliver Blume dem "Handelsblatt". Dabei würden alle Bereiche geprüft: von der Entwicklung über Einkauf und Produktion bis hin zu Qualität und Vertrieb. Zentraler Teil des Sparkurses ist ein massiver Stellenabbau (siehe unten). Wie ist der Stellenabbau geplant? Bei der Kernmarke VW sollen allein 35.000 Stellen wegfallen. Weitere kommen bei Audi und Porsche hinzu: Bei Audi sollen bis 2029 bis zu 7.500 Stellen wegfallen, bei Porsche bisherigen Plänen zufolge 3.900 Stellen inklusive Leiharbeitern. Der Stellenabbau erfolge sozialverträglich über Personalinstrumente wie über reguläre Renteneintritte, Altersteilzeitprogramme oder freiwillige Aufhebungsverträge, teilte das Unternehmen mit. Standortschließungen will die Betriebsratschefin Daniela Cavallo "unter gar keinen Umständen" akzeptieren.